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Samstag, 29. April 2017

Bloggerbrunch: Liebesromane

Der bloggerbrunch wird veranstaltet von Der Duft von Büchern und Kaffee und Meine Welt voller Welten.


14:00 Uhr - Liest du gerne Liebesromane oder ist das eher nichts für dich? Verrate uns doch, was du daran so gerne magst bzw. was dich daran stört. Überzeugt dich der Bad Boy, vielleicht sogar ein Nerd? Ist dir möglicherweise eine toughe Protagonistin wichtig? Oder hängen dir beispielsweise Dreiecksbeziehungen bereits aus dem Halse heraus? Erzähl uns von deinen Top und No-Gos in Liebesromanen.

Ich lese grundsätzlich sehr gerne Liebesromane wenn diese nicht zu sehr in die Erotikecke abrutschen.
Was ich daran mag:
Ich bin, wie vermutlich (hoffentlich) fast jeder Mensch gerne Verliebt – Aromantiker ausgenommen. 
Ich vergleiche gerne meine persönliche Erfahrung/Vorstellung/Erlebnisse mit denen anderer.
Ich lese gerne Liebesgeschichten mit Softies in der Hauptrolle, oder über Männer und Frauen die um eine verlorene Liebe trauern, sich ihr vertrauen in die Liebe wieder erarbeiten müssen und vor allem natürlich über diese magische erste Liebe die eine für den Rest des Lebens zeichnet.

Was mich daran stört:
Wie oben angedeutet, das in Liebesromanen / Romanzen das Erleben so oft auf reine körperliche Anziehung heruntergebrochen wird. Sex ist eine Sache die ich nicht wirklich verstehe, und es fällt mir schwer mich in Charaktere die einen zu großen Schwerpunkt darauf legen hineinzuversetzen. Beziehungsweise stört mich das für viele Autoren die körperliche Anziehung Start und Endpunkt darzustellen scheint. Der Typ ist heiß, er findet sie heiß und das ist alles das wir scheinbar wissen müssen – ihre ganze Beziehung angelt um dieses eine Erlebnis und am Ende des Romans wissen wir von den beiden nicht mehr als sie voneinander – und das soll Romantik sein? Schlimmer noch, soll das tatsächlich Liebe widerspiegeln?
Es würde natürlich erklären warum jede dritte Ehe geschieden wird und vom Rest auch nicht alle glücklich miteinander sind.
Ich hasse diese arroganten, nur um sich selbst kreisenden Alpha Typen die dieses Genre vorwiegend zu bevölkern scheinen – der Nalini Singh Titel „Mine to possess“ erscheint mir oft geradezu Synonym für das Genre zu stehen. Es geht zu oft nicht um Liebe oder Partnerschaft, es geht um Besitzanspruch.
Ich muss da gelegentlich an einen seltendämlichen Spruch denken (*pardon*) den ich in meiner Jugend einst von einem Mädchen zu hören bekam: „Wer nicht Eifersüchtig ist, der Liebt auch nicht.“
Genau das entspricht nicht meiner Erfahrung, wenn ich jemanden Liebe, dann möchte ich diese Person glücklich sehen, und wenn sie das nicht an meiner Seite sein kann lasse ich sie doch lieber gehen als sie zu binden zu versuchen – wo also fände Eifersucht da einen berechtigten Platz?

No-gos:
Gewalt / Gewaltandrohung / Einschüchterung gegen den Partner, wenn es in irgendeiner Weise als lässlich/normal dargestellt wird, ist ganz klar ein No-go.
Grundsätzlich Charaktere die einander hintergehen, lügen, betrügen, sich wehtun und dann immer noch beteuern zu Lieben... sorry, aber nein, muss für mich nicht sein.

(<- Merkt man’s eigentlich sehr das ich mich gerade mal wieder eher etwas verraten fühle von diesem spezielle Genre? :D)



14:30 Uhr -Nenne uns deine derzeitigen Liebesbuchfavoriten. (Bis zu maximal 3) Warum magst du die Liebesgeschichte in diesen Romanen so gerne? Was war für dich daran so besonders?

Mit Gut gegen Nordwind bin ich ganz bei dir, eine clevere, romantische Sprache und ja, hach, einfach zum Verlieben geschrieben... ich würde noch hinzufügen:

Annie on my mind, Nancy Garden. Das drücke ich den Leuten hier auf meinem blog in schöner Regelmäßigkeit auf das Auge. Einfach weil Nancy dieses Gefühl jungverliebt zu sein so perfekt einfängt und eine wunderbar süße (Lesbische-) Liebesgeschichte erzählt, mit sehr zurückgenommenem Drama.

Donna Alwards Somebody like you habe ich jüngst sehr gerne gelesen und hat mich mit genau diesem positiven Glücksgefühl zurückgelassen das eine Romanze in einem wecken sollte – obwohl Aiden Gallagher genau der Typ ist den ich gefressen habe, arrogant und selbstgefällig, und wir über seine „Liebe“ kaum sehr viel mehr erfahren als dass er scharf auf die Heldin ist, und er in seiner Jugend ihr gegenüber ein Arschloch war.

Im November, von Sarah Anne Cole (jetzt: Nicole Stoye) ist ein etwas älterer Indie den ich in sehr guter Erinnerung habe. Sprachlich nicht ganz so fesselnd und durch die Entscheidung im Präsens zu erzählen nicht voll auf meiner Linie, aber eine sehr schöne, sehr gefühlvoll erzählte Liebesgeschichte.



15:00 Uhr - Mit Liebesromanen haben wir uns heute eine besondere Genre für euch ausgesucht. Verrate uns doch, ob du reine Liebesgeschichten bevorzugst oder dich eher ein Genremix begeistern kann. Was fasziniert dich an einer reinen Liebesgeschichte? Oder mit welcher Genre hast du den Romanze-Anteil am liebsten gemischt? (Bsp. Romance und Fantasy, Romance und Thriller,...) Liest du vielleicht sogar hauptsächlich andere Genres und entdeckst die Liebesgeschichte gern eher als Nebengeschichte?

Ich bin da flexibel, solange die Liebesgeschichte (für mich) glaubwürdig ist, darf es auch ein Genre-Mix sein. Mystery/Crime ist der Mix der für mich noch am besten funktioniert, liegt aber vielleicht auch nur daran das es mir spontan schwer fiele zum Beispiel eine Paranormal Romance zu nennen die nicht einfach nur auf der Erotik eben funktioniert.



15:30 Uhr - Stell dir vor, wir befinden uns mitten in der Planung für die nächste Buchverfilmung und unser Augenmerk liegt auf der Genre Liebesroman. Welches Buch würdest du gerne auf der Leinwand entdecken? Wie könntest du dir das Ganze vorstellen? (Hier kannst du gerne kreativ werden. Erzähl uns von Kulissen, möglichen Schauspielern im Cast oder sogar schon Filmmusik, die du gerne hättest. Hier habt ihr freie Hand)

Ich schätze das so einige Liebesromane die geschrieben für mich nicht funktioniert haben im Film, wenn die Charaktere ihres Innenlebens und ihrer für mich seltsam anmutenden, anfallartigen sexuellen Attraktion benommen sind, für mich besser funktionieren würden.
Donna Alwards Geschichten könnte ich mir sehr gut vorstellen in dieser zurückgenommen, bedächtigen Art in der auch die Nicholas Sparks Verfilmungen Arbeiten – nur mit weniger Drama eben, weil bei Donna die Leute eher nicht zu Sterben pflegen am Ende. 

Freitag, 28. April 2017

Erotik und Gewaltphantasien

 Ein bisschen Freitagsaufreger so kurz vor dem WE.

Dass ich persönlich mich mit für eine Trigger-Warnung bei Romanen ausspreche ist vermutlich kein Geheimnis - falls doch:  Da steht es nun!

 Bereits bei diesem dubiosen New Adult Label hatte ich schon immer das Gefühl das hier einfach nur Re-Marketing betrieben wird, Erotikromane in neuem Gewand mit gesellschaftsfähigerem Namen eben. Und da für das junge Publikum alles möglichst Edgy sein muss ist in diesen Romanen die ganze Palette sexuellen Missbrauchs und/oder sexualisierter Gewalt vertreten, von Intimidation bis zur Vergewaltigung, und wird zunehmend romantisiert dargestellt - das erinnert unangenehm an den früheren Romance Markt und seine Bodice Rippers.

 Und nun bekommen wir noch das Romantisch umschriebene Dark Romance als Label vorgesetzt; zugegeben, im Kern, wenn man erst einmal verinnerlicht hat das gefühlte 80% der Romance tatsächlich Erotik Romane in anderer Verpackung sind - kann man schon ahnen was sich hinter Dark Romance verbirgt.
Nichts gutes nämlich.

 Und so finden immer mehr Romane die sich mehr oder minder nur noch um "Sexy" Gewaltphantasien drehen ihren Weg in den Buchhandel, auch raus aus der Self-Publishing Schmuddelecke rein in Seriöse Verlage - oder was man bisher so dafür hielt, z.B. der Piper Verlag.

