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Montag, 16. Mai 2022

tucking fypos


  Ein kleiner Buchstabenvertauscher aus Mord im Orientexpress (Scherz, 1990, S. 141) der mich letztens sehr zum Schmunzeln gebracht hat:

  "So, da haben wir die Erklärung dafür, wie unser Mann durch verschlossene Türen zu dringen vermochte," sagte M. Bouc. "Ihre Fragen an Mrs. Hubard waren völlig überflüssig, mon cher. Verschlossen oder nicht verschlossen - der Mann konnte mit Leichtigkeit durch die Verbindungstür gelangen. Wenn schon eine Schlafwagenuniform, warum dann nicht auch ein Hautpschlüssel?"


Sonntag, 16. Januar 2022

tucking fypos


  In Karen Whiddon's The Widow's Bodyguard (Harlequin, 2021, S. 12) verrutschte der Autorin wohl ein wenig der Finger, und verwandelte "die gleiche sinnliche Anmut" in ein weniger Romantisches "das selbe sinnliche Grab":

  She was still beautiful inside and out, and kind, with a soft, sexy voice and the same sensual grave to her movements.

Mittwoch, 6. März 2019

tucking fypos


  Laut Luzifer Verlag wurde Versunken von Cheryl Kaye Tadif nach Dudenempfehlung (Stand 2016) lektoriert. Angesichts zweifelhafter Medizin und unfreiwillig zweitdeutigem Humor wirft das die Frage auf, sollte man wirklich jeder Empfehlung immer folgen?
 Eine Ärztin hatte sein Gesicht und seine Hände in der Notaufnahme röntgen lassen und gesagt, dass nichts gebrochen war. Sie hatte die Schnittwunden versorgt, die Wunde an seinen Arm genäht und ihn davor gewarnt, dass er sich am nächsten Morgen wesentlich schlechter fühlen würde.  (ca. S. 300)
  Sie warf dem Detective einen Blick zu. »Könnte ich kurz mit Marcus unter vier Augen reden?«
»Natürlich. Aber nicht länger als fünf Minuten. Marcus kommst du danach in dem Untersuchungsraum gegenüber vom Schwesternzimmer?«
»Okay.«  (ca. S. 249)

Freitag, 7. April 2017

It can't happen here / Werewolf Moon








It can't happen here, Sinclair Lewis
(Penguin Books, 2017)


 In seinem 1935 erstveröffentlichen Roman spinnt der Amerikanische Autor Lewis Sinclair eine alternative Zeitlinie, in der FDR nicht mehr zur Wahl antritt und ein demagogischer Redner es mit rassistischen Äußerungen, einem konservativen Frauenbild und wahnwitzigen Plänen zur Ankurbelung der Amerikanischen Wirtschaft - Slogan: Make America great again - ins Amt des Präsidenten schafft und fortan das Land gezielt zum Faschismus führt.

 Penguin hat in anbetracht der aktuellen Politischen Situation den Roman neuaufgelegt, es hat schließlich tatsächlich ein nicht besonders talentierter Redner geschafft mit öffentlichen rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen sowie einem wahnwitzigen "Plan" Amerika zu neuer Größe zu verhelfen in das Amt des Präsidenten gewählt zu werden.
Dank einer Lovelybooks Leserunde ist das Buch auch bei mir Zuhause eingezogen.

 Leider kann ich als Fazit zum Buch nur sagen, die Idee ist großartig, die Umsetzung zu Zeitgebunden, die Entwicklung der Geschichte zu uneinig. Lewis rattert Seitenweise "Fakten" herab, reisst kurz eine Romanhandlung an, rattert wieder seine "Fakten" herunter, fügt ein wenig Erzählung ein... es kommt kein wirklicher Lesefluss zustande und ohne Leserunde hätte ich das Werk sicher abgebrochen. Hier hätte der Autor sich meine Erachtens nach entscheiden müssen ob er seine Geschichte in eine Romanhandlung einbetten oder als fiktive Historie sachbuchartig schildern wollte, beides zusammen funktioniert für mich nicht.

 Zudem fehlt es Lewis letzen endes an Konsequenz, obwohl er schon absehen konnte wohin sich das Politische Klima in Deutschland entwickeln würde, obwohl er den Angriff auf Polen praktisch vorweg nimmt, gibt er sich zum Ende wieder enttäuschend Patriotisch und schließt sich seinem zunächst Ironisch gemeinten Titel überzeugt an: Es kann hier nicht geschehen.

Siehe meine Meinung auch hier.


  






Werewolf Moon, Sharon Green
(Harlequin, 1993)

Noch so'n geschnorrtes Buch:
 Werewolf Moon habe ich mir online von der Open Library ausgeliehen.
Ich muss gestehn das ich mich rein vom Titel habe verleiten lassen, und etwas anderes bekommen habe als ich erwartete.

Kurzinhalt:
 Schauspielerin Laine Randall ist der Star einer erfolgreichen Polizei Serie. In Elgin New Mexico will sie sich ein Resort ansehen das als Schauplatz für einen zukünftigen Film eingeplant ist. Als ihre beste Freundin einer furchtbaren Attacke zum Opfer fällt und die örtliche Polizei sich nur unwillig bereit zeigt einem möglichen Werwolf nachzujagen, beschließt Laine erneut auf eigene Faust zu ermitteln...

 Wer nach kurzweiliger Zerstreuung sucht, liegt hier nicht falsch.
Sharon Green's Geschichte liest sich als amüsante Mischung aus Mord ist ihr Hobby und Agentin mit Herz. Ein wenig Fernsehunterhaltung abseits der Mattscheibe, so quasi, mit den Harlequin typischen romantischen Tönen.
Die obligatorische Sexszene fügt sich zwar nicht wirklich in die Geschichte ein, ist aber angenehm kurz gehalten so das  wer darüber hinweg liest nicht viel verliert, weder an Seiten noch an Handlung. Übrigens, auch wenn es sich zunächst so anhört, scheint der Roman kein Teil einer Serie zu sein, die im Buch gelegentlich angemerkten früheren Fälle, derentwegen Laine mit ihrem Studio bereits Probleme bekam, gibt es nicht in Buchform, sie gehören einfach nur zum Charakterhintergrund.

 Zur Qualität der eBooks der Open Library muss man sagen, dass diese nicht großartig ist, und wem schon wenige Scanfehler etwas ausmachen, den dürfte bereits auf den ersten Seiten der Schlag treffen (man kann auch alternativ auf PDF-Scans der Bücher zurückgreifen, welche aber mit 20-30MB zubuche schlagen und sich somit wohl nur für PC oder Tablet anbieten). Wer über die mangelnde Qualität hinweg sieht, hat jedoch auf der Seite die Chance Bücher auszuleihen welche nicht mehr im Print erhältlich sind, wie zum Beispiel eben dieses.
Und rein zum Lesen ist die Qualität weit ausreichend.

Samstag, 4. Juni 2016

tucking fypos

 Der Setzer der Ullstein Ausgabe von Dashiell Hammetts Der Malteser Falke (Ullstein, 1960; S.114) scheint über eine R-S Schwäche verfügt zu haben, oder Spade mahnt tatsächlich an nicht zu Fluchen:


"... Wenn er mehr Zeit braucht zum Nachschlagen -- soll er haben; aber auf alle Fälle soll er dir ein vorläufiges Urteil abgeben. Und sag ihm, er soll um Gottes willen reinen Mund halten!"

Montag, 20. April 2015

Kurz notiert








The very best of Charles de Lint, Charles de Lint
(Tachyon Publications, 2010)


Fans der Urban Fantasy, und insbesondere jenen die Wert auf mehr Fantasy, d. h. hier Folkloristische Elemente, legen, denen möchte man Charles de Lints Best of Sammlung nahe legen. Gerade in den ersten Geschichten besticht der Autor mit Leichtfüßigen unterhaltsamen Erzählungen, die dann aber zunehmend düsterer im Tonfall werden.
Ab der Hälfte verliert der Autor sich in einem unangenehm pessimistischen Weltbild, und jede der ab da enthaltenen Geschichten kreist von nun an um das selbe zentrale Thema und der Autor beginnt jeder seiner weiblichen Charaktere eine Historie mit sexualisierter Gewalt auf den Leib zu Schreiben.

