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Donnerstag, 31. Dezember 2020

Weil's so tradition ist...

 ... der Jahresüberblick:

Man glaubt es kaum, doch auch das Covid Jahr 2020 hat dann doch zu einem Ende gefunden.

Lesetechnisch war auch '20 wieder ein Jahr mit den üblichen Verdächtigen: L. M. Montgomery (Anne of Ingleside), Mildred A. Wirt (u.a. Hoofbeats on the Turnpike) und Donna Alward (u.a. Merry Christmas, Darling).
Auf der Re-read Seite finden sich in diesem Jahr Gary Brandner mit Cat People, Buch zum '82er Remake des Klassikers aus '42, und D. F. Jones' Colossus, welche ich beide in diesem Jahr zum ersten Mal im Englischen Originaltext gelesen habe.



Dies waren meine Bücher des Jahres (gelesen in '20)


Krishna Udayasankars Geschichte um eine Geheimgesellschaft von Werlöwen, um Freundschaft, Liebe und Verrat, hielt alles was ich mir von ihr Versprochen habe. Eine Bollywoodreife, actionlastige Verfolgungsjagd führt hier den Hauptplot, unterbrochen von Rückblenden in die komplexe Vergangenheit des Helden.
Liest sich die Beschreibung auf der Buchrückseite noch ein wenig wie "Wolfen" ist die Geschichte selbst tatsächliche eine eigenständige Erzählung deren Dynamik sich eher mit dem ersten "Underworld" vergleichen lässt.

Leider ist nach wie vor keine deutsche Übersetzung für das Buch in Aussicht.


Weitere Lesehighlights in '20:
 

 Retreat geht in die fünfte Runde, und Stephen Knight übernimmt hier wieder die Geschichte. Dieses mal müssen unsere Lightfighters eine der direkt verantwortlichen Personen für das Virus aus einer belagerten Militärstation evakuieren. Solide geschriebene, und vom Luzifer Verlag ordentlich übersetzte Fortführung. Wisteria Witches ist meine Empfehlung an alle Cozy Fans, die Serie Bewegt sich im Schnittpunkt zwischen Eureka und Die Gilmore Girls und macht einfach verdammt viel Spaß. Die Vampirschwestern und Casandra Carper sind zwei der kostenlosen downloads welche die entsprechenden Verlage zur Erleichterung des Covid Lockdowns zur Verfügung stellten. Als absoluter Fan der Serie Das geheimnisvolle Kochbuch (auf Amazon, wer es noch nicht kennt unbeding anschauen!) bin ich an Casandra Carper natürlich nicht vorbeigekommen, von den Vampirschwestern wusste ich eigentlich nur das eine Verfilmung gibt (die noch nicht gesehen habe, was ich aber absolut nachholen werde). Outlaw, der Autorin Niamh Murphy ist eine lesbische jugendbuch Nacherzählung der Geschichte von Robin Hood und wie schon ihr Escape from Pirate Island ein Abenteuerroman im besten Sinne.
 

 

Die Enttäuschungen in '20:

Die klare Enttäuschung in diesem Jahr, das muss ich leider so sagen, war für mich Erin Morgensterns The Starless Sea. Eine Reihe interesanter Ideen verknüpft sich hier leider nicht zu einem durchgängigen Leseerlebnis und lässt einen am Ende etwas Ratlos zurück was man da eigentlich gerade gelesen hat ... 

Ein optisch wunderschön gestaltetes Buch, mit durchaus lesenswerten Passagen, welchem es aber nicht gelingt die Magie eines The Night Circus einzufangen:





Random Notes:

An dieser Stelle ersteinmal ein Herzliches Dankeschön an all die Verlage die uns in diesem Jahr mit kostenlosen Büchern durch Covid Lockdows geholfen haben und mir viele wundervolle neue Autor/innen nahegebracht haben.

Als da waren, unter anderem:

Oetinger; u.a. Kirsten Boie "Verflixt - Ein Nix!"
Carlsen; u.a. Ush Luhn "Ponyherz"
Bastei Lübbe; u.a. Mona Herbst "Cassandra Carpers fabelhaftes Café"
Loewe; Franziska Gehm "Die Vampirschwestern"
Ylva; u.a. JAE "Wicked Things"

Aber auch all den nicht direkt genannten Verlagen: Herzlichen Dank!