 Es geht nicht um die Frage, darf man Gewaltphantasien schreiben, oder veröffentlichen, es geht darum wie diese Vermarktet werden. Wie ein Deckmantel der Seriösität dafür gesucht wird der einem erlaubt diese Werke zu Verkaufen ohne potentielle Käufer abzuschrecken, auch sehr gezielt gerade an junge Leser über eine entsprechende Aufmachung.
Sprich, anstatt das man Romane einfach klar als Erwachsenen-Literatur kennzeichnet, und im Fall expliziter Darstellung sexualisierter Gewalt mit einer Warnung versieht, werden neue kunstvolle Label-Namen gesucht mit denen man das ganze schön verpacken kann.


 Kejas-Blogbuch stellt die Problematik ausführlicher vor (ich bemühe mich wann immer Möglich einen großen Bogen um solche Bücher zu machen):

Gewaltverherrlichung – Oder: die Buchwelt schockt uns!



 Noch kurz zurück zum Thema Trigger-Warnung:

 Hier geht's zum Wiki Artikel der das wichtigste dazu kurz zusammenfasst:
https://de.wikipedia.org/wiki/Triggerwarnung
 
  Die Diskussion darüber ob Romane mit Trigger-Warnungen versehen werden sollten habe ich im Netz schon an anderer Stelle geführt, ich denke bei GoodReads.
Seltsamerweise scheint das Hauptargument der Gegner nur darauf hinauszulaufen das

a) Sie sich dadurch bevormundet fühlen
b) Man eine verdeckte Zensur darin sieht

 Dazu lässt sich nur sagen, eine Warnung auf einem Buch ist genauso wenig "Bevormundung" wie wenn man Bücher mit Genre-Labels verkauft, oder fühlen sie sich davon gestört das auf Der Herr der Ringe fast immer ein Fantasy prangt?
Verdeckte Zensur ... nun das Argument mag am Umfeld gelegen haben, ich kenne kaum eine Ecke im Netz in der so schnell "Hilfe, Zensur!" geschrien wird, wie dort wo Amerikaner sich an der Diskussion beteiligen.

Ein extrem zynisches Argument auf das man leider auch stößt lautet grob:
"Weshalb eine Trigger Warnung? Müssen es ja nicht Lesen wenn sie es nicht vertragen."
Ich kann nur hoffen das dieses Argument lediglich aus Ignoranz derjenigen herrührt, welche keine Traumaerfahrungen im Leben gemacht haben und nicht nachvollziehen können worum es geht - das spricht nicht gerade für die Empathifähigkeit dieser Personen, lässt mich aber ruhiger schlafen als die möglichen Alternativen dazu.

Mittwoch, 26. April 2017

The Jane Austen Book Club








The Jane Austen Book Club, Karen Joy Fowler
(Penguin, 2006)


 Fünf Frauen und ein Mann treffen sich sechs Monate lang, um über die Romane von Jane Austen zu diskutieren. Doch was dabei ans Licht kommt, sind weniger die verschiedenen Aspekte von „Stolz und Vorurteil“ als die Wünsche und Sehnsüchte der Teilnehmer selbst. Während der Jane Austen Club sich trifft, werden Ehen getestet, zarte Bande gesponnen und Tragödien gemeistert. Und die Liebe bahnt sich am Ende durch alle Wirrnisse ihren Weg …



 „Very funny“ verspricht das Daily Telegraph Zitat auf dem Einband.
Nach dem ersten Kapitel klappe ich die Seiten zu und frage mich, ob wir das selbe Buch gelesen haben. Nicht das Karen Joy Fowlers Roman nicht seine lough-out-loud witzigen Momente hätte.
‘Austen suggests that Udolpho is a dangerous book, because it makes people think life is an adventure,’ she said. ‘Catherine has fallen completely under its spell. But that’s not the kind of book that’s really dangerous to people. You might as well argue that Grigg here thinks we’re all extraterrestrials, just because he reads science-fiction.’
 Bernadette made a surprised coughing sound. We all turned to look at her, and she managed an unconvincing smile. She had that great gob of tape and paper clips on her glasses. Her legs were twisted up in her lap in some impossible yoga posture. All our suspicions were suddenly roused. She was fooling no one. She was far too bendable to be human.
 But why care? There was no one more benign than Bernadette.

 Und ja, ich muss zugeben das beim Schreiben dieser Zeilen, beim nachlesen einzelner Passagen, ich merke wie sehr mir die Charaktere doch allem zum Trotz an das Herz gewachsen sind, wie mich gewisse Passagen noch immer zum Schmunzeln bringen können. Aber das erste Kapitel setzt den Ton für etwas anderes als ein „Very funny“ – das erste Kapitel gehört Jocelyn’s Vergangeheit, und wie sie unbeschwert und unbekümmert die Avancen zweier junger Männer geniest, ohne sich deren Gefühle wirklich bewusst zu werden.
Und da sie keinem von beiden wehtun will, lädt sie beide auf einen Ball ein, was natürlich das genaue Gegenteil bewirkt.
 Auf diesem Ball begegnet Jocelyn auch ihrer heimlichen Liebe, der sie beschuldigt mit den Gefühlen der beiden gespielt zu haben, und der sich sexuell an ihr vergreift, wie er sagt um sie zu strafen... „Very funny“ indeed, not!
 Ein Buch das mit sexuellem Missbrauch eröffnet, steigt auf meiner Humorskala nicht wirklich hoch.

 Dass diese Vergangenheit Jocelyn’s nur wenig bis gar nichts mit dem Rest des Buches zu tun hat, macht es nicht besser. Es ist schwer zu erraten warum die Autorin diese Passage einbringt. Um zu erklären warum Jocelyn, die Hundefrau, ein Kontrollfreak geworden ist?
Warum sie eine streng matriarchalisch organisierte Hunderasse züchtet?
Weshalb sie lieber im Liebesleben anderer herumpfuscht als sich ein eigenes Aufzubauen?

 Dieses Problem allerdings zieht sich durch die ganze Erzählung. Für jedes Buch das der Buchklub liest, in jedem Monat, gibt es ein eigenes Kapitel. Dieses Kapitel kreist zentral um die aktuelle Gastgeberin, oder den Gastgeber für den Buchklub. Im Grunde sind es sechs weitgehend unabhängig von einander existierende Vignetten die sich nur angelegentlich berühren und dabei eher beiläufig zu einer Geschichte fügen.

 Anstrengend, „Emotionally exhaustive“ waren die Zitate die mir so durch den Kopf gingen beim Lesen. Anstrengend, weil Fowler auf eine stringente Erzählweise verzichtet, in Zeitlichem vor und zurück erfahren wir wie sich die Mitglieder des Buchklubs untereinander kennengelernt haben, und dazwischen bekommen wir Einblick in ihre respektive Vergangenheit, die Autorin fordert eine menge Geduld von uns ein, ohne das wir viel dafür bekämen. Emotional Anstrengend ist dabei die Erzählerin, die sich nie zu erkennen gibt, in einem pluralen „Wir“ spricht wenn es um die Gruppe geht, aber nie das singulare „Ich“ benutzt – im letzten Kapitel scheint es mit allerdings recht deutlich das Jocelyn die Erzählerin ist. Der Narrativ ist eher zynisch gehalten, oft beißend so. Manchmal scheint es das unsere Erzählerin Männern nicht traut, sie heimlich verdächtigt Frauen zu verachten, auch wenn sie, mit dieser einen gravierenden Ausnahme, nie so handeln, und die Frauen verachten vice versa die Männer. Überhaupt verbringen die Frauen im Buch nach Darstellung der Erzählerin ein Großteil ihrer Zeit damit an anderen herumzunörgeln, an ihren Männern, ihren Freundinnen oder deren Töchter, anderen Frauen ganz allgemein, oder sich Situationen auszudenken an denen man herumnörgeln könnte, wenn sie so einträfen... also „Very funny“?
Ich weiß es nicht.
Ich frage mich, will die Autorin damit selbstironisch sein?
Soll uns das als Leser einen Spiegel vorhalten, will es sagen sieh her, das sind die Klischees in denen ihr uns Frauen seht?

 Obwohl das Buch kurz gehalten ist, fordert es Disziplin es nicht einfach zur Seite zu legen und zu vergessen. Es hilft das es Passagen und Kapitel gibt die tatsächlich witzig sind, die ehrlich sind, die emotional sind. Sylvias Kapitel, welches passend ganz am Ende kommt, denn Jocelyn und Sylvia, die beiden lebenslangen Freundinnen bilden die Buchstützen der Erzählung.
Sylvia, die sehr behütet aufgewachsen ist, und deren Eltern ihr als Kind alles furchtbare fernzuhalten suchten bekommt eine der besten Passagen im Buch, gleichermaßen Komisch wie nachvollziehbar, für Sylvias Kapitel lohnte sich die Reise dann fast schon wieder.
 Dr Yep? Jocelyn waited until Sylvia had finished with the blender to lean in and whisper. ‘So! What mother doesn’t want her daughter dating a nice doctor?’
 Such a thing to say! Obviously Jocelyn had never seen a single episode of Young Dr Malone. Sylvia knew how these things worked. Any minute now someone would fall into a coma. There’d be an accident in the kitchen with the blender. A suspicious death followed by a trial for murder. Hysterical pregnancies followed by unnecessary abortions. The many, many braided chains of disaster.
 ‘I’m very happy for her,’ Sylvia said. She poured the largest margarita for herself. She deserved it. ‘Dr Yep seemed like a really lovely woman,’ she added insincerely, although, in fact, Dr Yep had.