Ein guter Schreiber, aber einer den ich aus oben genannten Gründen nur unter großen Vorbehalten weiterempfehlen wollte.











Im Tal des Fuches, Charlotte Link
(blanvalet, 2013)


Gleiches gilt auch für die Autorin Charlotte Link, deren flüssiger, einnehmender Schreibstil einen nur so durch die Seiten Fliegen lässt auch dann wenn über lange Zeiträume "nichts passiert". Links Geschichten beziehen ihre Faszination aus der alltäglichkeit, aus vertrauter Gewohnheit und Gewöhnlichkeit die das Leben ihrer Charaktere bestimmt.
Eine recht drastisch beschriebene, sadistische Vergewaltigungsszene liess mich aber das Buch irgendwo zwischen Seite 100 und 200 abrechen. Und letzlich haben mich dann doch weder die Geschichte noch der Schreibstil genügend zu fesseln vermocht, um herauszufinden wollen in wie fern diese Szene schließlich Plotrelevant werden wird.

Da das Element sexualisierter Gewalt in Frau Links Geschichten üblich zu sein scheint, gehört sie hiernach zu den Autoren und Autorinnen deren Bücher ich persönlich nicht Weiterverfolgen werde.

Sonntag, 22. Februar 2015

Neuzugang: Holmes Deluxe


 Über ein Jahr lang bin ich um die The new annotated Sherlock Holmes Ausgabe herumgeschlichen, und als ich mich dann endlich dazu durchgerungen habe mir die drei Bände zu bestellen, denn wofür Arbeitet man zehn Stunden Täglich wenn nicht dafür sich den einen oder anderen Buchschatz zu leisten, musste ich erfahren das sie seit Oktober letzten Jahres nicht mehr im Verlagsprogramm sind.













 Im Amazon Marketplace bin ich dann aber beim Stöbern auf eine mit Zustand Sehr Gut angegebene frühere Ausgabe des The annotated Sherlock Holmes (Original 1968, in zwei Bänden; hier Ausgabe von 1993 in einem Band) gestoßen, welche auch die Grundlage für die neue Ausgabe bildete - und mich nur ein Drittel gekostet hat.















 Der schnelle, reibungslose Versand sowie die akkurate Zustandbeschreibung, haben mich gleich einmal Positiv überrascht.
Ich muss zugeben das ich gewisse Bauchschmerzen dabei hatte, ein gebrauchtes Buch zu diesem Preis aus den Staaten zu beziehen - den immerhin hätte sie mir ja alles mögliche Schicken können, gemessen daran das ich Meilenweit weg bin wenn ich es bemerke.


Zum Buch selbst:

Es ist mit einem Gewicht von knapp 3 Kilogramm und einer Größe von 23cm x 29cm x 7cm* (mit einem Umfag von ca. 1500 Seiten) beileibe kein "Lesebuch".

Wie man sieht ist das Buch reichhaltig Illustriert mit Photos, Zeichnungen, Kartenmaterial und gelegentlichen Auszügen aus Doyle's original Manuskripten.

 Der Text ist in zwei Kolumnen angeordnet wobei eine die Annotations, die Textanmerkungen enthält und die andere Doyle's original Storytext wiedergibt. Organisiert ist das ganze in mehrern Abschnitten, wobei der erste sich aus zwölf Essays über Doyle und dessen Sherlock Holmes zusammensetzt, gefolgt von einer Anzahl von Abschnitten welche versuchen die Geschichten Chronologisch zu erfassen und einzuordnen, von Holmes frühesten Abenteur, zum treffen mit Watson und dessen verschiedenen Ehen, bis zu Holmes Ruhestand.
 Diese Chronologie ist natürlich nicht komplett Stringent eingehalten, da die ursprüngliche Ausgabe in zwei Bänden das Werk aufteilte in Kurzgeschichten und Novellen.

 Die Textanmerkungen folgen dem Muster das eine längere Erklärung zur Entstehung einer Geschichte, oder eines Geschichtenabschnitts bei den Novellen, vorangeht und danach noch allgemeine Erklärungen und Hinweise den Text begleiten.


*Dies entspricht witziger weise genau dem Größenverhältnis meines Merriam Webster's New Encyclopedic Dictionary so das die beiden jetzt traut nebeneinander stehen und dabei wahrhaftig wie Buchbrüder wirken.

Freitag, 20. Februar 2015

Von Herzen








Von Herzen, Juliane Käppler
(Im Eigenverlag, 2015)


Kurzinhalt:
 Als die Kommissare Natalie Sperling und Markus Svoboda in der Wohnung des ermordeten Andreas Wilkens eintreffen, scheint es um eine simple Beziehungstat zu gehen. Dem Arzt wurde im Verlauf einer Auseinandersetzung die Kehle mit einem Küchenmesser durchtrennt.
Es gilt somit nur Dr. Wilkens Beziehungen zu durchforsten um die wahrscheinliche Täterin einzukreisen. Leichter gesagt als getan, erweist sich doch bald das  der Doktor kein Kind von Traurigkeit war, und seine Affären zahlreich
Während die Kommissare noch das üppige Beziehungsgeflecht durchforsten kommt es im Beerdingungsinstitut in welches die Leiche verbracht wurde zu einem Einbruch mit makabrem Raubdelikt.
Wenig später geschieht ein weiterer, brutalerer Mord, dessen Einzelheiten dennoch darauf hinweisen das die neue Tat mit der Tötung des Doktors in Zusammenhang steht.
Das Ermittlerteam gerät unter Druck, denn die geplante Grausamkeit mit welcher die Tat ausgeführt wurde stellt außer Frage das die Täterin nicht zum letzten mal Zugeschlagen hat. Wenngleich es auch gelungen ist zwischenzeitlich eine Hauptverdächtige einzukreisen, so gibt es von der geheimnisvollen Miss O nur eine einschlägige Aktaufnahme welche keine Identifizierung erlaubt, lediglich der Name und das Sujet des Bildes liefern einen verweis in die SM-Szene.


 »Wenn Ihnen etwas anderes einfällt, Frau Busch …« Sie zog eine Karte aus der linken, nicht von Inspektor Harvey belegten Jackentasche und reichte sie der Frau. »Rufen Sie mich bitte an!«
 Unterstützung erhält Kommissarin Natalie* Sperling bei ihrer Ermittlungsarbeit neben ihren Kollegen, durch einen Plüschhasen**. Inspektor Harvey, benannt nach dem bekannten Bühnenstück, dient der Kommissarin als Projektionsfläche für ihren internen Monolog, verleiht aber auch angelegentlich ihrem unterbewussten Stimme.
 Harvey lockert mit unverblümt frechen Bemerkungen die Geschichte auf und findet sich mit Recht als zweiter Star auf der Coverillustration wieder. Dabei erdet Natalies Eingeständnis das der Ermittlungsbegleiter eine persönliche Macke von ihr ist dass ganze in der Realität, ohne je dem Humor damit Abbruch zu tun. Tatsächlich wird Harvey dadurch zum Bestandteil eines Gesamtstorybogens in dem sich vieles um Zwangsstörungen angelt.
Kleinere wie größere, von Unterhaltungen mit Plüschhasen, zu Kleidungsroutinen und klammernden Müttern, bis hin zu verstörenderen und eben mörderischen.

 Mit Von Herzen liefert Autorin Juliane Käppler eine sich ruhig entwickelnde Kriminalgeschichte die zwar zum Ende durchaus mal etwas blutiger wird, und sich zumindest im Ansatz auch schon mal mit der Last der Lust beschäftigt, dabei aber stets unterhaltsam, und positiv humorvoll bleibt. Gute Unterhaltung die man gerade jenen Lesern nahe legen möchte welche die Cozy Mysteries dem skandinavischem Lebenspessimismus vorziehen.

