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Sonntag, 23. August 2015

Bernie Wrightson's Frankenstein








Bernie Wrightson's Frankenstein, Mary W. Shelley (Buch), Bernie Wrightson (Illustration)
(Charles F. Miller, 1994)


Kurzinhalt:
  Bei seinem Unterfangen den Nordpol zu Erkunden* nimmt der im Packeis gefangene Kapitän Walton einen ungewöhnlichen Passagier an Bord. An der Grenze seiner Kräfte angelangt verbringt der Gast seine Genesung in der Kajüte des Kapitäns und erzählt ihm schließlich, zur Warnung vor allzu großem Forschungsehrgeiz, seine Geschichte.

 Bei dem Geretteten handelt es sich um den aus Genf stammenden Victor Frankenstein, den die Verfolgung einer persönlichen Nemesis bis in die Polregion getrieben hat. Bereits als junger Mann, so erzählt er, war er getrieben von einem unstillbaren Wissensdurst. Schon bald viel sein Interesse auf die historischen Forscher und Philosophen, Agrippa, Paracelcus und Magnus
  I read and studied the wild fancies of these writers with delight; they appeared to me treasures known to few besides myself.
  Der Isoliert aufwachsende Victor verliert sich bald in diesen Werken und zu spät erreicht ihn, nach eigenen Worten, die Warnung das deren Lehren als lange überholt gelten. Die Sehnsucht nach der Erkundung der Natur des Lebens ist geweckt in dem jungen Mann, sein Bestreben gilt dessen Geheimnisse zu erkunden und zu replizieren, Victor träumt von der Schaffung einer neuen, eigenen Rasse, perfekt in Gestalt und Wesen.

  Beim Studium in Ingolstadt stößt er bei Dr. Waldman auf die Lehren der Chemie und findet in diesen schließlich den gesuchten Schlüssel zur Verwirklichung seines Projekts. Es gelingt ihm einen von ihm selbst Geschaffenen Körper mit Leben zu erfüllen. Doch seines lebenden Werkes ansichtig, wendet sich der Schöpfer ab von seiner Kreatur und flieht zunächst in den Fieberwahn und dann zurück in die Heimat.

 Die von ihm geschaffene Kreatur findet auf sich selbst Gestellt ebenfalls den Weg in die Schweiz wo sich ihre Wege wieder mit denen ihres Schöpfers kreuzen. Durch eine glückliche Fügung der Sprache mächtig und zur Selbsterkenntnis gelangt fordert die Kreatur Frankenstein auf ihr zur Linderung ihrer Einsamkeit eine Partnerin zu erschaffen, oder droht ihm, sollte Frankenstein sich dem Verweigern, ihn und seine Familie Heimzusuchen.
Doch Frankenstein hat nun selbst Vorbehalt gegen eine neue Schöpfung:
 Had I right, for my own benefit, to inflict this curse upon everlasting generations? I had before been moved by the sophisms of the being I had created; I had been struck senseless by his fiendish threats; but now, for the first time, the wickedness of my promise burst upon me; I shuddered to think that future ages might curse me as their pest, whose selfishness had not hesitated to buy its own peace at the price, perhaps, of the existence of the whole human race.
 Letztendlich aber muss Frankenstein erkennen, dass was er in Gang gesetzt hat längst seiner Kontrolle entzogen ist und die Trägödie nun unaufhaltsam ihren Lauf nimmt.