 Abgeschlossen wird das Buch mit einem kurzen Jane Austen Primer, der auf wenigen Seiten die Handlung der Bücher zusammenfasst und uns Reaktionen von Zeitgenossen und späteren Lesern aufzeigt. Dies ist tatsächlich der interessanteste Teil des Buches. Austen lesen will man danach aber noch weniger denn zuvor. Die Romantik einer Zeit in der Frauen finanziell unterdrückt werden entzieht sich mir.

 The Jane Austen Book Club ist so für mich kein Buch das man gelesen haben muss, es sei denn man mag die Verfilmung, zu der ich eher anraten würde.


 Der Film, natürlich Hollywood typisch und nicht ohne Schwächen, macht seine Sache im Kern sehr gut. Er bringt Struktur in Fowlers Erzählung, lässt unnötiges unter den Tisch fallen, rafft Stellenweise das Notwendige – es liegt eine unbestreitbare Eleganz darin wie der Film es schafft Prudies Vergangenheit auf eine Konfrontation mit ihrem Mann zu reduzieren die in den Worten „High School is never over!“ kulminiert, wahrere Worte wurden selten Gesprochen – der Film nimmt der Erzählung den Zynismus, die Bitterkeit und verleiht diesem Desperate Housewives Book Club ein wohltuende Leichtigkeit.

 Der Film setzt dabei sehr viel mehr auf die Romantik der Geschichte.
Die Besetzung ist jünger gehalten, im Buch sind Jocelyn und Sylvia in ihren frühen Fünfzigern, im Film eher so in ihren Vierzigern, Bernadette ist Anfang Sechzig, im Film so Anfang Fünfzig – Marktentscheidungen.
Entsprechend wurde auch der einzige Mann im Buchklub, Grigg – ein Name wie ein Genickschmerz –, auf nun Ende zwanzig, bestenfalls frühe dreißig verjüngt (ursprünglich um die Vierzig). Komischerweise wurde ein Subplot des Buches, der Verdacht Grigg könnte an Allegra interessiert sein, ebenfalls fallengelassen obwohl diese nun Altersmäßig besser zusammen passen würden – Buch und Film Allgra sind in etwa Gleichalt, mitte Zwanzig versus anfang Zwanzig, und die Idee wäre nun weit weniger Creepy gewesen.

 Ganz generell brilliert der Film mit einer hervorragenden Besetzung, eine kleines Who is who talentierter weiblicher Stars aus der zweiten Riege, die im Film sehr viel verschworener miteinander agieren als im Buch. Es wird noch immer ein wenig gelästert, aber freundschaftlicher, man spürt hier mehr Kameradschaft zwischen den Frauen. Im Film sind Jocelyn, Sylvia, ihre Tochter Allegra und Bernadette bereits ein Gespann, Prudie und Grigg sind die zwei Neuankömmlinge.

 Das Script stellt viele Szenen um, nicht nur um die Geschichte logischer zu strukturieren, es wird auch der Konfliktpunkt verändert. Sylvias Scheidung steht nun zum einen stärker im Mittelpunkt, ist aber nicht Anstoß des Buchklubs, die Trennung folgt erst später.
Charaktere welche die Story nicht vorantreiben fallen heraus, schade unter anderem um den Autor Mo Bellington, der für einen der witzigeren Gags sorgt.
 Eine Sache die mich beim Lesen des Buches irritiert hat, ist das fehlende Gefühl von zeitlichem Setting, klar wir haben die Anspielungen auf Popkultur im Roman, aber die Charaktere im Buch verhalten sich als wären sie sehr viel älter – Jocelyn und Sylvia wirken wie Figuren aus einer weit weniger emanzipierten Zeit.
Der Buchtext verspricht „a delicious dissection of modern relationships.“ – aber auch hier liegt die Stärke beim Film, wir bekommen Frauencharaktere die selbstbewusster, emanzipierter, moderner agieren, als das im Buch je geschieht.

 Prudie, kongenial gespielt von Emily Blunt, würde ich sagen erfährt die stärkste Veränderung, und mit ihr kommt eine der wichtigsten Änderungen zum Buch. In der Vorlage ist Prudie eine vom Leben zutiefst verängstigte Frau, hier zentriert der Konflikt eindeutig in Prudies Charakter, im Film ist sie immer noch emotional Fragil, aber sie beginnt zudem am Sinn ihrer Ehe zu zweifeln. Dean, der sie im Buch praktisch auf Händen trägt, ist im Film von ihr Entfremdet, er versteht seine Frau nicht, verhält sich emotional distanziert zu ihr.
Was im übrigen sehr viel mehr Sinn ergibt, im Buch ist Dean ein ehemaliger High School Sportstar, und in diesem Zusammenhang ist es sehr viel verständlicher das für Dean die Worte „High School is never over!“ keinen Sinn ergeben, er war nie in dieser Hölle, er war wahrscheinlicher selbst diese Hölle. Ein weiterer Streitpunkt im Film wird die Reise der beiden nach Paris, ein Geschenk Deans an seine Frau, im Buch fürchtet Prudie diese, die Französischlehrerin die noch nie in Frankreich war, hat sich in ihrer Fantasie ein Traumland erschaffen von dem sie Fürchtet das es der Realität nicht Standhalten kann, im Film sagt Dean die Reise zugunsten seiner Karriere ab.

 Emily Blunt als Prudie ist sowieso Spot-on, sie sieht sich selbst im Buch zwar als unscheinbares Mauerblümchen, aber die Tatsache das der ehemalige High School Sportstar Dean sich auf den ersten Blick hoffnungslos in sie verliebt, straft dies Lügen.
Prudie ist nicht unscheinbar, es fehlt ihr nur Selbstvertrauen – und wer spielt schon besser verletzlich als Emily Blunt?

 Und eines noch zu Prudie. Der Film schafft Klarheit wo uns das Buch ein Stück im Dunkel lässt. Im Buch lernen wir Prudies Mutter nie wirklich kennen, nur Prudies Erinnerung an sie, was im unklaren darüber lässt ob sie ihre Tochter nur unglaublich nachlässig behandelt oder psychisch Labil ist. Im Film bekommt Prudies Mutter einen kurzen Auftritt, gespielt von Lynn Redgrave, der keinen Zweifel an deren Geistesverfassung lässt.

 Zu den unverständlicheren Änderungen gehört das Film Grigg plötzlich reich ist, aber man wollte damit eventuell das klassisch Austenthema aufgreifen, ein Jungeselle von Reichtum und so weiter… ein wenig geärgert hat mich beim wiederanschauen das eine von Sylvias witzigeren Passagen nur gekürzt wiedergeben wird und nun Bernadette zufällt:
‘Are you saying Austen meant her to be gay?’ Sylvia asked. ‘Or that she’s gay and Austen doesn’t know it?’
 Sylvia preferred the latter. There was something appealing in thinking of a character with a secret life that her author knew nothing about. Slipping off while the author’s back was turned, to find love in her own way. Showing up just in time to deliver the next bit of dialogue with an innocent face.*


 Man merkt schon, über den Film habe ich habe ich deutlich mehr zu sagen als über das Buch, trotzdem wie oben schon angedeutet, wer den Film mag für den könnte sich der Blick ins Buch lohnen. Der Film liefert die Struktur, das Buch gibt den Charakteren ihren Hintergrund.






* Was mir an dieser Passage besonders gefällt ist, wie sie gekonnt den ganzen Humor liefert, den Jasper Fforde in seine Romanen bemüht anvisiert und dabei oft verfehlt.

Montag, 10. April 2017

Rage against the night








Rage Against the Night, Shane Jiraiya Cummings – ed.
(Brimstone Press, 2011)


 Die Anthologie entstand nach Shane Jiraiya Cummings Vorwort nachdem der damalige Präsident der Horror Writer’s Association Rocky Wood mit der Krankheit ALS diagnostiziert wurde. Diese Krankheit schaltet nach und nach die Muskeln im Körper ab, bis der Patient nur noch seine Augen bewegen kann. Der Ertrag der Anthologie kam Rocky Wood zugute um ihn bei der Anschaffung eines speziellen Augenlesegeräts, welches nach seinem Tod an einen anderen Patienten weitergereicht werden sollte, zu helfen.
Irreführend ist hierbei das Motto der Sammlung: Triumph over Darkness, welches sich nur auf einen begrenzten Teil der Geschichten anwenden lässt.

 Das einzige Element das alle Geschichten verbindet ist das sie uneingeschränkt der Phantastik und im weiteren Sinne dem Horror Genre zugerechnet werden können.


The Gunner's Love Song—Joe McKinney
Eine Vampir/Werwolf Erzählung die eher Vignette den Kurzgeschichte ist.  