Auf twitter ended das Jahr mit viel Jubel um die aktuelle Netflix Verfilmung von Julia Quinns Bridgertons Reihe (muss man eventuell ein Romance Fan sein um mit diesem Namen etwas anfangen zu können), persönlich bin ich da weder hier noch dort, aber ein unerwarteter, doch keineswegs unerfreulicher Nebeneffekt dieser Verfilmung ist die damit eng verbundene Consent Diskussion, denn die Heldin hat dem Helden Sex während dieser nicht in der Lage ist seine Zustimmung oder Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. 
Bezeichnenderweise ist von den Üblichen "Und was ist mit Gewalt gegen Männer!" !111!! Trolls in diesen Diskussionen nichts zu Sehen oder zu Hören.


Statistik 2020:

Ein paar Zahlen hierzu:

Von den 65 Büchern die ich auf GR erfasst habe waren 5 reine Kurzgeschichten, der Rest verteilt sich in einem 40/20 Verhältnis auf eBook und Print.

12 dieser Bucher lassen sich dem Bereich Jugendbuch zuordnen. 

Genremäßig dominierte in diesem Jahr der klar Bereich (Urban) Fantasy und Liebesroman. Mit ein paar Krimis/Thriller dazwischen und etwas Science Fiction.

Mit einem Durchschnitt von nur 47 Seiten/Tag, liegt dieses Jahr wieder unter meinem üblicheren 50+ Seiten durchschnitt.

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Samstag, 17. Oktober 2020

Me, as an artist

 Ein kurzes Update zu meiner letzten Me, as an artist post:

 
Aufgrund der Menge an Material aus Weird Tales Tagen gab es dann noch ein Werewolf Tales 2.
 

Credits:
Model - MJ Ranum
Wolf - Dennis Matheson, PNG file ITSDura
Backdrop - Malleni Stock 
Font - Apocalypse Now, von Jens R. Ziehn
 
 
 
 
 
 
 
 
Niahm Murphy, eine Lieblingsautorin aus England (lest Outlaw!), hat auf ihrer Homepage eine zur Saison passende freie Kurzgeschichte im Angebot. Da ich ein großer Fan der klassischen Gothic Covers fühlte ich mich einfach berufen mich ein wenig an Fanart zu versuchen für The Black Hound:
 
 "An overbearing mansion, doom-laden warnings, and a werewolf in the desolate moors"
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Credits:
Model - Christie Williams by Cathleen Tarawhiti / Francesca Amy Maria
Wolf backdrop - Ylliny
Fonts - Middle Saxony Text / Olde English

Donnerstag, 15. Oktober 2020

tucking fypos

  Der Basteiverlag ist oft eine Fundgrube für Druckfehler. In Wolfsherz (Bastei, 1999) von Autor Wofgang Hohlbein trifft dies gehäuft auf das letzte Drittel des Romans zu. Zwei amüsante Beispiele:

 Was er roch, war nicht das Blut, das auf Spritzen aufgezogen und in kleinen  Plastikbeuteln aufbewahrt wurde, sondern warmes, pulsierendes, fließendes Blut. Das in einem Akt rasender Gewalt vergessen worden war.
S. 388
 Seine Beine und sein Rücken begannen unerträglich zu schmerzen, aber er ließ trotzdem nicht lecker, sondern versuchte im Gegenteil, seine Position so zu verändern, dass er noch ein bisschen mehr an Hebelwirkung aufbringen konnte! Irgend etwas mußte nachgeben: das Gitter oder sein Rückgrat.
S. 425

Donnerstag, 20. Februar 2020

Mit Campagnergläsern auf einem Tablett

 Das ich mit der deutschen Grammatik ziemlich auf Kriegsfuß stehe, ist ja kein Geheimnis.
Manche Dinge werden mir einfach nie eingehen. Zum Beispiel die Liebe des Deutschen zum Komma, welches gefühlt überall verwendet wird nur nicht dort wo es tatsächlich Sinn machen* würde.