 Der Titel des Buches Bernie Wrightson's ist Irreführend, denn Selbstverständlich ist es nach wie vor Mary Shelley's Frankenstein das uns hier vorliegt. Wrightson fertigte allerdings zu Shelleys Klassiker über mehrere Jahre hinweg eine Anzahl von klassischen Holzschnittillustrationen nachempfundene Zeichnungen an, von denen 46 Stück den Weg in dieses Buch gefunden haben (weitere wurden in einem Frankenstein Portfolio nachgedruckt bzw. als Trading Card Set veröffentlicht). Die hohe Papierqualität, man setzte auf einen für Bildbände üblichen kontraststarken Druck der Schrift und Illustrationen perfekt detailliert wiedergibt, sowie die ausgezeichnete Bindung sowohl bei meiner älteren Ausgabe wie der neuen Gebundenen Ausgabe aus dem Dark Horse Verlag, machen aber das Buch, Titel hin oder her, zu einer Zier für den Bücherschrank eines jeden Fans der Autorin sowie des Illustrators.
 Frankenstein kann in dieser Präsentation als Roman wie auch als Bildband überzeugen.
 Als schmerzlich empfinde ich nur die Entscheidung auf das originale Vorwort der Autorin zu verzichten und statt dessen auf ein Verkaufsträchtigeres Vorwort von Stephen King zu setzen und eine kurze Anmerkung zum Illustrator seitens Ron Marz, selbst ein bekannter Comiczeichner - man merkt der Verleger setzt hier verstärkt darauf auch eine Käuferschicht anzusprechen welche eventuell zuvorderst nichts mit dem Klassiker am Hut hat.
 Dies soll jedoch nicht Kings Vorwort abwerten, in welchem sich der Autor in gewohnt eloquentem Plauderton einsichtig über Shelleys Geschichte und deren Rezeption durch ein modernes Publikum äußert. Marz' Vorwort allerdings, welches eigentlich nur ein Schulterklopfen unter Kollegen darstellt, erscheint mir tatsächlich recht überflüssig, da dieser nichts erhellendes über Wrightsons Arbeit zu berichten weiß.

 Wer sich weiter von der Qualität der Verarbeitung überzeugen will, findet auf YouTube noch ein Flipthrough Video.


 Die Geschichte selbst mag jene die mit Frankenstein nicht vertraut sind oder bisher nur über eine der zahlreichen Verfilmungen kennen zunächst ungewöhnlich, nicht zu sagen zäh anmuten. Shelleys Geschichte ist ein eher ruhig dahinfließendes Drama, gezeichnet von den inneren Konflikten seiner Protagonisten, nämlich Victor und dessen Kreatur welche beide auf ihre Art unter dem unseligen Schöpfungsakt und ihrer eigenen Natur leiden.

 Dem modernen Leser wird vielleicht auch Shelleys zeittypischer Stil etwas Eingewöhnung abfordern
 The abrupt sides of vast mountains were before me; the icy wall of the glacier overhung me; a few shattered pines were scattered around; and the solemn silence of this glorious presence chamber of imperial Nature was broken only by the brawling waves or the fall of some vast fragment, the thunder sound of the avalanche or the cracking, reverberated along the mountains, of the accumulated ice, which, through the silent working of immutable laws, was ever and anon rent and torn, as if it had been but a plaything in their hands.
 Detaillierte Landschaftsbeschreibungen und Endlossätze wie dieser gehörten damals zum guten Ton. Auch über die vielen, die Geschichte oft über jede Glaubwürdigkeit hinaus streckenden Zufälle welche diese nicht selten eher nahezu brechen denn vorantreiben, weiß King in seinem Vorwort zu sagen
 ... the book's creaky plot devices and eye-popping coincidences. Such coincidences were considered perfectly cricket in Mary Shelley's time, but today's writers are rarely allowed such latitudes (and they are latitudes--see if you don't agree after you read the part where the monster opens the bag and discovers, not someone's dirty underwear, not just any books, but the exact books he needs at the time).
 Ja es knirscht an allen Ecken und Enden - und doch entfaltet Shelley von der ersten Zeile an eine Faszination welche diesen Leser nach wie vor und immer wieder auf das Neue in ihren Bann zu ziehen vermag. Frankenstein das ist eine im Kern zeitlose Auseinandersetzung mit dem ewigen Problem der Wissenschaft, eine intelligent abgefasste Warnung vor unkontrolliertem Wissensdurst, vor einer Forschung die voranschreitend nur nach der Machbarkeit fragt und nicht nach Nutzen noch ethischer Vertretbarkeit.



Ein bisschen Filmtrivia:

 Daß in der Universaladaption (James Whale, 1931) aus Victor Frankenstein ein Henry Frankenstein wurde, ist oft und gerne zitiert, auch daß sein Vater durch das Script in den Stand eines Barons erhoben wurde dürfte weithin bekannt sein.
 Aber der Namensreigen ging tatsächlich noch ein Stück weiter.
 Victors langjähriger Freund, Henry Clerval hat im Film nicht nur den Vornamen mit dem Freund getauscht, er erhielt zudem den Nachnamen einer weiteren Charaktere aus dem Buch, Justine Moritz, welche im Film keinen Auftritt hat, und begegnet uns da nun als Victor Moritz (im Film Moris ausgesprochen).