Keeping Watch—Nate Kenyon
Zwei Geschwister entdecken im Wald hinter ihrem Haus etwas Böses welches ihr ganzes Leben beeinflussen wird. 
Etwas hölzern Geschrieben, jedoch nicht unatmosphärisch.  

Like Part of the Family—Jonathan Maberry
Eine Noir Werwolfgeschichte, vom Autor der mit den „Rot & Ruin“ Zombie-Romanen bekannt wurde. Voraussehbar, aber durchaus unterhaltsam.   

The Edge of Seventeen—Alexandra Sokoloff
Ein junges Mädchen gefangen in einem Zeitvortex erlebt gleichzeitig das Vor, Während und Nach einem Schulmassaker, gibt es einen Weg das Verhängnis abzuwenden?
Verwirrende Erzählung mit einem seltsamen Schluss. 
   

The View from the Top—Bev Vincent
Unheimliche Erzählung im Stil früherer King Geschichten. 
Fans von „Needful Things“ werden das Thema wiedererkennen.    

Afterward, There Will Be a Hallway—Gary A. Braunbeck
Die Geschichte eines Mannes der nach dem Tod seiner Frau plötzlich mit den Geistern von Verstorbenen kommunizieren kann und diese auf ihre Weiterreise vorbereiten muss.
Meine persönliche Lieblingsgeschichte der Sammlung.
Eine emotional bewegenden Erzählung um Verlust, Reue und Wiedergutmachung.


Following Marla—John R. Little
Eine Variation auf das Orpheus und Eurydike Motiv.
Etwas zu langatmig aufgebaut und sehr vordergründig auf Drama getrimmt.   


Magic Numbers—Gene O'Neill
Extrem konfuse Erzählung um einen jugendlichen Spanner, erinnerte mich stark an die Erzählung “Nocturne” aus der Jeff Gelb Anthologie „Heisses Blut“ (orig.: Hotter Blood)    

Tail the Barney—Stephen M. Irwin
Dröge Erzählung um einen gestohlenen Glücksbringer, nur überblättert.   

The Nightmare Dimension—David Conyers
Urban Fantasy Kurzgeschichte getragen von einem unerträglich selbstgefälligen Hauptcharakter, angefüllt mit ermüdenden Infodumps
Zum Ende nur noch überflogen.   

Roadside Memorials
—Joseph Nassise
Unbekannte hinterlassen geheimnisvolle Kreuze an Unglücksorten, als ein Unfallsanitäter der Sache auf den Grund gehen will beginnt für ihn eine Fahrt in die Hölle.
Schwerfällig erzählt, mit unnötigen Längen.
    

Dat Tay Vao—F. Paul Wilson
Ein Vietnam Soldat der sich mit kleinen Deals einlässt, glaubt sein Glück gemacht zu haben als ihn das Schicksal mit einem Wunderheiler zusammen führt.
Eine etwas Satirisch angehauchte Geschichte vom "Repairman Jack" Autor, bei der es ein wenig braucht bis sie richtig in Gang kommt, sich das dranbleiben aber lohnt. 
  

Constitution—Scott Nicholson    
Ein Schauspieler muss nach seinem Tod das Ideal der Liebe neu definieren.
Bittersüße Erzählung, die ein wenig an einer zu altmodisch geprägten Idee von Eheglück krankt.


Mr. Aickman's Air Rifle
—Peter Straub    
Noch so eine Peter Straub Geschichte durch die ich nicht durchgekommen bin.

Agatha's Ghost—Ramsey Campbell    
Ganz witzige Satire über eine allein lebende alte Frau die glaubt vom Geist ihres Enkels heimgesucht zu sein.

Blue Heeler—Weston Ochse    
Toll geschriebene Geschichte mit einer dichten, bedrohlichen Atmosphäre. Leider löst das Ende das gegebene Versprechen nicht ein. Aber auf seine Art eine überraschend positive Erzählung in der sich das Gute auch durch Unrecht nicht unterkriegen lässt.

Sarah's Visions—Chelsea Quinn Yarbro    
Mehr SF denn Horror. 
Vermutlich Satirisch gemeint, aber nicht bis zum Ende gelesen.

More Than Words
—David Niall Wilson    
Unnötig verschachtelte Reinkarnationserzählung. 
Ein paar gelungene Momente, doch im ganzen zu lang geraten.

Chillers—Lisa Morton    
Lesenswerte Horrorgeschichte die atmosphärisch ein wenig an die Stephen King Erzählung „Der Nebel“ erinnert.

Changed—Nancy Holder    
Junges Mädchen begibt sich in mitten der Vampirapokalypse auf die Suche nach dem Jungen den sie Liebt. „Cannibal Cats come out tonight“ autorin Nancy Holder reduziert das Young Adult Vampirhorror Genre auf eine zwanzig Seiten Erzählung und schafft es ihm damit neues Leben einzuhauchen. Lesenwert.

Dead Air—Gary Kemble    
Eine Kurzfassung von Plane Dead, die Aufgrund eines unsympathischen Erzählers aber weniger Spaß macht als das B-Movie. 
Das der Autor sich seiner Anleihen bewusst ist und diese durch selbstironische Dialoge zu überspielen sucht, lässt das ganze einfach nur ermüdend Prätentiös wirken. 

Two Fish to Feed the Masses—Daniel G. Keohane    
Eine lose and Matheson’s „I am Legend“ angelehnt scheinende Erzählung um Gottesglaube und die „Entrückung“.
Weder schlecht noch wirklich gut.


Fenstad's End—Sarah Langan    
Lanagan’s Erzählung ist diejenige welche mich am meisten geärgert hat.
Eine epidemische Ausbreitung von sexueller Gewalt, Mord und Wahnsinn läutet das nahe Ende der Menschheit ein. Fenstad, einer der wenigen Überlebenden, befindet sich zu beginn in einem verlassen geglaubten Hospital auf der Suche nach Nahrung und Drogen, dort trifft auf eine weitere Überlebende. Das Mädchen war einst eine Patientin von ihm welche er sexuell missbraucht hat. Am Ende nimmt er die Vaterrolle für sie an und beschließt sie in dieser neuen Welt nach der Katastrophe zu Beschützen.
WTF?

Dies ist eine Geschichte bei der ich wirklich gerne wissen wollte was sowohl der Autorin beim Schreiben durch den Kopf ging, als auch dem Editor als er beschloss sie in die Sammlung aufzunehmen... aus offensichtlichen Gründen keine Empfehlung meinerseits.


Fair Extension—Stephen King    
Eine selbst für Kings Verhältnisse außergewöhnlich bitterböse Satire um eine Vertrag mit dem Teufel.

Rocky Wood, Skeleton Killer—Jeff Strand
Zum Abschluß leichte Kost von Jeff Gelb. 
Die humoreske inszeniert Rocky Wood als eine Art Superheld im Kampf gegen des Böse.


 Inhaltlich hat die Anthologie Stärken und Schwächen, einen Mix aus bekannten und unbekannten Autoren, manche erfahrener, manche weniger erfahren.
Trotz ihrer qualitativen Schwächen bietet sie ihren Unterhaltungswert, und präsentiert einen stilistischen Querschnitt durch das Genre, bei dem die extreme ausgespart bleiben (obwohl zumindest Nancy Holder mit ihren früheren Geschichten durch aus den Splatterpunks zugerechnet werden konnte).

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Heisses Blut, Jeff Gelb ed. - Bastei 1992
Der Nebel, Stephen King, dt. in Im Morgengrauen - Heyne, 1985
Cannibal Cats come out tonight (dt. Die Nacht der Kannibalenkatzen), in Feuertanz - Heyne, 1990

Freitag, 7. April 2017

It can't happen here / Werewolf Moon








It can't happen here, Sinclair Lewis
(Penguin Books, 2017)


 In seinem 1935 erstveröffentlichen Roman spinnt der Amerikanische Autor Lewis Sinclair eine alternative Zeitlinie, in der FDR nicht mehr zur Wahl antritt und ein demagogischer Redner es mit rassistischen Äußerungen, einem konservativen Frauenbild und wahnwitzigen Plänen zur Ankurbelung der Amerikanischen Wirtschaft - Slogan: Make America great again - ins Amt des Präsidenten schafft und fortan das Land gezielt zum Faschismus führt.

 Penguin hat in anbetracht der aktuellen Politischen Situation den Roman neuaufgelegt, es hat schließlich tatsächlich ein nicht besonders talentierter Redner geschafft mit öffentlichen rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen sowie einem wahnwitzigen "Plan" Amerika zu neuer Größe zu verhelfen in das Amt des Präsidenten gewählt zu werden.
Dank einer Lovelybooks Leserunde ist das Buch auch bei mir Zuhause eingezogen.

 Leider kann ich als Fazit zum Buch nur sagen, die Idee ist großartig, die Umsetzung zu Zeitgebunden, die Entwicklung der Geschichte zu uneinig. Lewis rattert Seitenweise "Fakten" herab, reisst kurz eine Romanhandlung an, rattert wieder seine "Fakten" herunter, fügt ein wenig Erzählung ein... es kommt kein wirklicher Lesefluss zustande und ohne Leserunde hätte ich das Werk sicher abgebrochen. Hier hätte der Autor sich meine Erachtens nach entscheiden müssen ob er seine Geschichte in eine Romanhandlung einbetten oder als fiktive Historie sachbuchartig schildern wollte, beides zusammen funktioniert für mich nicht.