 Das die Autorin unter dem Pseudonym Jules Saint-Cruz Erotik schreibt, schlägt sich übrigens trotz des Themas erfreulicher Weise nicht nieder in Von Herzen - nun, man lernt so im Beigang etwas mehr über die SM-Szene und deren Jargon, da hat Saint-Cruz dann vielleicht doch das eine oder anderer helfende Wort geliehen. Doch im Kern gilt das Juliane ein realistisch unaufgeregtes Bild zu Zeichnen versteht, von der Verbrecherjagd. Wer auf Hollywood-Schießereien, und wilde Verfolgungsjagden hofft, wird enttäuscht. Auch das Privatleben der Ermittler fließt nur am Rande in die Geschichte mit ein und gerade soweit um sie einem als Menschen über ihre Arbeit hinaus Nahezubringen.
 Erzählt in der dritten Person, liegt mit Ausnahme der Eröffnungsszene der Fokus permanent auf Natalie und deren Sichtweise, so das wir naturgegeben über sie mehr erfahren als andere handelnden Charaktere, aber eben auch kaum mehr sehen oder wissen als sie.

 Diese Limitierung der Sichtweite nutzt die Autorin dann auch geschickt aus um den Leser anfangs auf falsche Fährte zu setzten, ehe sich zum Ende hin die eigentliche Täterin herauskristallisiert, deren Tatmotiv auf eine morbid verdrehte Art ihrer Handlung logischen Sinn gibt - auch wenn sie selbstverständlich in der letzten Konsequenz die sie aus ihren persönlichen Erkenntnissen zieht, weit über jedes gebotene Maß hinausgeht.


 Ganz persönlich hat mich die Geschichte hervorragend unterhalten.
Eine rothaarige Ermittlerin im besten Alter, welche sich den ewig am falschen Platz befindlichen John McClane als Heldenvorbild an die Wand gepinnt hat, ein quasi sprechender Hase, und eine in sich schlüssig erzählte Geschichte die ohne überzogene Gewaltdarstellungen auskommt - das sind alles Punkte die mich als Cozy Mystery Leser (und als Mann) positiv angesprochen haben.
Zwar erzählt Von Herzen eine abgeschlossene Geschichte, die keine Fortsetzung nötigen würde, und es ist wohl seitens der Autorin auch noch nichts dahingehend geplant, aber freuen würde es mich schon, wenn es einst ein Wiedersehen geben sollte, mit Sperling und Hase.


Mein Dank geht an die üblichen Verdächtigen:
Lovelybooks.de, für die Leserunde.
Juliane Käppler, für das eBook, und die sympathische Begleitung der Leserunde.
Meinen Mitlesern, für geteilte vergnügliche Lesestunden.

Ein extra Dank geht dieses mal zusätzlich an die Waldschrätin, durch deren blog ich erst auf das Buch aufmerksam wurde.




*    Zufällige Assoziation, die Erste: Wem meiner Generation geht es eigentlich nicht so, dass da in einem zumindest im Anklang gleich die Erinnerung an den gleichnamigen Chanson wachgerufen wird "Nathalie..."

* * Zufällige Assoziation, die Zweite: Tatsächlich hat mich der Plüschinspektor gleich mal an Laurell K. Hamiltons Kultcharaktere Anita Blake denken lassen, was aber tatsächlich schon die einzige Gemeinsamkeit ist zwischen den Damen ist, der (nicht redende) Plüschpinguin der einen und der Hasenermittler der anderen.

Montag, 22. Dezember 2014

(Ein frühes) Weihnachtsgeschenk


 Wer seine Krimis gerne düster mag, der greift entweder zur amerikanischen Hard-Boiled Noir Novel oder vermehrt zum Skandinavien Thriller. Ich persönlich hingegen halte es ja eher mit den Cozy Mysteries. Beim stöbern auf eBook.de bin ich auf die Krimi-Edition Skandinavien gestoßen - wahlweise im drei Bände Länder-Pack (Norwegen, Dänemark, Schweden oder Finnland) oder im großen zehn Bände Skandinavien-Pack der einen Überblick über die gesamte Region erlaubt. Das ganze für günstige 9.99€, respektive 29.99€, also ab unter drei Euro pro Buch. 
 Wie gesagt, im Grunde nicht meins. Aber meine Mutter liest gerne und mehr Krimis als ich, also habe ich mir überlegt ob das nicht vielleicht ein nettes digitales Geschenk machen würde. Wie der Zufall es so will sehe ich tatsächlich noch am selben Tag eine Ankündigung für eine Blog-Verlosung eben jener bewussten Edition auf mybookblog.
Um das ganze abzukürzen, ich habe tatsächlich das große Skandinavien-Paket gewonnen. Nochmals, herzlichen Dank, Lena! Und auch herzlichen dank an eBook.de!

 Im Paket selbst sind dabei Namen und Titel enthalten die selbst mir etwas sagen,
Das Verbrechen - Kommissarin Lunds erster Fall, (basierend auf der TV-mini Serie welche unter anderem auf arte lief), definitiv nichts für mich, es geht, unter anderem, um sexualisierte Gewalt.

Fräulein Smillas Gespür für Schnee, wurde verfilmt mit Julia Ormond in der Hauptrolle.

Henning Mankell ist vertreten mit Wallanders erstem Fall, Der Mörder ohne Gesicht.

 Dann ist enthalten Die guten Frauen von Christianssund, welcher nicht ganz so düster klingt wie die anderen.

Der Rest ist mir leider gänzlich unbekannt (aber wahrscheinlich lässt die Titel/Autoren Auswahl Fans aufhorchen):

Totenzimmer, Susanne Staun
Rot wie Schnee, Kjell Eriksson
Blutglocke, Ilkka Remes
Die Raubmöwen besorgen den Rest, Frode Grytten
Im Auge des Feuers, Jorun Thørring
Winterfest, Jørn Lier Horst

Der letzte Band kling als könnte er auch etwas für mich sein, ein Krimi mit Vater/Tochter Dramatik - das liegt normalerweise auf meiner Schiene. Der erste hingegen, Totenzimmer, da bereitet mir schon das Lesen der Inhaltsangabe Alpträume.

Für mehr Informationen zu den einzelnen Paketen/Büchern siehe eBook.de: Krimi-Edition Skandinavien.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Das Flüstern der Stadt








Das Flüstern der Stadt, Rosa Ribas & Sabine Hofmann
(Kindler, 2014)


Noch eine Leserunde.

Kurzinhalt:
 Barcelona, 1952, die Zeit der Franco-Diktatur: Die junge Journalistin Ana Martí soll die Berichterstattung über den Mord an einer Arztwitwe übernehmen - die Chance, endlich Karriere zu machen. Doch Ana darf nur schreiben, was ihr in die Feder diktiert wird, denn die Polizei hat strikte Anweisung, den Fall so schnell wie möglich zu den Akten zu legen. Dann werden im Besitz der Toten Briefe gefunden - Liebesbriefe eines Unbekannten. Anas Cousine, die Sprachwissenschaftlerin Beatriz, entdeckt darin Hinweise, die zur Lösung des Falls führen könnten. Durch ihre Nachforschungen geraten die Frauen in große Gefahr. Doch Ana und Beatriz wollen die Wahrheit ans Licht bringen, mit den einzigen Waffen, die sie den Mächtigen der Stadt entgegenzusetzen haben: dem Wissen über die Sprache und der Liebe zur Literatur ...

Vorab ein bisschen Kritik:
 Die Verlagswerbung für das Buch finde ich ehrlich gesagt unnötig irreführend.
"Ein spannender und atmosphärischer Barcelona-Krimi über die Macht des Wortes: der Überraschungserfolg aus Spanien, für alle Leser von Carlos Ruiz Zafón und Alicia Giménez-Bartlett."
 Über Alicia Giménez-Bartlett kann ich zugegebenermaßen nichts sagen, hier kann ich nur sagen das vom Lesen der Inhaltbeschreibungen sie in einem ganz anderen Gebiet unterwegs zu sein scheint. Der Vergleich mit Zafón aber, der hinkt für mich gewaltig, und nicht nur weil Zafón aus der Phantastik kommt und Das Flüstern der Stadt ein reiner Kriminalroman ohne übernatürliches Element ist. Ribas und Hofmann kommen sprachlich weit weniger verschnörkelt und verspielt daher, ihr Stil ist direkt, oft sachlich zweckgebunden.
Im Grunde teilen die Autoren sich nur die Lokalität.