* Shelley verfasste ihre, im Roman auf das 17. Jahrhundert datierte, Geschichte um 1816, knapp hundert Jahre vor der erfolgreichen Erreichung des Pols, als diese Region noch begehrtes Ziel wissenschaftlicher Forschungsexpeditionen war.

Montag, 17. August 2015

Cover Monday


 Cover Monday by the emotional life of books.

 Jetzt oder Nils, von Nikola Hotel hat mich sofort angesprochen einfach weil der Humor mit dem das Cover gestaltet wurde so ganz auf meiner Linie liegt.

 Elefanten beim Trapezakt in luftiger Höhe, das ist ein solch metaphernreiches Bild, das sich natürlich so ziemlich alles dahinter verbergen könnte, aber eines zumindest verspricht es, denke ich mir, das es witzig wird.

 Ob der schriftliche Humor der Autorin dann allerdings den Erwartungen gerecht werden kann, kann ich leider nicht beurteilen da Jetzt oder Nils sich in die lange Liste der Bücher einreiht die ich nicht gelesen habe - so viele Bücher, so wenig Zeit.







Klick auf das Cover führt zur Verlagseite

Dienstag, 4. August 2015

Alpha








Alpha, SM Reine
(Red Iris Books, 2015) 

War of the Alphas #3


 Der vierte und letzte Band der War of the Alphas Reihe, Pas, ist veröffentlicht und ich schulde immer noch einen kurzen Überblick über den dritten Teil, Alpha.

 Es ist nur schwer genau zu sagen was in Alpha eigentlich vor sich geht, nicht weil so wenig passiert, sondern weil es schwer fällt das ganze noch auf eine Linie zu bringen mit dem von wo aus wir gestartet sind. Ich bin versucht zu sagen dass wäre War of the Alphas eine Film-Reihe, es wäre Underworld, unglaublich stylisch in seiner Präsentation, super kurzweilige Unterhaltung, aber kaum Kohärenz.

 Oder um die Beschreibung für den ersten Underworld zu zitieren:
...all surface, no substance, filled with derivative, grand-scale action...


 Band zwei endete mit der Eröffnung zu welcher Art von Gestaltwandlern Deirdre gehört, und wie Drache Melchior könnte sie sehr wohl die einzige ihrer Art sein. Der unerwartete Verrat ihrer vermeintlich besten Freundin Niahm (ausgesprochen: Neve) steckt ihr noch schwer in den Knochen und ihre Loyalität zu Präsidentin Gresham ist zerbrechlicher denn je, zudem kämpft Deirdre gegen eine zunehmende Abhängigkeit von der Droge Lethe, welche ihr Everton Stark verabreichte um eine Verwandlung auszulösen.

 Stark scheint sein Interesse an Rylie völlig verloren zu haben und konzentriert sich stattdessen ganz auf die Verfolgung seiner Ex-Ehefrau, Rhiannon. Diese wiederum führt ihren eigenen Kampf gegen Feenkönigin Ofelia um den Thron des Winterhofs. Zu diesem Zweck hat sie die Himmlische Klinge, ein Artefakt aus dem Arsenal der zur Göttin aufgestiegenen Elise Kavanaugh an sich gebracht.

 Präsidentin Gresham hält an der Idee fest einen Wahlkampf zu veranstalten um den Posten des/der Alpha - die Führungsposition aller Paranormalen Wesen auf der Erde. Wenn es Rhiannon und Drache Melchior gelingen könnte diese Wahl an sich zu Reisen, würde dies eine Revolution im Feenreich ermöglichen und Rhiannon der Thron zufallen, dadurch würde sie die Fähigkeit erhalten Feenmagie anzuwenden obgleich ihr dies als sterbliche Hexe unmöglich sein sollte. 

 Die junge Marion, welche aufgrund ihrer außergewöhnlichen Abstammung von einem Engel und einer Sterblichen eine überaus mächtige Magierin ist, wurde jedoch damit beauftragt eine Manipulation der Wahl durch die beteiligten Fraktionen unmöglich zu machen.

 Deirdre, welche sich mit Rylie
darüber uneins ist welche Rolle die Gemeinschaft der Gestaltwandler in der neuen Weltordnung zusteht, hat es sich in den Kopf gesetzt dafür zu sorgen das Everton Stark sich an der Wahl beteiligt, mit oder ohne seine Zustimmung, ungeachtet der Tatsache das sich gegen Starks Willen zu stellen einer guter Weg ist um dem eigenen Leben ein abruptes Ende zu setzen.