 Zudem fehlt es Lewis letzen endes an Konsequenz, obwohl er schon absehen konnte wohin sich das Politische Klima in Deutschland entwickeln würde, obwohl er den Angriff auf Polen praktisch vorweg nimmt, gibt er sich zum Ende wieder enttäuschend Patriotisch und schließt sich seinem zunächst Ironisch gemeinten Titel überzeugt an: Es kann hier nicht geschehen.

Siehe meine Meinung auch hier.


  






Werewolf Moon, Sharon Green
(Harlequin, 1993)

Noch so'n geschnorrtes Buch:
 Werewolf Moon habe ich mir online von der Open Library ausgeliehen.
Ich muss gestehn das ich mich rein vom Titel habe verleiten lassen, und etwas anderes bekommen habe als ich erwartete.

Kurzinhalt:
 Schauspielerin Laine Randall ist der Star einer erfolgreichen Polizei Serie. In Elgin New Mexico will sie sich ein Resort ansehen das als Schauplatz für einen zukünftigen Film eingeplant ist. Als ihre beste Freundin einer furchtbaren Attacke zum Opfer fällt und die örtliche Polizei sich nur unwillig bereit zeigt einem möglichen Werwolf nachzujagen, beschließt Laine erneut auf eigene Faust zu ermitteln...

 Wer nach kurzweiliger Zerstreuung sucht, liegt hier nicht falsch.
Sharon Green's Geschichte liest sich als amüsante Mischung aus Mord ist ihr Hobby und Agentin mit Herz. Ein wenig Fernsehunterhaltung abseits der Mattscheibe, so quasi, mit den Harlequin typischen romantischen Tönen.
Die obligatorische Sexszene fügt sich zwar nicht wirklich in die Geschichte ein, ist aber angenehm kurz gehalten so das  wer darüber hinweg liest nicht viel verliert, weder an Seiten noch an Handlung. Übrigens, auch wenn es sich zunächst so anhört, scheint der Roman kein Teil einer Serie zu sein, die im Buch gelegentlich angemerkten früheren Fälle, derentwegen Laine mit ihrem Studio bereits Probleme bekam, gibt es nicht in Buchform, sie gehören einfach nur zum Charakterhintergrund.

 Zur Qualität der eBooks der Open Library muss man sagen, dass diese nicht großartig ist, und wem schon wenige Scanfehler etwas ausmachen, den dürfte bereits auf den ersten Seiten der Schlag treffen (man kann auch alternativ auf PDF-Scans der Bücher zurückgreifen, welche aber mit 20-30MB zubuche schlagen und sich somit wohl nur für PC oder Tablet anbieten). Wer über die mangelnde Qualität hinweg sieht, hat jedoch auf der Seite die Chance Bücher auszuleihen welche nicht mehr im Print erhältlich sind, wie zum Beispiel eben dieses.
Und rein zum Lesen ist die Qualität weit ausreichend.

Freitag, 10. März 2017

Ich wollte nur, dass du noch weißt / What If?

Zwei kurz Vorstellungen zu Büchern dies sich vor allem an junge Leser richten und sich perfekt zum Verschenken eignen:









Ich wollte nur, dass du noch weißt..., Emily Trunko und Lisa Congdon
(Loewe, 2017)

Dear my blank heisst das Buch im Original und ist, wie auch das zweite vorgestellte Buch, ein Ableger aus einem Internetblog. Der Dear my blank blog konnte mich persönlich jetzt weniger in seinen Bann ziehen, dafür verstehe ich tumblr zu wenig und erscheint mir die Gestaltung zu schlicht, allerdings begrüsse ich die Idee dahinter, Menschen eine Plattform zu geben auf der sie Anonym öffentlich aussprechen können, was sie bewegt.

 Das Buch präsentiert eine Auswahl dieser Anonym verfassten Briefe und Gedanken. Die Einträge wurden hierfür unter verschiedenen Kategorien zusammengefasst, wie
 Liebes Ich, Liebe Welt, Liebe, Freunde, Familie, Verrat, Trauer...

 Die Texte sind simpel ohne tiefere Botschaften vermitteln zu wollen, sie variieren dabei von einfach nur Nachdenklich, zu witzig Verrückt, über Traurig, Berührend und auch schon mal Betroffen machend. Die Texte sind dazu mit liebevoll naiven Illustrationen versehen.
Ich wollte nur, dass du noch weißt..., das ist eine moderne, jugendliche Version von Poesie Büchern und dergleichen.
Etwas das man aus dem Regal greift und darin Blättert.
Ein Buch dessen Botschaft in der einfachen Ehrlichkeit seiner Texte entsteht.












What if?, Randall Munroe
(John Murray, 2015)

 Autor Randall Munroe ist vermutlich am bekanntesten für seine XKCD comics, aber er hat auch die What If? Website auf der er kuriose Fragen wissenschaftlich beantwortet.
Ein Teil dieser Fragen wurde im gleichnamigen Buch zusammengefasst. What If? ist mit sicherheit das witzigste populär wissenschaftliche Werk, das mir seit langem untergekommen ist. Aufgrund der (zumeist, mehr oder weniger) wissenschaftlichen Betrachtung seltsamer Ausgangssituationen (What if? = Was wenn?) dürfte die deutsche Übersetzung zum Original kaum einen Unterschied machen, und das Buch regt dazu an sich mehr mit wissenschaftlichen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, beziehungsweise greift es ein paar beliebte Irrtümer auf (e.g.: Könnte man das Space Shuttle nicht einfach so weit Abbremsen das es ohne Hitzeschild wieder in die Erdatmospäre eindringen kann?).
Auch hier gibt es eine Teilung in Kategorien, nämlich jene Fragen die der Autor ausführlicher beantwortet und Seltsame (und beunruhigende) Fragen von What If? welche der Autor nicht so ausführlich beantwortet (wenn überhaupt):
Wäre es möglich menschliche Zähne soweit herabzukühlen das sie bei Berührung mit einer warmen Flüssigkeit zerspringen?
Die Antworten sind dabei mehr oder minder Lehrreich, aber immer Amüsant zu Lesen, was auch What If? zu einem jener Bücher macht, die man immer wieder gerne aus dem Schrank greift um ein wenig darin zu Blättern.


Mittwoch, 8. März 2017

31 Tage - 31 Bücher / Filme

Tag 17
  
Welches Buch würdest du bei einer Apokalypse zu retten versuchen?


Wahrscheinlich das, welches gerade auf meinem Nachttisch liegt. Ich würde es hassen wenn die Welt endet bevor ich weiß wie es ausgeht - also, das Buch jetzt.






In welchem Film kommt deine Lieblingsfigur vor?


High Sierra
würde ich sagen.
Bogarts Charakter, Roy Earle, ein alternder Gangster der über dessen tod hinaus loyal zu seinem Auftraggeber steht und der sich müht in einer unmoralischen Welt seinem eigenen Ehrenkodex treu zu bleiben zeigt Bogart in einer Paraderolle.

Sonntag, 5. März 2017

Wörter beim Spiel

 Merriam Webster hat eine Words at play Sparte, ich hoffe sie nehmens mir nicht übel wenn ich mir die Ausleihe.

So, dieser Tage bin ich auf hurog.com auf ein wunderbar witziges Bild gestossen das ich hier einfach Teilen möchte:



Mitchell Airport in Milwaukee bietet seinen Passagieren eine Recombobulation Area an. 
 Nur wenn man wenig Englisch versteht oder einem das hier variierte Wort noch nicht begegent ist (moi) versteht man zunächst eher Bahnhof denn Flughafen und weiß nicht wirklich was diese Schilder witzig macht.
Ein Blick auf den OnMilwaukee Artikel (verlinkt unter dem Bild) und eine kurze google Suche schaffen Klarheit:

Das Verb discombobulate bedeutet soviel wie Aufregen oder Verwirren und es hat kein offizelles Gegenstück, sprich es gibt kein recombobulate (noch gäbe es ein combobulate als Grundform).
Aber, laut Websters handelt sich dabei vermutlich um eine Variante des Wortes Discompose und dieses hat Recompose als Gegenstück, wodurch Recombobulate dann durchaus logisch Korrekt würde, zumindest aber einen ungemein passenden Sinn für Humor und Sprache zeigt.
Und wer hätte sich nicht schon mal in stressigen Situationen eine Entwirrungszone gewünscht.