Allerdings, lobend erwähnen möchte gleich hernach die Gestaltung des Romans, für die man das wunderbare Covermotiv noch einmal bearbeitet und gegenüber der Originalausgabe noch besser zur Geltung gebracht hat. Für mich eines der schönsten Covers dieses Jahres.


 Rosa Ribas & Sabine Hofmann nehmen sich in ihrem Roman Zeit die Bühne zu bereiten für ihre Geschichte. Das Spanien der frühen 50er unter Franco wird heraufbeschworen in einer Atmosphäre die erfüllt ist von Gewalt und Paranoia. Es wird eine Gesellschaft gezeigt die gefangen ist zwischen Polizeiwillkür und katholischer Heuchelei, in einer Zeit in der männlicher Machismo den Lebensalltag bestimmt. Gerade letzteres ist es was Ana antreibt sich in den Mordfall einzumischen.

 Barcelona bleibt dabei im Gegensatz zur plastischen Schilderung der 50er Jahre als Schauplatz weitgehend Amorph, nur Barcelonakundige werden wohl in der einen anderen Erwähnung den Ort selbst wiedererkennen können, für uns andere bleibt es eine Stadt unter Tausenden.

 Sehr viel mehr Kontur gewinnen die mit viel Liebe gezeichneten, und mit vielerlei kleinen Hintergrundgeschichten eingeführten Hauptcharaktere. Inspektor Castro, ein intelligenter aber auch gewaltbereiter Ermittler, Journalistin Ana Martí, welche nur Polizeiinformationen Pressegerecht aufarbeiten soll sich dann aber immer tiefer hineinziehen lässt in die Ermittlungen, die Literaturprofessorin Beatriz, welche Ana um Hilfe ersucht, und deren redselige Haushaltshilfe Encarni, sowie der kleine Gauner Abel Mendoza.
Nahezu hundert Seiten braucht es, ehe alle Akteure versammelt sind, und selbst dann noch bewegt sich Geschichte nur Gemach vorwärts.

 Wer hier auf einen aufregenden Thriller hofft, wird schnell enttäuscht werden.
Nach den in eine dichte, bedrohliche Stimmung gewobenen ersten Kapiteln wird der Tonfall sogar erst einmal überraschend heiter wenn sich Ana und Beatriz begegnen. Man fühlt sich beim Lesen an Donna Leons Krimis erinnert, denn das miteinander der einzelnen Personen steht klar im Zentrum, die Ermittlung des Mörders läuft eher im Hintergrund mit.
Erst im letzten drittel schnellen Spannung und Dramatik dann kurzfristig wieder in die Höhe, pendeln sich aber auch schnell wieder auf das gewohnte Niveau ein und man Steuert auf ein ruhiges, eher unspektakuläres Finale zu.

 Das Flüstern der Stadt lebt weitgehend vom Zusammenspiel der einzelnen Charaktere, wobei es insbesondere die drei Frauen sind, Ana, Beatriz und Encarni, die mit ihrem Charme, ihrem Intellekt und ihrem Witz, die Seiten mit Leben erfüllen und einen am Lesen halten. Die Autorinnen zeichnen sie dabei als realistisch fehlerhafte Menschen, weder Ana noch Beatriz sind Heldinnen. Beide sind auf ihre Art erst einmal nur aufgrund ihres beruflichen Ehrgeizes an der Lösung des Falles interessiert und beide sind sie nicht immun gegen die allgegenwärtige Furcht die in Franco Spanien über allem hängt. Für Ana geht es dabei darum sich in einer Männerwelt zu behaupten, Beatriz, welche Spanien sowieso bald den Rückenkehren will, reizt nur die sprachliche Herausforderung und ein wenig menschliche Neugier. Entgegegen der Inhaltsangabe steht die Suche nach der Wahrheit, auch für die beiden bestenfalls an zweiter Stelle. Sie bilden jedoch ein überaus sympathisches, bald schon perfekt aufeinander abgestimmtes Hobbyermittlerduo, in dem Ana die Initiative ist, und Beatriz als der Kopf agiert.

 Wem Charaktere wichtiger sind als vordergründige Action, der bekommt hier eine fesselnd erzählte Geschichte geboten. Rückblickend scheint einem vielleicht nicht alles so ganz schlüssig daherzukommen, scheint so manche Wendung etwas zu Konstruiert, zogen die Autorinnen ein wenig zu auffällig ihre Fäden, dem reinen Lesenvergnügen aber tat dies keinen Abbruch.

 Wem würde ich diesen Roman nun empfehlen, Rückblickend auf die eingangs erwähnte Verlagswerbung?
Persönlich würde ich das Buch Freunden von Donna Leons Brunetti Romanen nahe legen wollen, ich bin mir sicher sie werden sich auch hier gut Unterhalten fühlen und es muss ja nicht immer Venedig sein, auch Fans von Graham Greenes Der Dritte Mann, denke ich werden mit der Geschichte viel Freude haben.

Freitag, 6. Juni 2014

tucking fypos




In Leann Sweeneys The Cat, the lady and the liar (Obsidian, 2011; S.193) legt eine leicht zu überlesende Doppelung des Wortes “ein” den Gedanken nahe das der hier beschriebene Charakter erst kürzlich eine Geschlechtsumwandlung erfuhr:

Although the person at the desk guarding the ICU was a now a man with an unsympathetic and suspicious expression, Belinda Carson assured him that I was Candace’s sister.

Montag, 21. April 2014

By its cover









By its cover, Donna Leon
(William Heinemann, 2014)

Donna Leon, zum zweiten.

Kurzinhalt:
 Commissario Brunetti wird in die Bibliotheca Merula gerufen, dort hatte ein Joseph Nickerson unter dem Vorwand er sei Assistenz Professor an der University of Kansas Recherche in alten Büchern betrieben, um, wie sich herausstellte einzelne mit Illustrationen versehene Seiten heraus zu trennen. Der angerichtete Schaden lässt sich noch überschauen und schnell stell sich zudem heraus das auch ganze Bände aus der Bibliothek entwendet wurden. Schon bald bestätigt sich Brunettis Verdacht das der Name Nickerson nur ein Alias ist für einen Spezialisten, vermutlich angeheuerten von einem unbekannten Auftrageber aus höchsten Kreisen.
 Nickerson kann jedoch nicht alleine gearbeitet haben, es steht für Brunetti außer Frage das er Hilfe aus der Bibliothek erhalten haben muss. Doch die Suche nachdem Helfer der sie auf die Spur des Mannes welcher sich Nickerson nannte hätte führen können erfährt eine jähe Wendung als eine Leiche auftaucht welche Brunetti nötigt in ganz neue Richtung zu ermitteln.


 In weiten Teilen gilt für By its cover das selbe das ich schon zu Suffer the little children gesagt habe. Nur das By its cover diesmal ein Gewinn aus einer First Reads Verlosung auf GoodReads war.

 Wie schon bei dem oben erwähnten Children ist auch hier die Gangart sehr ruhig, es gibt wieder zahlreiche Seitenhiebe auf die allgemeine Bestechlichkeit der Behörden, so wie auf das Selbstverständnis des Adels, man sei besser als der gewöhnliche Pöbel.
 Tatsächlich nimmt sich Donna Leon nach Einführung des Tatbestands das erste drittel des Romans über Zeit dafür auf Venedigs Gesellschaft und Brunettis Ehe und Familienverhältnisse einzugehen. Es zeugt von ihrem Talent als Autorin das man trotzdem gebannt allem Folgt, und noch bevor eine allzu große Länge in der Handlung entstehen könnte wendet sie sich wieder den eigentlichen Ermittlungen zu.
Ermittlungen in deren Mittelpunkt natürlich die Bücher und das Verhältnis der Leser zu ihren Lieblingen steht,
 As she leaned forward to pick up another volume, Brunetti saw someting drop on to the red leather binding, immediately turning it from rose to burgundy. She used the edge of her hand to blot at it. 'What fools we are,' she said to herself.