 Den folgenden Satz musste ich mehrfach Lesen ehe sich mir das rechte Bild ergab:
"Vor dem Dinner hatte sie mit Champagnergläsern auf einem Tablett in der Orangerie gestanden, in einem schlichten schwarzen Kleid, das sich an ihren Körper schmiegte und jede üppige Rundung betonte."
 Vielleicht war es einfach noch zu früh am Morgen, aber es brauchte einen ganzen Moment ehe mir klar wurde das die Heldin nicht mit auf dem Tablett bei den Champagnergläsern stand... Zugegeben, das Bild von ihr zwischen gigantischen Champagnergläsern, welches sich mir beim Lesen aufdrängte, hatte schon auch etwas...

Aus:

Weihnachtszauber auf Italienisch
von Sharon Kendrick (Dt. Nicole Lachner)



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*Ich weiß, Dinge "machen" keinen Sinn, sie ergeben Sinn...
 

Samstag, 18. Januar 2020

tucking fypos

Manche Titel klingen so vielversprechend, bis man feststellt dass sich nur jemand verschrieben hat...  da war meine Freude dass Harlequin sich aufmacht andere Ufer zu ergründen leider verfrüht.

 Quelle: Harlequin.com

Dienstag, 31. Dezember 2019

Weil's so tradition ist...


... der Jahresüberblick:

Ja, auch dieses Jahr war *hüstel* eher wenig los auf dem blog. Würde ich die Zeit die ich auf twitter herumzuhängen pflege hier einfließen lassen... maja, macht sich vielleicht ganz gut als Neujahresvorsatz *hüstel*.

Lesetechnisch war '19 ein Jahr mit vielen altbekannten, wie L. M. Montgomery (Anne of Windy Poplars), Mildred A. Wirt (The Clock Strikes Thirteen) und Donna Alward (u.a. Falling for Mr Dark & Dangerous). Und Autoren die ich einige Zeit vernachlässig habe, allen voran den im Abenteuer SF Bereich überaus empfehlenswerten Philip E. High.
Auf der Re-read Seite finden sich in diesem Jahr Nancy A. Collins mit Sunglasses after Dark, einem extrem düsteren Vampirroman, und Erin Morgenstern The Night Circus welches auch beim zweiten Durchgang noch genauso Magisch wirkt.



Dies waren meine Bücher des Jahres (gelesen in '19)


The Snow Child, Eowyn Ivey, nimmt sich eines Russischen Märchens an und versetzt es nach Alaska, eine wunderschön Erzählte, traurige Geschichte.

The Collected Stories of Arthur C. Clarke, Clarkes gesammelte Kurzgeschichten variieren zwar in ihrer Qualität, doch schon allein weil man sich die Mühe gemacht hat alle Geschichten chronologisch zu sortieren, aber auch dafür das manches vom Altmeister der SF eben wirklich immernoch Zeitlos ist verdient die Sammlung ihren Platz hier.

All Creatures Great and Small, Der Doktor und das liebe Vieh, für uns Deutsche, die Vorlage für eine der charmantesten Englischen Serien. Eine einfach bezaubernde Erinnerung an "einfachere" Zeiten.




Weitere Lesehighlights in '19:
 

Der Luzifer Verlag taucht dieser Jahr noch Prominenter auf, über die Retreat Reihe glaubte ich schon Geschrieben zu haben, aber das war wohl ein Irrtum. Craig DiLouie gehört für mich zu den interessantesten Autoren im Bereich Zombies und Unterkategorien und seine Retreat Reihe ist eine Empfehlung an alle Fans von Garth Ennis Crossed Reihe.

Immortal, von Krishna Udayasankar, und Der Zehnte Heilige, von Daphne Niko waren positive Überraschungen im Abenteuer Bereich. Empfehlung an Fans von Indiana Jones/Tomb Raider orientierter Action, respektive für die Dan Brown Fans.

Victorine E. Lieske war ja schon im letzten Jahr bei meine Jahreshighlights vertreten, und auch der Rest der Accidentally Married Reihe konnte mich durchweg überzeugen. Clean Romance im Hollywood Style, mit viel Herz und Humor.

Robbergirl, von S.T. Gibson, ist die zweite Märchenneuerzählung in diesem Jahr. Diesesmal geht es um Hans Christian Andersens beliebtes Die Schneekönigin.
In dieser Version sucht Gerda nach ihrem Verschwundenen Bruder und verliebt sich in die Räubertochter...