Freitag, 24. Februar 2017

Reckless: The Petrified Flesh









Reckless: The Petrified Flesh, Cornelia Funke
(Breathing Books, 2016)

Inhaltsangabe:
 Jahrelang ist es Jacob Reckless gelungen, im Zimmer seines verschwundenen Vaters unbeobachtet die Hand auf den Spiegel zu legen und so ins märchenhafte Reich dahinter zu gelangen. Dort hat er als erfolgreicher Schatzjäger unter anderem im Dienst der Kaiserin gearbeitet, ist dem Schuh von Aschenputtel ebenso hinterher gejagt wie dem Tischlein deck dich, dem Knüppel aus dem Sack oder dem Goldenen Ball, der jeden in sich hineinzuziehen vermag, der ihn berührt. Und er hat erfahren, dass sein Vater mit seinen Erfindungen den grausamen Goyls bei ihrem Kampf gegen die Menschen geholfen hat: jenen seelenlosen Wesen also, deren Haut (und Herz) aus Stein besteht.
 Jetzt aber ist Jacobs jüngerer Bruder Will dem Schatzjäger ins geheimnisvolle Reich hinter dem Spiegel gefolgt – und gerät dadurch in tödliche Gefahr. Plötzlich droht er selbst zu einem Goyl zu werden: mit einer Haut aus Jade. Der Jade-Menschengoyl aber soll mit einer ungeheueren Macht ausgestattet sein, die sich der Goyl-Herrscher Kami’en zunutze machen könnte, um endgültig über die Menschen zu siegen. So jedenfalls hat es die Dunkle Fee erträumt, die an der Seite Kami’ens herrscht. Und während Jacob mit Wills Freundin Clara und der Gestaltenwandlerin Fuchs verzweifelt versucht, den Verfall von Wills fleischlicher Haut in Jade aufzuhalten, ist Will längst als Leibwächter des Goyl-Königs eingeplant. Eine unerbittliche Jagd gegen die Zeit beginnt, die Jacob kaum gewinnen kann...
(Text: Amazon.de)


 Reckless unterscheidet sich zu Tintenherz unter anderem darin, dass der Schreibstil hier direkter auf den Punkt gebracht ist. Das ist einerseits erfreulich weil die Geschichte mit weniger Füllmaterial daherkommt und nicht irgendwann im Kreis läuft, wie dies eben bei Tintenherz der Fall war, andererseits gab es oft Stellen im Roman da hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht. Vieles wird nur angerissen oder angedeutet, man muss Dinge oft einfach hinnehmen wie sie sind oder versuchen sich selbst zusammenzureimen.
 Alles in allem hat mir Reckless trotz der schlankeren Schreibweise weniger Vergnügen bereitet beim Lesen. Die Charaktere blieben meist farblos, mit Jacob gar konnte ich mich kaum anfreunden, nur die Nebencharaktere, Jacobs Bruder Will (und jetzt erst fällt mir auf dass das die Namen der Grimms sind), dessen Freundin Clara und Fox wussten zu gefallen.

 Was mir dann aber bei Reckless spontan nicht gefiel ist das Cornelia Funke die Rolle von Fox, einer Gestaltwandlerin welche einem zunächst wie Jacobs weise mütterliche Ratgeberin erscheint, im Verlauf der Geschichte einfach nur zur blindverliebten jungen Frau reduziert, die immer treu auf Jacobs Rückkehr hart und kein eigenes Leben zu haben scheint.
Ich finde hier vergeudete die Autorin eine gute Chance ihre Geschichte um eine starke Identifikationsfigur für junge Mädchen zu bereichern*.
Mal ehrlich, wer wäre in jungen Jahren nicht gerne in der Lage gewesen  nach belieben in das Fell eines Fuchses / einer Füchsin zu schlüpfen?
Doch bei Cornelia Funke wird auch dies nur zu einer Flucht.
Wie Jacob sich durch den Spiegel hindurch aus der Verantwortung um seine Mutter und seinen Bruder stiehlt, so flieht Fox vor der Ungerechtigkeit ihres Menschenlebens in das wilde Leben der Füchsin. Aber, und hier wird es richtig problematisch, es scheint das sie dieses Leben nur an der Seite Jacobs führen kann, weil dieser ihr einziger Antrieb ist.

 Auch möchte Reckless Erwachsener sein als es Tintenherz war, zwar einerseits ähnlich verspielt aber eben ohne dessen unschuldige Naivität.
Im Ganzen baut die Geschichte sehr viel auf Gewalt und Sexualität auf, welches bei mir einen recht schalen Nachgeschmack hinterliess.
 Ein wirklich riesiges Problem beim Lesen von Reckless hatte ich dabei damit wie Funke mit der konstanten Präsenz sexualisierter Gewalt in ihrer Geschichte umgeht, nämlich gar nicht. Wie wir es aus klassischen Texten kennen, wird diese entweder überhaupt nicht angesprochen oder nur in beschönigenden Floskeln. Das Problem ist nur, Jacob stammt nicht aus dieser, in einer vergangenen Epoche stehengebliebenen Welt, noch Will, oder Clara... trotzdem wird sexualisierte Gewalt nie direkt angesprochen, obwohl sie ständig irgendwie im Raum steht.
Es werden weder in der nachfolgenden Passage noch sonst wann im Buch die Worte Kriegsverbrechen oder Vergewaltigung im Mund geführt:
  It gave her a bittersweet satisfaction that his human princess couldn’t give Kami’en children either, unless he wanted to sire one of those crippled monsters some mortal women had borne his soldiers.
 Obwohl spätestens dann wenn es im Buch heißt, das Kami’en der erste Goyl sei der eine Menschenfrau zur Ehegattin nimmt diese Passage kaum eine andere Deutung zulässt.
Zu einem späteren Zeitpunkt begegnen unsere Helden einer Band marodierender Plünderer auf einem früheren Schlachtfeld, deren Anführer ruft „Tötet die anderen, die Frau gehört mir!“, aber auch hier dient die Drohung sexualisierter Gewalt nur als „Spannungsmoment“ und um zu Zeigen wie sehr Will seine Clara liebt.
Zu dem erfahren wir das Jacob unter anderem sich damit verdingt hat Mädchen aus den Klauen „liebeskranker“ Wassermänner zu befreien, welche diese in ihr unterseeisches Reich verschleppen und dort gefangen halten. Jacob selbst ist ein ganzes Jahr lang unter dem Bann einer Fee gestanden mit dem sie ihm zu ihrem (Bett-)Partner gemacht hat.
Heldin Clara ist später permanent, offener sexueller Belästigung durch den Zwerg Valiant ausgesetzt.
All dies geschieht weitgehend unkommentiert, ist Norm der Dinge.
I’m not amused!

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* Ich setze hier eine gewisse Hoffnung auf Besserung mit dem angekündigten vierten Band in dem es nach Asian, ins Land der Kitsune geht.

Mittwoch, 15. Februar 2017

31 Tage - 31 Bücher / Filme

Tag 16

Welche Bücher schlägst du wie aus der Pistole geschossen vor, wenn du um Buchtipps gefragt wirst?
(SF) Rendezvous mit Rama*, Arthur C. Clarke - (Fantasy) Herr der Ringe, J.R.R. Tolkien - (Horror) Friedhof der Kuscheltiere, Stephen King - (Thriller) Roter Drache, Thomas Harris - (Klassische Krimis) Die Sherlock Holmes Bücher, Arthur Conan Doyle - (Jugend-/Kinderbuch) Anne auf Green Gables, Lucy Maud Montgomery - (Wissenschafts Thriller/Abenteuerroman) Dino Park, Michael Crichton - (Wissenschafts Thriller / Crichton Erben) Mount Dragon, Preston Child - (SF - Star Wars) Erben des Imperiums, Timothy Zahn - (Urban Fantasy / Pulp) Guilty Pleasures, Laurell K. Hamilton - (LGBT) Annie on my mind, Nancy Garden - (Horror - Britisch) Die Ratten, James Herbert - (Britisch Crime Tradition) Ganz allgemein die Romane von Charlotte Link ...










Welches Genre bevorzugst du zum Entspannen?


Romantische Komödien und Liebesfilme**.

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* Und endlich eine gute Entschuldigung dieses geniale Coverdesign für die Gollanz Ausgabe zu Posten
** "Just one of the guys" (dt.: Lass mich mal ran, als Junge ist sie spitze) ist unterhaltsamer als das Plakat einen eventuell glauben macht.

Sonntag, 12. Februar 2017

Werewolf Cop








Werewolf Cop, Andrew Klavan
(Pegasus Books, 2015)


Kurzinhalt:
 Man nennt sie „Der Cowboy“ und „Broadway Joe“, die Agents Zach Adams und Martin Goulart gehören einer Spezialeinheit der Polizei an, welche sich ganz auf die Jagd nach dem Verbrecher Dominic Abend konzentriert.
Der aus Deutschland stammende Gangsterboss Abend steht im Begriff mit Hilfe seiner Gruppe, der „Brüderlichkeit“, die gesamte Unterwelt Amerikas an sich zu reißen.
Bisher erwies sich Abend dabei als zu gerissen um ihn Festzunageln, doch jetzt scheint ihn etwas aus seinem Versteck gejagt zu haben.
Ein Gemetzel an einem bekannten Hehler weist das Markenzeichen von Abends „Brüderlichkeit“ auf, die Opfern wurden offenbar mit Schwertern hingerichtet und Zerstückelt. Aufnahmen vom Tatort weisen daraufhin das Abend selbst am Überfall beteiligt war. Noch während Agent Adams darüber rätselt was so besonders sein könnte, das der Gangsterboss selbst das Risiko eingeht sich zu Zeigen, erhält er einen Hinweis darauf das Abend ein mysteriöses Artefakt sucht welches in Verbindung mit Peter Stump, dem Werwolf von Bedburg, stehen soll.
Agent Adams folgt der Spur des Informanten nach Deutschland, dort erfährt er das Abend der Drahtzieher hinter Ereignissen ist, welche zum Sturz Europas unter dem fanatischen Islam geführt haben. Ein geheimes Treffen im Schwarzwald soll Adams weiterhelfen, doch in dieser Vollmondnacht kommt es stattdessen zu einer Konfrontation mit einer übernatürlichen Bestie welche Adams nur schwer verwundet Überlebt.
Als Adams seinen Verwundungen zum Trotz Überlebt, glaubt er zunächst bei seiner Europe Reise einem Fieberwahn zum Opfer gefallen zu sein. Doch nach und nach muss er lernen dass eine Übernatürliche Bedrohung von Abend ausgeht, und als der nächste Vollmond naht muss er auch erkennen dass der Keim des Bösen nun in ihm selbst steckt und ihm nur noch wenig Zeit bleibt Abend aufzuhalten, ehe Amerika das Schicksal des alten Kontinents teilt.