 Aber es geht auch um einen Sammlermarkt dem das Objekt seiner Sammelleidenschaft gleichgültig ist. Am Ende steht eben nicht die Frage nach Werten, sondern nach dem Geld. Charmant flicht Donna Leon dabei Betrachtungen über das Lesen, über das sich Verlieren in literarischen Welten ein, sowie über den Wert des Lesens.
Hier besticht wieder einmal mehr Brunettis Frau, von der er weiß dass
 Paola would fail to notice Armageddon itself, where it to occur when she was reading - and for the seven hundred and twelfth time - the passage in The Portrait of a Lady where Isabel Archer realizes Madam Merle's betrayal.

 Das zweite drittel des Romans wird so weitgehend auf Brunettis Versuch verwendet Verständnis zu finden, dafür warum die Leiterin der Bibliothek das Schicksal der einzelnen Werke beweint, was sie damit meint wenn sie von einem unwiederbringlichen Verlust, nicht an Wert sondern an Werten, spricht. Dieses nachspüren der Frage, was macht den Wert eines Buches, jenseits seines reinen Texts, erzeugt natürlich gerade in Zeiten in denen der Buchmarkt einem solchen Wandel unterworfen ist ein interessantes, sich schon geradezu wie der Kommentar der Autorin zur Streitfrage eBook lesendes Meta. Ein sehr viel leichter zu goutierender Kommentar als man in Suffer the little children finden kann, mit seiner, aufgrund einer zu blauäugigen Vereinfachung, sehr problematischen Stellung zum Thema Babyhandel und illegale Adoption.

 Anders als bei Children empfand ich in By its cover die gemächliche Art, die den Fall immer mal wieder hinten anstehen lässt um uns Venedig zu zeigen oder einen Blick auf Brunettis wohltuend geordnetes Familienleben werfen zu lassen, sowie Donna Leons Darstellung einer weniger geordneten aber im Kern doch heilen Welt, für diese Geschichte sehr viel passender. Und genauso kommt dann auch im letzten drittel die Auflösung daher, mit sachter Tragik.

 Kritisieren muss ich als Gelegenheitsleser diesmal nur das Donna Leon, trotz langer Passagen die sich oberflächlich betrachtet erst einmal nur um Brunettis Privatleben zu drehen scheinen, sich sehr bedeckt gibt was ihren Helden angeht und einen weitgehend im Dunkeln tappen lässt was dessen Alter angeht, oder das seiner noch immer Zuhause wohnhaften Kinder. Dadurch macht sie es einem gelegentlich schwer sich in einzelne Szenen richtig einzufühlen.
Doch dann wiederum, es ist Brunettis 23. Fall und die Stammleser würden jene Details die mir fehlten sicherlich als überflüssig empfinden - obwohl, es klang in der LovelyBooks Leserunde an der ich Teil nahm von anderer Seite auch sachte Kritik daran an, das Donna Leon sich diesmal weniger über Speisen ausließ, ein Umstand den ich wiederum beim Lesen sehr begrüßte.

Freitag, 7. März 2014

Teufelsgrinsen







  

Teufelsgrinsen, Annelie Wendeberg
 (KiWi, 2014)


Kurzinhalt:
 Niemand kennt Anna Kronbergs Geheimnis bis Sherlock Holmes sie durchschaut: In einer Zeit, in der nur Männer an Universitäten zugelassen sind, schneidet sich Anna Kronberg die Haare ab, zieht Hosen an und studiert Medizin. Als angesehener Arzt Dr. Anton Kronberg gerät sie in das Zentrum einer monströsen Verschwörung und selbst in tödliche Gefahr, der sie nur mithilfe ihres scharfen Verstandes und dem Beistand von Sherlock Holmes, entkommen kann. London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Epidemiologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Tote absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt im Handumdrehen Kronbergs Geheimnis und Identität. Im Gegenzug beginnt Anna sehr zu dessen Verdruss Holmes kompliziertes Innenleben zu analysieren. Doch die beiden ungleichen und intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammentun, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt ...
(Quelle: Lovelybooks.de)


 Fans des traditionellen Holmes lässt sich Teufelsgrinsen nur unter Vorbehalt empfehlen. Die Autorin nimmt sich viele Freiheiten mit Doyles Charakter und entfernt sich oft von der Vorlage,  allerdings, das muss man ihr zugute halten, nie so weit wie im Robert Downey jr. Streifen und gar in Steven Spielbergs "Young Sherlock Holmes". Aber Annelies Holmes ist eindeutig Gefühlsbetonter, romantischer, nahbarer als Doyle ihn je schrieb. Das heißt, auch Doyles Holmes war ein Mann der zu Gefühlsausbrüchen neigte, nur eben nie romantischer Natur (Freunde der Geschichte Ein Skandal in Böhmen, in welcher die legendäre Irene Adler auftritt, mögen hier vielleicht geneigt sein zu widersprechen). Doyles Holmes war ein Mann der Wissenschaft, ein Mann des Geistes, ein Mann getrieben von einem absoluten Gerechtigkeitssinn (was Übrigens auch Annelie Wendebergs Holmes erhalten bleibt) - aber Frauen scheinen den großen Detektiv kaltgelassen zu haben.... um noch einmal zum Vergleich mit den Filmen um Holmes zurückzukommen, Annelies Holmes erinnerte mich da eher an den Holmes aus dem recht gelungenen und sehenswerten "Das Privatleben des Sherlock Holmes".

"Es wäre ein außerordentliches Glück, einen Freund zu finden, der das eigene Wesen in seiner gesamten Komplexität erfassen und trotzdem alles daran respektieren könnte."
 An der anderen Hand wiederum Spiegelt der Roman, nach meinem Empfinden, den Charakter von Dr. John Watson sehr gut wider. Dessen Fassungslosigkeit angesichts eines weiblichen Kollegen ist einfach köstlich, und seine Verwunderung über Holmes offenbares Interesse an einer Frau anders als die vorgenannte Irene Adler... zum Schmunzeln.
 Auch Annas kritische Analyse von Dr. Watsons Schreibstil im ersten Fall für Holmes Die Studie in Scharlachrot liest sich nicht nur äußerst amüsant, sondern passt auch sehr gut zu Passagen in denen Doyle seinen Meisterdetektiv ähnlich kritisch mit Autoren ins Gericht gehen lies (vorzugsweise mit E. A. Poe, aber auch schon mal herrlich selbstironisch mit Watson und seiner Darstellung von Sherlock Holmes). Positiv fiel beim Lesen der flüssige Schreibstil der Autorin auf, der in einem Schnell dieses "Nur dieses eine Kapitel noch..." weckt. Dabei gilt jedoch anzumerken das Annelie Wendeberg ihre Geschichte Streng narrativ erzählt, sprich es wird viel "erzählt" und weniger "gezeigt" - aber dies ist ein Stil dessen sich auch weiland Doyle für seine Holmes Geschichten bediente. 

 Schade fand ich es beim Lesen wenn die Autorin immer mal wieder interessante Gedankengänge, zum Teil von feministischer, zum Teil von allgemeiner Natur, einstreute die dann aber nicht so recht weiter verfolgt wurden. So zum Beispiel Annas Feststellung dass Sherlock Holmes sich Verkleiden muss, wenn er nicht wahrgenommen werden will, sie aber sich Verkleiden muss um wahrgenommen zu werden.
 Doch wenn gleich diese kurzen Einschübe kaum verfolgt werden, machten sie die Geschichte, für mich, über die Frage "Wie viel Doyle steck noch in Annelie Wendebergs Holmes?" hinaus beschäftigenswert. Tatsächlich ist es wohl der Natur jener Randbemerkungen zu zuschreiben, dass man sich über die Lektüre hinaus hier weiter Gedanken macht - sprich, hier ist vermutlich tatsächlich das weniger ein mehr.

 Was mich an dem Buch gestört hat, während des Lesens, war ein Rückblick auf Annas Vergangenheit, der zwar ihren Freudschen Blick auf die Taten des Rippers erklärt, aber der Geschichte oder ihrem Charakter, meiner Meinung nach, nichts von Bedeutung hinzu fügte.