Die Enttäuschungen in '19:

 Eindeutig David Foenkinos' Die Frau im Musée d'Orsay, leider, sein Nathalie Küsst hat mir seinerzeit noch besser gefallen.



Random Notes:

 Gleich zu beginn des Jahres bin ich über einen tweet von Autorin Rin Chupeco gestolpert der mir sehr gefallen hat:
Wish I could say there was something profound about my name, but my dad's favorite actress was Erin Gray, who was in the Buck Rogers TV series. I use Rin because the writing group I was in before getting rep had like five Erins (I've used "Rin" in previous communities before)
 Erinnert an ein Zitat welches in etwa lautet, "Wäre das Leben ein Roman, würden die Leute den Plot als unrealistisch bezeichnen."
In diesem Fall würden die Leser dem Autor vermutlich Faulheit bei der Namenswahl vorwerfen. :D


 Ebenfalls im Januar dieses Jahres habe ich Anne of Windy Poplars begonnen, und bin dabei auf die Passage gestossen welche den Namen der Book Smugglers inspiriert haben könnte:
 Aunt Chatty loves novels. She has a 'hidy-hole' where she keeps them...she smuggles them in from the town library...together with a pack of cards for solitaire and anything else she doesn't want Aunt Kate to see. It is in a chair seat which nobody but Aunt Chatty knows is more than a chair seat. She has shared the secret with me, because, I strongly suspect, she wants me to aid and abet her in the aforesaid smuggling.


 In der US-Buchwelt endet das Jahr gerade im Drama.
Die Romance Writers of America (RWA), der aktivste Zweckverbund des Genres, sorgt im Moment für viel Wirbel mit fragwürdigen Personalentscheidungen und noch fragwürdigerer moralischer Ausrichtung. Da kommt zur Zeit erheblich dreckige Wäsche ans Licht, wie die grundsatz Definition das Romance zwischen einem Mann und einer Frau stattfindet.
Die Ausgrenzung und/oder teils nur wenig verhüllte Anfeindung von LGBTQ+ Autoren sowie latenter und offener Rassimus innerhalb der Vereinigung werden gerade zum öffentlichen Thema.
Steht zu hoffen das dies nun zu offensichlich längst überfälligen, echten Veränderungen in die richtige Richtung führt.



Zitate 2019:

Apropos zum oben erwähnten:
"Writer, the middle word in Romance Writers of America, is a word without gender, a word without color or race, a word without sexual orientation, without creed."
- Nora Roberts



Statistik 2019:



 







 2020 wants:

 Da mir Immortal sehr gefallen hat, und sich der Plot zu Beast wie ein Indisches Wolfen (Whitley Strieber, 1978, dt: Wolfsbrut) anhört, habe ich mir Krishna Udayasankars neues Buch quasi als sehr spätes Weihnachtsgeschenk geordert. Mal sehen wann es ankommt.


Dienstag, 25. Juni 2019

Die Frau im Musée d'Orsay








Die Frau im Musée d'Orsay, David Foenkinos
(Penguin, 2019)


Inhalt:
Warum nur flieht Antoine Duris Hals über Kopf aus seinem bisherigen Leben? Er war Professor an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon und zieht nun nach Paris, um im Musée d'Orsay, wo die farbenfrohen Gemälde von Manet, Monet und Modigliani hängen, Wärter zu werden. Keiner kennt die Gründe für diesen plötzlichen Wandel, keiner weiß, wie sehr ihn das Schicksal seiner hochbegabten Studentin Camille mitgenommen hat. Erst als er Mathilde kennenlernt, findet Antoine einen Weg, sich der Freude, dem Genuss und der Liebe wieder hinzugeben …

Ein kluger, feinfühliger Roman, der vom Mut erzählt, dem Leben eine neue Wendung zu geben – und eine Liebesgeschichte voller Momente der Schönheit.
(Text: Random House)


David Foenkinos’ „Die Frau im Musée d’Orsay“ hat mich als Leser mit gemischten Gefühlen zurück gelassen.