 Doch nicht nur Everton gefällt die Idee seiner Teilnahme an einem Wahlkampf nicht, auch Rhiannon ist entschlossen diesen Plan zu vereiteln und schreckt zu diesem Zwecke auch nicht davor zurück ein Wesen auf Deirdre anzusetzen dessen unstillbarer Hunger auch für das Feenreich den Untergang bedeuten könnte.

 Im Legendären Succubus Nachtclub Original Sin kommt es schließlich zu einer erneuten Konfrontation mit Rhiannons Liebhaber Melchior und zum Entscheidungskampf um die Zukunft des Throns.


 Autorin SM Reine liefert wie gewohnt flüssig zu lesende Unterhaltung, brennt ein wahres Feuerwerk an Ideen ab und ... lässt einen mit vielen Fragezeichen zurück wohin sich diese Geschichte wohl noch bewegen wird.
Für Fans lesenswert müsste ich spätestens an diesem Punkt allen anderen davon abraten. Alpha lebt voll und ganz von seiner Platzierung im Reineversum, als einem Punkt an dem nun alle Stränge der einzelnen Reihen sich auf die eine oder andere Weise bündeln, was zu vielen, teil nur namentlichen, Gastauftritten altbekannter Gesichter führt. 

Wer nur War of the Alphas liest wird sich verloren fühlen, zu recht das Gefühl haben nur die Hälfte einer Geschichte zu Lesen zu bekommen welche nur bedingt logischen Sinn macht.

Sonntag, 2. August 2015

tucking fypos


 Wenn bei Christopher Ross' Mein Beschützer, der Wolf (Weltbild, 2010) der Hinweis auf eine multiple Persönlichkeitsstörung anklingt (ebook, ca. S.44), dann lag das mit sicherheit nicht in der Absicht des Schreibers:

 Und obwohl sie sich noch vor wenigen Stunden mit jeder Faser ihrer Körper gegen eine Beziehung mit einem Mann gewehrt hätte, hoffte sie schon jetzt, dass Mike sein Versprechen wahr machen und sie in Porcupine besuchen würde.

Samstag, 25. Juli 2015

Dankespost

 Vor dem eifrig heraneilenden Monatsende noch schnell eine Dankespost / Random Note verfasst.

 Der lieben Julia von Büchermeer  zum Dank ist heute Bastian Sicks Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bei mir eingezogen. Ein Buch das schon seit längerem auf meiner Wunschliste stand.



 Wie wohl jedem geneigten Leser meiner Zeilen zweifelsfrei auffallen wird, stehe ich mit der deutschen Sprache praktisch, wenn auch nicht faktisch*, auf dem Kriegsfuß. Nach dem Lesen des ersten Kapitels muss ich allerdings konstatieren das dies sich wohl auch nicht so schnell ändern lässt, denn trotz der dem Kapitel angehängten Erklärung in Tabellenform, stehe ich weiterhin vor einem Rätsel was Dativ und Genitiv angeht. Nur so viel scheint klar, der Dativ datiert nicht und der Genitiv weist keinen Genus aus**.
 Im Gegenteil, aus Sicks Wiedergabe deutscher Sprachregeln erschließt sich für mich nicht vernünftig warum im Falle eines bekleideten*** Hauptwortes zum Beispiel das unnötig komplizierte "Wegen kompletten Umbaus" (mal ehrlich, so spricht doch kein Mensch) anzuführen sei, was genau spräche denn gegen ein flüssig von der Zunge rollendes "Wegen komplett Umbau" oder "Wegen komplettem Umbau" (wahrscheinlich so eine deutsch typische des/dem Kiste).


*    Was schlechterdings unmöglich wäre.
**  Wiki erweist sich hier tatsächlich als hilfreich, zeigt es sich doch das sowohl der Dativ datiert als auch der Genitiv mit dem Genus zu tun hat. Als nicht Lateiner der von sich angeben wollte zumindest über eine gute Grundkenntnis der englischen Sprache zu verfügen, finde ich es an solchen Stellen immer etwas amüsant wenn man sich im Deutschen über Anglizismen echauffiert, die Latinismen aber einfach als gegeben annimmt.
*** Auch die sich in diesem Zusammenhang sofort aufdränge Frage, was tragt Hauptwort in der Saison und zu welchem Anlass, wird leider nicht eruiert.