*Spoiler*
 Während ihres Studiums in Amerika wird Anna/Anton von neidischen Kommilitonen aufgelauert die dem Streber eine Abreibung verpassen wollen, als diese feststellen das sie es mit einer Frau zu tun haben kommt es zur Vergewaltigung.
*Spoiler*

 Nach Abschluss des Romans wurmt es mich ein wenig das zwar das Was und Wer geklärt wurde, aber das Wie ein Stück weit ein Rätsel bleibt, denn die Obduktion eines zweiten toten, genannt Mr. Big Boots, stellt Anna und ihre Studentenschaft vor ein Mysterium welches auch nach Ende noch eines bleibt. Ich weiß natürlich nicht ob das zweite Buch hier eventuell mehr Klarheit schafft (zumindest deutet der Schlusssatz darauf hin das der Fall zwar gelöst, aber die Geschichte damit noch nicht abgeschlossen ist).
 Das der Verlag auf der Rückseite vollmundig einen "viktorianischen Krimi" verspricht, stört mich im nachhinein, weil ich das Gefühl habe das hier der Leser ein Stück weit getäuscht wird. Nicht jeder Krimi der in viktorianischen Zeiten Spielt, wird dadurch gleich "viktorianisch" - und stilistisch bewegt sich die Autorin bewusst in anderen Gefilden, schreibt für eine moderneres Publikum.
"Man kann absolut gar nichts von Grausamkeiten lernen."
 Dadurch ist Teufelsgrinsen zeitweise auch düsterer als ich von einer Geschichte mit Sherlock Holmes erwartet hätte, gefühlt eher in Richtung Alan Moores From Hell gehend; obwohl, genremäßig würde ich Teufelsgrinsen tatsächlich ein Stück weiter in der Crime Romance verorten.


 Dies gesagt, war Teufelsgrinsen ein Roman den ich zumeist gerne gelesen habe, Ausnahme siehe Spoiler, denn die Geschichte kommt ohne längen daher und bietet, wenn man keinen klassischen Sherlock Holmes erwartet und sich nicht an romantischen Zwischentönen stört, gute Unterhaltung.


Ich möchte an dieser Stelle noch meinen Dank aussprechen an
Lovelybooks.de, für die Leserunde,
Kiepenheuer und Wietsch, für das zur Verfügung stellen des Buches
Annelie Wendeberg, welche an der Leserunde teilnahm und unsere Fragen beantwortet hat, vor allem ihre Erläuterung wie es zu einer der diskutierten Änderungen in der Darstellung von Holmes kam fand ich überaus Interessant.

Als weitergehendes link noch eine GoodReads Diskussion zum Buch, welche um die ewige Frage kreist:
 Was Sherlock Holmes asexual?
 


Anmerkung zum Spoiler:
 Ich bin mir bewusst das ich Autoren dies sehr oft ankreide, zu meiner Verteidigung möchte ich da nur vorbringen dass das jahrelange Lesen von Urban Fantasy, einem Genre in dem jede Heldin unweigerlich Opfer sexualisierter Gewalt war, ist, oder werden wird, in mir einen erheblichen Aber gegen die inflationäre Verwendung dieser Trope genährt hat.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Der Beobachter








Der Beobachter, Charlotte Link
(blanvalet, 2011)


Kurzinhalt (Kopiert von LovelyBooks):
 Fesselnd, abgründig, raffiniert Er beobachtet das Leben wildfremder Frauen. Träumt sich an ihre Seite, in ihren Alltag. Identifiziert sich mit ihnen und will alles von ihnen wissen. Als Beobachter. Auf der Flucht vor seinem eigenen Dasein, das aus Misserfolgen besteht. Nur aus der Ferne liebt er die schöne Gillian Ward. Die beruflich erfolgreiche Frau, glücklich verheiratet, Mutter einer reizenden Tochter, wird von ihm über die Maßen idealisiert. Bis er zu seinem Entsetzen erkennt, dass er auf eine Fassade hereingefallen ist. Denn nichts ist so, wie es scheint. Gleichzeitig schreckt eine Mordserie die Menschen in London auf. Die Opfer: alleinstehende Frauen. Auf eine rachsüchtige, sadistische Weise umgebracht. Die Polizei sucht einen Psychopathen. Einen Mann, der Frauen hasst.


Ich habe das Buch schon vor längerem gelesen, der bequemlichkeithalber gibt es nun eine Kopie meiner auf LovelyBooks geposteten Meinung zum Buch (immer noch besser als ein Link zu Link*):

Charlotte Links Roman war der erste Krimi einer deutschen Autorin den ich (bewusst) gelesen habe, und er hat mich durchaus positiv überrascht. Dabei mochte ich die ruhigere erste Hälfte des Romans allerdings mehr als die zweite. Ich finde die Autorin versteht es vor allem realistische Charaktere zu zeichnen die einen trotz oder gerade ob ihrer negativen Seiten gespannt weiter lesen lassen, sogar Charakterversager Samson Segal, der sich erst mal in einen regelrechten Frauenhass steigert gehört dazu.

Schade fand ich das die Autorin uns an praktisch allen Gedankengängen ihrer Charaktere teilhaben lässt, denn einerseits baut sie auf zuerst zwielichtig erscheinende Charaktere, wie den quasi Spanner mit dem Frauenproblem, Samson Segal, oder auch einen wegen eines Sexualdelikts belangten ex-Polizisten, aber eben dadurch das wir in ihre Gedankenwelt eintauchen entlastet sie all diese potentiellen Verdächtigen dann gerade so schnell wie sie auftauchen, was der Geschichte etwas an Spannung raubt.

Mein anderer Kritikpunkt wäre das sie sich manchmal etwas formelhaft liest, mit missgünstigen Polizeikollegen und latentem Chauvinismus, vorallem aber das sich manche dialoge lesen als wären sie für eine TV-Serie geschrieben worden. Da wird offen über den aktuellen Fortschritt, oder eben nicht Fortschritt, der Ermittlungen sinniert, als gälte es die Zuschauer, pardon, Leser nach einer Werbeunterbrechung wieder auf das Laufende zu bringen.

Auch habe ich mich an Charlottes verwendung des Wortes "hinaus" gestört das bei ihr immer dann aufzutauchen scheint wenn sie eigentlich "heraus" zu sagen meint - ich persönlich zumindest hätte noch nie jemanden sagen hören das er etwas aus einer Tasche hinaus genommen hat.

* Cheesy, ich weiß, aber ich konnte einfach nicht widerstehen...

Samstag, 7. Dezember 2013

Revolver / The Garden of Eve








Revolver, Marcus Sedgwick
(Orion, 2009)


1910. Eine Hütte nördlich des Arktischen Kreis. Der fünfzehnjährige Sig Andersson ist allein. Allein, mit Ausnahme des Körpers seines Vaters, welcher früher am Tag verstarb nach dem er durch eine dünne Schicht im Eis in den See gefallen ist. Seine Schwester, Anna, und Stiefmutter, Nadya, sind in die Stadt aufgebrochen, um Hilfe zu holen. Dann Klopft es an der Tür. Es ist ein Mann. Einen unterm Mantel hervorlugenden Griff eines Revolvers an der Hüfte und einen üblen Blick in den Augen. Sig hat ihn nie zuvor gesehen, doch Wolff behauptet er habe noch unerledigte Geschäfte mit seinem Vater. Als Sig langsam die üble Wahrheit erfährt, über Wolffs Verbindung zu seinem Vater, findet er seine Gedanken hingezogen zu einer Box, versteckt auf einem Regal im Vorratsraum, welche seines Vaters wertvollsten Besitz enthält - einen Revolver.
Als Anna allein zurückkehrt, und Wolff näher kommt, fokussiert sich Sigs Wahl. Soll er die Waffe benutzen oder nicht?

Als mir Revolver von Sedgwick zum ersten mal (im Netz) begegnete, haben mich zwei Dinge spontan angesprochen - und tun es noch: Das Cover der Taschenbuchausgabe, siehe oben, und die Inhaltsangabe, dito, welche mich unter anderem sofort an den Neil Young Klassiker Powder Finger erinnerte.

Die kammerspielartige Prämisse eines jungen Mannes der im einsamen Alaskawinter in einer Blockhütte Wacht hält über dem Leichnam seines Vaters, als plötzlich ein Fremder aus der Kälte auftaucht mit einer offenen Rechnung, die er mit dem Toten zu begleichen sucht - das klingt, für mich, wie der perfekte Stoff fürs Kopfkino.