 Klavans Werewolf Cop hätte allen Schwächen zum Trotz unterhaltsam sein können, doch der Autor schafft es seine Geschichte ungebremst an die Wand zu fahren. Das Manuskript vereint eine solche Anzahl von Problemen auf sich, dass man sich zum einen nur wundern kann wie er einen Verleger dafür fand und zum anderen kaum weiß wo man am besten anfängt, diese Probleme aufzulisten.

 Am besten beginnen wir wohl bei der Geschichte, oder besser den Geschichten die der Autor hier unter ein Dach zu bringen versucht – welche aber alle irgendwie nach und nach ins Nichts laufen.
Die vermutete Grundidee, weil sie den größten Seitenanteil verbraucht, war wahrscheinlich die einen Neo Noir Roman zu schreiben. In diesem Storystrang droht der von der Presse zum Helden hochstilisierte Zach „Cowboy“ Adams über eine außereheliche Affäre mit einer Femme Fatal zu stolpern die ihn Stalkt. Bereits in diesem Teil macht sich die große schwäche des Schreibers bemerkbar, denn es gibt keine wirkliche Motivation für diesen Geschichtenteil, noch für das Verhalten der Charaktere darin. Margo Heatherton verführt den Cowboy, warum? Es muss genügen das sie eine verwöhnte Tochter aus reichem Hause ist und auf das Bild in der Presse hin beschlossen hat in zu Verführen, nun gut das mag als Motivation von ihrer Seite genügen, warum aber Adams sich darauf einlässt, bleibt immer recht vage. Angeblich Liebt er seine devote Frau – dazu später mehr – und die Kinder und plagt sich fortan mit Gewissensbissen, aber wohl nie genug um ihr gegenüber je ehrlich zu sein. Nach der X-ten Wiederholung – auch dazu noch mehr - von Adams „Woe, wo is me, I’ve been led astray“ (Kein direktes Zitat), wirkt das Ganze nur noch ermüdend und nervig.
Schlimmer noch, es gewinnt zu keinem Zeitpunkt relevanz für die Erzählung.

 Das leitet uns gleich über zum zweiten Problem, Europa steht im Buch in Flammen. Islamische Fanatiker überrennen die Nationen, das Britische Parlamentshaus lodert, Paris ruft die Sharia aus, und niemanden kümmert es. Weder Charaktere noch Leser, noch die Betroffenen Nationen scheinen sich recht darum zu kümmern. Warum? Auch hier gilt das der Autor es wohl selbst nicht so recht weiß, weshalb er uns mit einem lapidaren „Es war das Werk von Dominic Abend“ abspeist. Die Nebencharaktere welche uns diese „erhellende“ Information zukommen lässt, brilliert übrigens auch mit dem Satz: „Europa ist am Ende des Zweiten Weltkriegs gefallen.“
Was will Autor damit sagen?
Keiner weiß es...
 Irgendwann in seinem Schreibprozess erkannte Klavan wohl das sein Neo Noir nicht funktioniert und beschloss dann zum Sax Rohmer inspirierten Pulp zu wechseln. Dies zumindest würde das in Flammen stehende Europe ein wenig erklären, aus Rohmers beschworener gelber Gefahr wird heute die islamische Bedrohung, und des Schreibers Fu-Manchu steht zweifelsfrei Pate für Superverbrecher Dominic Abend, der nur noch in Blockbuchstaben reden müsste um eine vollends perfekte Karikatur zu sein.
Doch sowenig wie Margo Heatherton oder Agent Adams, erfährt Abend irgendeine Motivation für sein tun.

 Auftritt, Storystrang drei: Abend ist nicht nur böse, er ist besessen vom Bösen.
Hieraus versucht der Autor nun unterstütz durch Wikipediarecherchen eine Urban Fantasy Storyline zu bauen. An dieser Stelle kommt dann auch endlich der Titelgebende Werwolf zum Einsatz – welcher im ganzen kaum ein Drittel der Geschichte einnimmt. Zwar gelingt dem Autor ein einzelnes, nicht unatmosphärisches Kapitel mit Horrorelementen – aber, auf die Gefahr ähnlich wiederholend wie der Autor zu klingen, dieses bleibt komplett unmotiviert und ohne weitere Relevanz für die Geschichte.

 Große Autorenleistungen erkennt man oft erst am Ende eines Buches, wenn sich plötzlich scheinbar völlig unabhängig voneinander entwickelnde Geschichtenstränge organisch zusammenfügen und beim Leser für einen Woweffekt sorgen, wenn er oder sie uns darüber staunen lässt dass wir diese Zusammenhänge nicht früher wahrgenommen haben. Bei Klavan gibt es diesen Moment nie. Weil nichts was im Roman geschieht Einfluss hat auf irgendein anderes Ereignis. Strang für Strang lässt der Autor einfach jede Wendung in der Geschichte fallen und geht zur nächsten über – soll sich der verdammte Leser das Ganze doch selbst zusammenreimen.

 Die extreme Islamangst/-feindlichkeit der Geschichte, welche sich so sonst glaube ich nur in der freien Baen Bibliothek wiederfindet, Zeichnet sich oben ja bereits ab. Zudem fügt sich eine offene Frauenfeindlichkeit, zumindest aber Verachtung, des Autors. Gäbe es in der Literatur so etwas wie einen Donald Trump Award for outstanding misogyny, Klavans Roman würde die Auszeichnung einhändig einstreichen.
 Der einzige Frauencharakter der „positiv“ davon kommt ist die erwähnte Ehefrau von Agent Adams. Ein Idealbild der christlichen Hausfrau. Bis zur Selbstverleugnung devot, konsumiert keine Nachrichten und ihre einzige Lektüre besteht aus Gebetsbuch und Bibel. Eine Frau die nur für Mann, Kinder und Kirche lebt. Selbst wenn Adams unter Zwang ihr endlich seine Affäre eingesteht, unmittelbar nachdem er sie ihr gegenüber noch geleugnet hat, fällt dieser nichts besseres ein als diese als „eine gesandte Prüfung“ zu sehen aus der ihre Ehe gestärkt hervorgehen wird.
Dem entsprechend erhält der „Held“ am Ende auch seine Absolution von der Tötung Margo Heathertons zugesprochen (Zitat: „Let this be your Reckoning“).
 Frauen die im Berufslebenstehen und Karriere machen sind bei Klavan entweder intrigant, Adams Chefin, zu unrecht auf ihrem Job, eine Latina welche laut den Agents nur befördert wurde um eine Minderheitenquote zu Erfüllen, oder wollen eigentlich Männer sein, suchen aber da dies nicht geht eben das nächst beste zu erreichen, die Akzeptanz eines Mannes zu gewinnen... selbstverständlich sind Klavans Frauen inhärent schwache Kreaturen die ohne die Bestätigung der Männer nicht bestehen könnten.
 Es nimmt sich fast schon Ironisch aus, wenn jemand der so konservativ Christlich daherkommt wie Klavan, sich berufen fühlt die Gefahr eines fanatischen Islam heraufzubeschwören.

 Und last but not least, Klavans Schreibstil ist unglaublich wiederholend.
Kapitel um Kapitel haut er uns mehrfach aufeinanderfolgende, exakt gleich lautende Sätze um die Ohren. Es ist als hätte der Autor seine verzweifelten Versuche seiner Geschichte Richtung zu geben einfach mit auf das Papier gebannt. Ein vernünftiges Lektorat hätte die Geschichte dabei sicherlich retten können, gut wäre sie wohl nie geworden aber für eine unterhaltsame Kurznovelle hätte es durchaus reichen können – aufgeblasen auf knapp dreihundert Seiten überwiegt leider nur noch der Ärger.