Montag, 20. Juli 2015

Cover Monday


Cover Monday by the emotional life of books.

 Die Anita Blake - Vampire Hunter Serie der Autorin Laurell K. Hamilton spaltet die Fans, da gibt es jene die den alten Tagen nachtrauern, in denen es noch eine unterhaltend blutrünstige Pulp Serie mit etwas Sex und einer urkatholischen Heldin war, und jene die der Serie auch heute noch die Treue halten, nachdem sich die Autorin entschied das sie ihrer Heldin eigentlich doch nur pornographische Sexszenen mit möglichst vielen Partnern auf den Leib schreiben will.
Unser katholisches Mädchen ist weit gekommen.

 Persönlich gehöre ich, wie man wohl unschwer erkennen kann zur ersten Gruppe, welche nahezu alle um Band acht oder neun das Schiff verlassen haben. Aber es ist nicht nur der Stilwechsel der Autorin der mich immer wieder Traurig stimmt, wenn ich die neuen Bände betrachte, ich vermisse auch das original Coverdesign welches so wunderbar treffend auf den comicartigen Pulpstil der Geschichten einstimmte.




Klick auf das Cover führt zur Autorenwebseite

Montag, 6. Juli 2015

Beta








Beta, SM Reine
(Red Iris Books, 2015)

War of the Alphas #2
 
Kurzinhalt:
 Deirdre Tombs hat die meiste Zeit ihres Lebens als die schwächste unter den Gestaltwandlern verbracht - als Omega welche ihre Gestalt nicht wandeln kann. Nun hat der Terrorist Everton Stark, in dessen Reihen sie sich auf Kommando der Präsidentin, Rylie Gresham, eingeschlichen hat Sie zu seiner Beta gemacht. Everton möchte sie an seiner Seite haben wen er das Office of Pretenatural Affairs besiegt, Präsidentin Gresham tötet und Alpha wird über alle Gestaltwandler.
 Die Feen des Winter Hofs haben ein Angebot welches Starks Machtübernahme erleichtern wird. Sie wissen wo sich ein verfluchtes Schwert befindet, mit dem sich alles Töten lässt, und sie sind bereit ihm die Koordinaten zu geben... gegen einen Preis.
 Deirdre ist die einzige die Stark aufhalten kann - falls sie es will. Doch so brutal Stark auch sein mag, er ist auch der einzige der Deirdre geben kann wonach ihr verlangt. Rache.
 Und Deirdre weiß längst nicht mehr zu sagen wem ihre Loyalität gehört.


* Achtung, enthält Spoiler für Omega (und mögliche Spoiler für Beta) *

 In Folge seines misslungenen Angriff auf Präsidentin Rylie Gresham, dringt Everton Stark in einem Wechsel seiner Pläne in eine OPA Haftanstalt ein um die übernatürlichen Insassen zu befreien. Diese Eröffnung bietet Gelegenheit uns wieder daran zu erinnern wer in dieser Welt die Bösen sind. Trotz der Tatsache das die OPA nun als ausführender Gesetzesarm unter der Regierung von Rylie Gresham arbeiten um die Übernatürliche Bevölkerung unter Kontrolle zu halten, sind diese nach wie vor genauso Vorurteilbehaftet und Unmenschlich bei der Sache als je zuvor. Man könnte fast für Everton Stark und seine Sache sein, fast.
 Everton Stark noch hasserfüllter und wahnsinniger in seinen Aktionen denn je, kommandiert jene die ihm Folgen mit unerbittlicher Härte und Gewalt.
 Trotzdem, Rylies involvierung mit der OPA und deren Methoden bedeutet übles für ihre Präsidentschaft, ganz zu Schweigen davon das es ihre persönliche Ethik in Frage stellt.
Starks Aufdeckung dessen was hinter geschlossenen OPA Wänden vor sich geht ist geeignet die Volksmeinung gegen die amtierende Präsidentin, hin zu Stark zu richten. Ein delikates politisches Klima in dem Rylie sich zu einem gefährlichen Schritt verleiten lässt.
 Zwischenzeitlich ist Stark dabei einen Handel zu schließen mit den Dunkelfeen des Winter Hofs, ein Handel in dem Deirdre zur Schlüsselfigur wird um ein legendäres Schwert in seine Hände zu bekommen.
 Deirdre, noch immer Traumatisiert vom Tod ihres früheren Partners und beinahe Liebhaber Gage, schwankt zwischen einem Glauben an Rylies Ideal eines friedvollen miteinander zwischen der übernatürlichen und gewöhnlichen Bevölkerung, und Starks Vision einer Zukunft für die übernatürliche Gemeinde, in der sie nicht länger überwacht werden und jeder frei seinen Instinkten folgen kann, seien sie auch noch so mörderisch.
Obgleich noch keiner von beiden Deirdre mit einer Antwort auf ihre brennende Frage dienen konnte, Was bin ich?, offeriert der letztere dem Mädchen das die Grausamkeit der OPA am eigenen Leib erfahren dürfte zumindest die Chance Rache zu nehmen.