Und tatsächlich kann man Sedgwick nur wenig Vorwürfe machen, die Geschichte ist elegant erzählt und geschickt ausgefeilt, so dass zum Ende hin tatsächlich alle Elemente nahezu Reibungslos ineinander greifen.
Was also, mag man Fragen, wäre dann mein Vorwurf?
Offengestanden, liegt hier der Fehler wohl mehr, wenn nicht sogar gänzlich, bei mir, denn beim Autor. Tatsache ist dass das Buch aller Orten so mit Lob überschüttet wurde und Sedgwicks Prosa in solch glühenden Worten gelobt wurde, dass ich zum einen einfach sehr viel höhere Erwartung daran hatte, als "nur" einen gelungenen Abenteuer-/Kriminalroman für junge Leser zu bekommen. Zum anderen störte mich wie der Autor zur Einleitung des Showdown im Buch Schwester Anna in die typische "Damsel in Distress" Rolle drängt - obwohl natürlich diese Entwicklung im Kern schon in der Inhaltsangabe vorweggenommen wird. Auch gestaltet sich Revolver keineswegs wie angenommen als Kammerspiel, das psychologische Duell, das der Fremde mit Sig, und später auch dessen Schwester, ausficht macht nur einen geringen Teil der Geschichte aus, den Löwenanteil bestreitet die in Rückblenden erzählte Vorgeschichte, die Vergangenheit zwischen Sig's verstorbenem Vater und dem Fremden. Auch die Psychologie der Charaktere ist nur von vordergründiger Bedeutung, ohne weitere Tiefe.
Ironischerweise fürchte ich trifft auf meine Einschätzung von  Revolver die an einer Kritik zu The Garden of Eve geäußerte Kritik zu - das es nicht fair ist ein Jugendbuch nach Maßstäben die man als Erwachsener stellt zu beurteilen.

Als Fazit gilt:
Revolver ist eine sich langsam aufbauende Geschichte, aber auf jeden Fall auch eine die, vor allem zum Ende hin, zu Fesseln vermag. Falsche Erwartungen meinerseits, und ein gefühlt unnötiges Trope* schmälerten aber meinen Lesegenuss.










The Garden of Eve, K. L. Going
(Houghton Mifflin Harcourt, 2007)


Unwillig zieht Evie nach dem Tod der Mutter mit ihrem Vater um ins ferne Beaumont, New York, wo dieser einen Apfelgarten erstanden hat, ungeachtet der Gerüchte das ein Fluch über der Stadt liegt und die Bäume dort schon seit Jahrzehnten keine Früchte mehr tragen. Evie hat den Glauben an Flüche und Märchen aufgegeben - wären Märchen real, würde ihre Mutter immer noch leben.
Aber in Beaumont gehen seltsame Dinge vor sich. Ein viel zu früher Winter hält die Stadt in eisernem Griff, die Bäume sehen abgestorben aus, und Evie trifft einen Jungen den niemand außer ihr selbst sieht, einen Jungen der sagt er sei ein toter. An ihrem elften Geburtstag erhält Evie ein seltsames Geschenk, eine Hinterlassenschaft des alten Besitzers der Apfelplantage - ein Samen älter noch als die Bäume dort, und genauso leblos. Als sie den Samen einpflanzt, erwächst daraus ein Apfelbaum der ein Tor in eine andere Welt birgt, eine Welt die nur Evie und der tote Junge sehen - oder betreten können.

The Garden of Eve war mir gänzlich unbekannt, als ich auf GoodReads mein Exemplar von Bridget Jones- Mad about the Boy zum Tausch anbot, und mir dafür Revolver ertauschte. Und als meine Tauschpartnerin mir, da Revolver so dünn ist, ein weiteres Buch zum aussuchen anbot und mich, wie bei Revolver, das Titelbild des Buchs auf anhieb faszinierte, genauso wie die ersten Seiten, welche ich daraufhin auf Amazon anlas, stand meine Wahl schnell fest. Auch hier verlockt die Inhaltsangabe zu Fehlannahmen, erwähnen doch nicht wenige Rezensenten ihre Enttäuschung darüber dass das magische Element in The garden of Eve nur eine untergeordnete Rolle spielt. Es ist tatsächlich so das jene andere Welt die Evie und ihr geheimnisvoller Freund entdecken, und die nur sie sehen können, auf wenigen Seiten abgehandelt wird und gleich wohl real im Kontext der Geschichte, im Kern nicht mehr darstellt als eine die einzelnen Storystränge vereinende Metapher.

Glücklicherweise entsprach The garden of Eve mit seiner leicht melancholisch erzählten Geschichte eines Mädchens das den Tod der Mutter, sowie den Rückzug des Vater verarbeiten muss, das in einer von einem Fluch beladenen Stadt auf einen Jungen trifft der sich als ein toter Vorstellt, so ganz den Erwartungen die ich darin gesetzt hatte.
Kunststück, ich bin eben immer noch in jener Phase meines Lebens in der man mit einer rührseligen Vater/Tochter Geschichte bei mir nicht viel Falsch machen kann.

Wer sich übrigens beim Titel The Garden of Eve an ein anderes Stück Jugend-Literatur erinnert fühlt, an Frances Hodgson Burnetts The secret garden, liegt damit nach meinem bescheidenen Empfinden gar nicht so weit daneben, kreisen doch beide Romane um ganz ähnliche Themen. Der Tod hier nur eines Elternteils, die sich zur Freundschaft entwickelnde Bekanntschaft zu einem geheimnisvollen Jungen, so wie die Geschichte des Vorbesitzers des fluchbeladenen Apfelgartens, der sich nach dem Verlust seiner Schwester von aller Welt zurück zog und eben nicht zuletzt der (Apfel-)Garten selbst - dass alles erinnert beim Lesen doch oft an den berühmten Klassiker. 
Titeloffensichtlich gibt es in dem Buch wohl auch Bezüge auf Christliche Mythologie und Ideologie, die mir allerdings, vom eben offensichtlichen, allerdings nicht weiter aufgefallen wären. K.L. Going ist ungeachtet möglicher persönlicher Lebensausrichtung mit ihrem Roman nicht daran gelegen die (Lese-)Welt zu Missionieren.

Mein Fazit für K.L. Goings Roman:
Sie erzählt in einfachen, sympathischen Worten ein modernes, anrührendes Märchen.
Beleuchtet dabei über mehrere geschickt miteinander verwobene Erzählstränge unseren Umgang mit Trauer, dem Leben und der Familie. Ganz persönlich hat mich an dem Roman berührt wie nah uns K.L.Going auch die Trauer des Vaters bringt, obgleich wir ihrer nur durch Evies Beobachtungen teilhaft werden, mehr noch aber wie sie es schafft das man in jedem Satz in jeder Geste die ungeminderte Liebe dieses Vaters zu seiner Tochter zu spüren vermag, zumindest wann immer es ihr gelingt zu ihm vorzudringen.
Ein Jugendbuch welches auch Erwachsene zu begeistern vermag.


*Verwendet im Begriffssinn wie wir in unter anderem bei TV-Tropes finden.

Samstag, 1. Juni 2013

Final Cut kostenlos (eBook)

Bis Montag den 3.6. kann man bei bol.de/buch.de den Roman Final Cut von Veit Etzold kostenlos als eBook downloaden:


Inhalt:
 Ein Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen ganz Berlin in Angst und Schrecken. Hauptkommissarin Clara Vidalis und ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara Vidalis. Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.