Zum einen ist da die irreführende Beschreibung des Verlags welche von einer Liebesgeschichte spricht, welche in der Erzählung selbst nie Form annimmt.
Das andere ist der Ansatz den Foenkinos wählt um diese Geschichte zu Erzählen. Er eröffnet mit dem Kunstprofessor Antoine Duris, welcher überraschend seine Arbeit niederlegt um sich in eben jenem im Titel erwähnten Musée d’Orsay als Saalwächter zu bewerben.
Antoine, ein verschlossener Mann der nur ungern Kontakte knüpft und sich nur mit Widerwillen auf seine Kollegen einlässt, beginnt hier in einen einseitigen Dialog zu treten mit dem Gemälde der Madame Hébuterne.
Diese Eröffnung, so stellt es sich ab dem zweiten Teil der Geschichte heraus, steht tatsächlich am Ende einer Geschichte, bei der Antoine im Grunde nur eine Nebenfigur ist.
Letzter Betroffener der Auswirkungen eines grausamen Verbrechens, einer unausweichlichen Tragödie.
Als Leser fühlte ich mich hier vom Verlag und vom Autor auf das Glatteis geführt, gelockt mit dem Blick auf eine Geschichte, die nur am Rand der tragenden Ereignisse stattfindet.

Dass Foenkinos versucht sich über eine Randfigur einer furchtbaren Tat und deren Folgen anzunähern, steht für mich ebenso im Kontrast zur Tragweite des von ihm gewählten Themas, wie die Leichtigkeit der Sprache, welcher er sich bedient.

Was Foenkinos als Erzähler fehlt, die Fähigkeit den Leser am Geschehen zu beteiligen, anstatt ihm nur eine Rolle als Zuschauer zukommen zu lassen, der Autor bricht klar mit der oft zitierten Maxime des „Zeigen nicht Erzählen“, macht er durch feine Beobachtung der menschlichen Natur wett.
Mit amüsierter Distanz beobachtet der Autor die kleinen Rückschläge und Tragödien, die unumgängliche Problematik täglichen Miteinanders und die vielen Momente in denen Kommunikation untereinander fehlschlägt und zeigt den darin verborgenen Humor auf.
Foenkinos schreibt, zumeist, mit einem Lächeln.
Er entwirft eine Welt fehlbarer Menschen, die es im Grunde ihres Herzens dabei meist Gut meinen.

Im zweiten Teil der Erzählung führt uns Foenkinos zurück in die Vergangenheit, und demontiert das Bild, welches wir von Antoines Charakter bekommen haben. Er lässt Antoines moralische Integrität schwanken.
Und dann lässt Foenkinos, als Wende im dritten Teil der Erzählung, in diese Welt das Verbrechen eindringen.
Eine einzelne Tat, die nicht nur das Leben des Opfers unwiderruflich aus der Bahn wirft, sondern in weitere Folge irgendwann auch Antoine Duris erfasst.
Die Grausamkeit der beschriebenen Tat verstört, hat mich als Leser schockiert pausieren lassen. Mit Antoines Charakter in Frage gestellt, konfrontiert mit einem grausamen Verbrechen, befand sich für mich ab hier die von Foenkinos geschaffene Welt im freien Fall.

Das Bild des Verbrechens verfolgt einen, überschattet die Gesamtheit der Erzählung.
Das Foenkinos im vierten Teil dann zu einem überstürzt anmutenden Ende zu kommen sucht, trübt da den Leseeindruck noch zusätzlich, zum nun fast schon unständig wirkenden, augenzwinkernden Ton der Autor anschlägt.

Zu vieles an der Erzählung wirkt beim Blick zurück nur wie Fassade, zu wenig kümmert der Autor sich um das was er seinen Figuren angetan hat, streift die Tragweite des Verbrechens nur, lässt den Tod wie ein schreiberisches Gimmick wirken, welches den Bogen zwischen Anfang und Ende des Buches schlagen soll.

Wie gesagt, ein Werk das mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.
Sprachlich elegant ist Foenkinos ein guter Unterhalter, nur Inhaltlich ist er es in diesem Fall nicht, möchte es hoffentlich auch nicht sein.
Ich denke dass der Verlag hier seinen Lesern eine Warnung schuldet.


Mit Dank an den Verlag Penguin Deutschland der das Buch zur Verfügung gestellt hat,
und an LovelyBooks, sowie meine Mitleser, für die Leserunde.