 Das Omega Leseerlebnis litt unter der Tatsache das die Geschichte zu eng noch verknüpft war mit den Ereignissen aus Ascension. Beta liest sich hier etwas leichter, nötigt einem weniger Vorkenntnisse ab.
 Zum Plot hingegen.
 Nun, ich habe ja bereits zu Omega gesagt das es mich an einen Superheldencomic erinnert, und in Beta setzt sich dieser Eindruck konsequent fort. Weniger konsequent fortgesetzt ist der Plot in diesem Band, Stark scheint komplett Vergessen zu haben das er vor kurzem noch eine persönliche Fehde mit Präsidentin Rylie Gresham geführt hat, aufgrund deren verwicklung um die Ereignisse die zu Genesis führten. Plötzlich dreht sich statt dessen scheinbar alles nur noch um Starks verschwundene Frau in einem Plottwist der nicht sonderlich zufrieden stellend ausgeführt wird. Es ist, wie gesagt, wie im Comic - plötzlich tauchen Wendungen (und Charaktere) aus dem Nichts auf, und so manche Lösung erscheint einem zu bequem, beziehungsweise lassen sie einen ein fassungsloses "Echt jetzt?" in den Raum werfen.

 Wiedereinmal müssen wir uns Fragen ob die Alpha und ihr Gefährte je etwas von Sicherheit und Geheimhaltung gehört haben, oder auch nur simplem gesunden Menschenverstand. Trotzdem würde ich fehl gehen nicht zuzugeben das dies Teil von Rylies anhaltendem Charme für mich ist, selbst in ihren Mittdreißigern, als Inhaberin des wohl mächtigsten Amts in der neuen Weltordnung, ist sie immer noch das selbe naive Mädchen welches es vorzieht an das Beste in den Menschen zu Glauben. 
 Keine Sorge, wenn sie es vorziehen das ihre Heldin eher geneigt ist ihnen die Gurgel durchzuschneiden statt sie zu Umarmen, dann ist Deirdre Tombs ihre Frau.

 Ohne jetzt zuviel preiszugeben, Deirdre tut das was Rylie nicht tun kann oder will, sieht bezieht Stellung und es könnte nicht auf Seiten der Präsidentin sein. Natürlich gibt es unerwarteten Verrat, und wir erfahren endlich was Deirdres wahre Natur ist. Wir erfahren auch das Stark wohl einen Maulwurf hat, in Rylies Zuflucht. Was die Frage aufwirft, wie viel weiß Stark wirklich über Deirdres Beziehung zu Rylie?

 Begnügen wir uns damit zu sagen das Beta mit ausreichend wechselnden Verbündeten, neuen Feinden und Charakteroffenbarungen endet um einen, nun, darauf brennen zu lassen Alpha zu lesen.

 Es ist eine Geschichte welche Fans lieben werden wegen all der familiären Gesichter und den vielen Hinweisen auf vergangene Freunde. Für Neueinsteiger fürchte ich wird es ein ebenso unbefriedigendes Leseerlebnis wie auch schon Omega, denn der Plot ist Papierdünn und noch mehr auf Seifen-Oper ausgerichtet denn zuvor.
Sollte man aber sich mit einer etwas simplen Abenteuer Geschichte anfreunden können, welche trotz untertönen an männliche Gewalt nur sorgenfreie Unterhaltung im Sinn hat, dann kommt man hier wieder auf seine Kosten.

Ich für meinen Teil, habe es sehr gerne gelesen.
Ich mag es mich in dieser Welt zu verlieren, und genieße jeden Augenblick den ich mit Rylie verbringen kann.