Montag, 20. Mai 2013

Der Hypnotiseur kostenlos (eBook)

Noch bis zum 22.05. kann man auf der Media Markt seite Lars Kepler's Der Hypnotiseur kostenlos downloaden:



Inhalt:
 Vor den Toren Stockholms wird an einem Sportplatz die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Kurz darauf werden Frau und Tochter ebenso bestialisch getötet aufgefunden. Offenbar wollte der Täter die ganze Familie auslöschen. Doch der Sohn überlebt schwer verletzt. Als Kriminalkommissar Joona Linna erfährt, dass es ein weiteres Familienmitglied gibt, eine Schwester, wird ihm klar, dass er sie vor dem Mörder finden muss.Er setzt sich mit dem Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark in Verbindung. Er will, dass Bark den kaum ansprechbaren Jungen unter Hypnose verhört. Bark hatte sich jedoch wegen eines traumatischen Erlebnisses geschworen, niemals mehr zu hypnotisieren. Aber es geht hier um ein Menschenleben. Es gelingt ihm schließlich, den Jungen zum Sprechen zu bringen. Was er dabei erfährt, lässt ihm das Herz gefrieren ...

Donnerstag, 9. Mai 2013

Räuberbier kostenlos (eBook)

Nur heute kostenlos im Sony Reader Store:





Inhalt:
Hauptkommissar Reiner Palzki aus Schifferstadt wird von seinem Freund Ferdinand Jäger, der für die Eichbaum-Brauerei tätig ist, um Hilfe gebeten: Mehrfach mussten in den letzten Wochen große Mengen Bier wegen unerklärlicher Geschmacksveränderungen vernichtet werden.
Kurz darauf kommt es zu einem Todesfall in der Brauerei. Als auch noch ein Arzt ermordet wird, in dessen Wohnung mehrere Dosen Hopfenextrakt gefunden werden, schwant Palzki langsam, dass die Mannheimer Traditionsbrauerei in ernsthaften Schwierigkeiten steckt …

Samstag, 16. Februar 2013

Suffer the little children










Suffer the little children, Donna Leon
(Arrow books, 2008)


 Kurzinhalt:
Mitten in der Nacht wird Guido Brunetti in das Krankenhaus gerufen. Bei einem Einsatz der Carabineri wurde der Kinderarzt Gustave Pedrolli schwer verwundet.
Pedrolli wird vorgeworfen ein Baby illegal adoptiert zu haben, doch für Brunetti ist zuerst nur die Frage der Körperverletzung durch die Carabineri von Belang. Nach und nach jedoch lässt sich Brunetti, selbst Vater zweier Kinder, immer mehr in den Fall verwickeln, bis seine Ermittlungen schließlich zu einem noch tragischeren Vorfall führen.

 Zu Donna Leon muss ich vorab sagen dass sie nicht zu den Autoren gehört die ich von mir aus zur Hand genommen hätte, ich kenne zwar die TV-Adaptionen ihrer Romane, bin aber kein Fan. Suffer the little children hat mir meine Schwester dagelassen im Austausch gegen mein Headcase von Liza Cody.
Gemessen daran hat mich Donna Leon durchaus positiv überrascht, ich finde die TV-Serie etwas langatmig aber im Roman verleiht gerade das Element dass die Filme in meinen Augen eher bremst der Geschichten einen ganz eigenen Charme, nämlich Brunetti's angenehm gewöhnliches Familienleben. Keine Ehe-, oder Alkoholprobleme (obgleich bei Donna Leon viel und gerne Getrunken wird, und auch das Essen spielt eine große Rolle – Italienische Lebensart eben), keine Affären, Brunetti ist ein wundervoll ausgeglichener Gegenpol zu den üblichen gebrochenen Charakteren des Genres.
Ich habe mit Hochgenuss jede Zeile Aktion zwischen Brunetti und seiner Frau Paola gelesen, in diesen Momenten zeigt Donna Leon für mein Empfinden ihre wahre Stärke:
  He leaned forward to pick up the bottle, then decided against it and set it back on the table.
'I went to Verona with Signorina Elettra,' he said, surprising himself with the revelation. 'We were a couple desperate to have a child. I wanted to see if the clinic is involved with these adoptions.'
  'Did they believe you? At the clinic?' she asked, though to Brunetti the more important matter was whether the clinic was in fact involved in the false adoptions.
  'I think so,' he said, considering it better not to attempt to explain why this might be so.
  Paola shifted her feet on to the floor and sat up. She placed her glass on the table, then turned to Brunetti and picked a long dark hair from the front of his shirt. She let it drop to the carpet and got to her feet. Saying nothing, she went into the kitchen to prepare the rest of dinner.


Der Kriminalfall läuft dagegen eher ein wenig im Hintergrund ab und gerät im letzten Drittel dann auch irgendwie ins Stocken.
Zumal wenn Brunetti wiederholt darüber sinnt ob sich im Falle illegaler Adoptionen Recht und Gerechtigkeit unter einen Hut bringen lassen können, wenn das einzige Verbrechen Pedrollis in seiner Sehnsucht nach Vaterschaft lag. Ebenso wenig wie der Fall konnte mich die supporting cast überzeugen, die zwar sympathisch ist aber immer etwas blass bleibt, vielleicht müsste man hierfür die anderen Bücher kennen – immerhin ist Suffer the little children bereits Brunetti's sechzehnter Fall.

Auch die recht willkürlich wirkende Verwendung italienischer Begriffe hat mich beim Lesen eher gestört – ein cell phone muss man nicht telefonini nennen nur weil eine Geschichte in Italien spielt.

Als Fazit gilt für mich daher leider zu sagen, das wenn Suffer the little children wirklich, wie auf der Rückseite angepriesen, zu Donna Leon's bestem gehört, die Autorin trotz positiven Grundeindrucks es nicht Dauerhaft auf meine Leseliste schaffen wird.

Montag, 6. August 2012

The cat, the professor and the poison









The cat, the professor and the poison, by Leann Sweeney
(Obsidian, 2010)

Vieles von dem was ich zum ersten Band von mir gab gilt auch für den Zweiten: Das Cover ist immer noch zum herzen, wenn auch  nicht ganz so elegant gelöst im Hinblick auf die Story - aber das "Gesicht" der Scheune hat es mir wirklich angetan.

 Kurzinhalt:
Mit ihrem Katzen-Quilt Geschäft und ihren drei Katzen - Merlot, Chablis, und Syrah - hat Jillian Hart alle Hände voll zu tun. Das hält sie aber nicht von dem Versuch ab dem Mysterium der Milch Kuh, welche vom Hof einer Freundin ihrer Freundin verschwand, nachzugehen. Zu ihrer Überraschung führt die Spur der Kuh zu einem geheimen Versuchsfeld für fünfzig Katzen, und zu einem toten Körper ...
Nun hat Jillian eine noch größere Untersuchung an der Hand.

Das zweite Abenteuer von Leann Sweeney’s Heldin Jillian erinnert oft an den ersten Teil, es sind ja auch wieder die gleichen Charaktere mit von der Partie, nur mit neuen Verdächtigen im Spiel. Aber es ist nicht nur das, es wiederholen sich auch viele der altbekannten Situation, Jillian wird wieder eine jüngere Frau zur Seite gestellt an der sie ihre Muttergefühle, neben ihren Katzen, ausleben kann, und diesmal ist es sogar eine "richtige" Tochter - ihre Stieftochter, das Kind ihres verstorbenen Mannes. Auch Sicherheits-/Computerexperte, ex-Cop, Freund, Tom ist wider mit dabei, und ihre Beziehung zueinander entwickelt sich. Deputy Coroner Lydia ist immer noch eifersüchtig auf Jillian hält sich dieses mal aber mehr im Hintergrund, und hier liegt auch schon ein wenig mein Problem mit dem Roman - war Jillian im ersten Band noch eine quasi Auswärtige, wurde sie inzwischen in die Gemeinde aufgenommen, es fehlte mir da ein wenig die Reibung zwischen den agierenden Personen. Die immer mal wieder eingestreuten Katzenfacts wirkten diesmal teilweise mehr aufgesetzt, oder vielleicht sind sie mir auch nur einfach stärker aufgefallen, weil eben die Geschichte weniger Ablenkung bot.

Trotzdem gilt auch für The cat, the professor and the poison: Es ist eine empfehlenswerte feelgood Lektüre für Krimifreunde, aber vorrangig für Katzenfreunde und eben allen Fans des vorgängers. Denn auch wenn die Geschichte mich nicht immer ganz so sehr in ihren Bann gezogen hat, so hat es mir doch Freude bereitet, dieses "wiedersehen" mit Jillian, Candace und den Mercy-ites - und das ist doch worauf es ankommt.