 Als Fazit lässt sich hier von meiner Seite nur Ziehen, lassen sie das Buch liegen.
Klavans Werwolf Roman ist noch nicht einmal schlecht genug geschrieben um wenigstens für unfreiwillige Lacher herhalten zu können, mit ausnahme der, vom Autor todernst gemeinten, obligatorischen Folterszene in welcher Superbösewicht Dominic Abend voller Phatos* seinen Plot enthüllen darf und dann gerade rechtzeitig die Bühne verlässt um dem Helden Zeit zu geben sich in einen Werwolf zu verwandeln und die Schergen des Schurken niederzumetzeln...
Wenn sie einen unterhaltsam geschrieben Werwolf-Pulp Plot mit Verschwörungen und manischen Superbösewichten suchen, greifen sie zu Pat A. Briscos The other people (deutsch bei Heyne unter Der Wolfsmensch).


* Die Figur des Dominic Abend in dieser Szene wäre eine Paraderolle für Vincent Price gewesen.
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Randnotiz:
 Dies hat nichts zu bedeuten, hoffe ich, aber mir ist aufgefallen das Andrew Klavan sich zusammen mit David Baldacci die zweifelhafte Ehre teilt das ihre Werke als Vorlagen für Clint Eastwood Filme dienten (True Crime - Ein wahres Verbrechen und Absolut Power), die ich beide als sehr gelungen empfand - beide Autoren jedoch mich als Leser enttäuscht haben.

Samstag, 4. Februar 2017

tucking fypos


Vielleicht kennt Andrew Klavan, der Autor von Werewolf Cop (Pegasus Books, 2015) eine Bedeutung des Wortes fiasco welche Merriam-Websters noch unbekannt ist?

 It was build to appeare ancient. Flagstone archways with shady niches. Colored fiascoes on old wooden tables along the stone wall.
(S. 191)

Mittwoch, 1. Februar 2017

Wenn ich dich nicht erfunden hätte








 Wenn ich dich nicht erfunden hätte, Julia Dibbern
(InkRebels, 2017)


Klappentext:
 Endlich achtzehn!
Leo ist aufgeregt, aber bester Dinge, als sie fürs Studium allein nach Hamburg zieht. Doch die Unabhängigkeit stellt sich als gar nicht so einfach heraus, denn plötzlich muss Leo mit einem Biotop im Badezimmer und dem vermeintlichen Hammermörder als Nachbarn klarkommen.
Und dann trifft sie auch noch auf Loris, was nur halb so kompliziert wäre, hätte sie nicht das Gefühl, ihn längst in- und auswendig zu kennen: aus den Geschichten, die sie schreibt, seit sie einen Stift halten kann.
Doch wie ist das zu erklären? Kann es Seelenverwandtschaft wirklich geben?
Und … wie soll sie mit den Seiten von Loris umgehen, die sie nicht erfunden hat – den dunklen Seiten?
Was, wenn es tatsächlich für jeden Menschen ein Gegenstück auf der Welt gab?
Und sie hatte – aus welchen Gründen auch immer – durch die Falten der Zeit geschaut und ihn gekannt, bevor sie ihm begegnet war?


 Wenn ich dich nicht erfunden hätte ist im Zuge einer LovelyBooks Leserunde bei mir eingezogen.
Was mich angezogen hatte, war zunächst der Titel. Das ganze Klang zu sehr nach leichter, romantischer Kost um daran vorüberzugehen. Die Leseprobe auf der Seite der InkRebels – die schon allein wegen ihrer witzigen Blogposts einen Besuch wert sind – hat es dann auch geschafft mich direkt am PC-Bildschirm für sich einzunehmen, ein weiteres gutes Zeichen.
Das Cover war dabei zunächst nicht wirklich meins, zu grau, zu trist, zu – wie eine Mitlesern den Nagel auf den Kopf traf „Jugenddrama“. Wie sich heraus stellt war meine Assoziation zu Titel und Leseprobe nicht halb so korrekt wie ihre Assoziation zum Cover* - nicht jetzt dass Wenn ich dich nicht erfunden hätte schwere, unromantische Kost gewesen wäre.

 Wider erwarten bewegt sich der Roman gefühlt näher am New Adult, was ja bekanntlich nicht so meines ist, denn im Jugendbuch Bereich, was aber eventuell die Colleen Hoover Fanfraktion gleich einmal aufhorchen lässt. Tatsächlich wird die Geschichte von meinen Mitleserinnen ganz gerne in die „Bad Boy Romance“ Kategorie geschoben – ich weiß jedoch nicht wie zutreffend dieser Vergleich ist, da ich, siehe oben, in diesem Genre nicht wirklich unterwegs bin.
Jedoch ist Loris genau das was man ein „unapologetic arsehole“ nennen darf und hat mit seiner Art sogleich meine Persönliche Top-Ten der „Charaktere die ich am liebsten Tot sehen würde“ erstürmt – in etwa gleich auf mit Dexter Mayhew aus Zwei an einem Tag.

 Wie gesagt das Buch ist eher New Adult Material, weshalb ich der Altersempfehlung auf LovelyBooks als All Age Roman ab 14 nur bedingt zustimmen wollte. Aber das ist die Crux wenn Jugendbücher erwachsen werden - oder wenn man als Erwachsener Jugendbücher liest - und soll auch nicht unbedingt negative Kritik sein. Ich begrüße die Tatsache das der Markt Jugendbuchautoren heutzutage zugesteht ihr Zielpublikum ernster zu nehmen, ihnen Themen zu präsentieren die irgendwo näher an ihrer Lebensrealität handeln als dies früher der Fall war. Die Kehrseite ist halt die das mich der Anteil den der Sex in der Geschichte einnahm dann doch etwas überrumpelt hat.

 Entgegen dem ist das Buch gar nicht so sehr Romanze. Im Kern liegt das tragende Element mit auf der Rolle die Freunde für einen im Leben spielen. Es sind Freundin Miri, die Leo immer ein Stück weit auf dem Boden hält oder ihr auch schon mal einen verbalen Tritt in den Hintern verpasst wenn nötig, und Leos neugefundene Freundin Sina, die Leo immer unterstützend zur Seite steht bei ihrem romantisch verklärten Höhenflug auch wenn diese sich dabei gelegentlich versteigt, welche der Geschichte den Unterbau liefern.
Es ist auch eine Geschichte vom Erwachsen werden, davon sich in der Liebe nicht zu Verlieren, vom lernen das loszulassen was einem schadet und an dem festzuhalten was einem Stärke verleiht.

 Auch wenn das Buch inhaltlich gar nicht so sehr dem entsprach was ich mir davon ausgemalt habe, aber dann irgendwie eben doch, hat mich die Geschichte gut Unterhalten. Autorin Julia Dibbern Erzählt mit gebotenem Ernst, aber auch mit Leichtigkeit und Sinn für Romantik. In einem Stil der einen einnimmt, mit glaubhaften Dialogen und Charakteren die man Würgen, Schütteln, oder einfach nur den ganzen Tag knuddeln möchte, welche sich dabei aber immer realistisch in ihre Rollen fügen.

 Das ganze läuft nicht ab ohne dabei das eine oder andere Klischee zu streifen, aber am Ende bringt sie ihre Geschichte zu einem überzeugenden Abschluß, der zwar nicht alles aufklärt, denn nicht alles im Leben lässt sich klären, aber alle losen Fäden aufnimmt und das Geheimnis um Leos Verbundenheit zu Loris ohne Hokuspokus aufzulösen vermag.

Mein Dank an
LovelyBooks,für die Leserunde
Julia Dibbern und die InkRebels, für Buch und Lesebegleitung
und alle meine MitleserInnen.

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*Apropos, winzige Coverkritik am Rande: 
Für die eBook Ausgabe sollte man sich eventuell überlegen noch ein wenig was zu Ändern, denn in Schwarz/Weiß Darstellung kommen Titelzug und Autorenname nicht so ganz zur Geltung.

Sonntag, 22. Januar 2017

A Discovery of Witches








A Discovery of Witches, Deborah Harkness
(Headline, 2011)

 
 Die junge Historikerin Diana Bishop ruft im Zug ihrer Nachforschungen über Bücher der Alchemie ein als Ashmole 782 gelistetes Werk aus der Bodleian Bibilothek auf, nicht ahnend welche Kette von Ereignissen sie damit in Gang bringt.
 Diana erkennt das auf dem Buch ein mächtiger Bann liegt, doch als Abkömmling einer alten Hexenlinie, die ihre Eltern schon jung verlor, will sie selbst nichts mit Magie zu tun haben. Sie macht sich Notizen und sendet das Werk zurück, im Glauben damit ihre Ruhe davor zu haben.
 Doch das Öffnen des Buches blieb in den übernatürlichen Kreisen nicht unbemerkt und plötzlich wimmelt es in Oxford von Hexen, Vampiren und Daemonen welche auf der Jagd sind nach Ashmole 782, und der einzigen Person die das Buch öffnen kann.
 Ein Vampir, Matthew de Clairmont, zeigt dabei ein Interesse das über den Inhalt von Ashmole 782 hinausgeht, aber Verbindungen der übernatürlichen Rassen untereinander sind verboten und werden hart geahndet.


 Nach Langer Zeit habe ich nun endlich dieses Buch von meinem digitalen SuB erlöst. Beim stöbern in alten Kritiken dazu, erscheint es mir als hätte es ähnlich twilight seinerzeit nur zwei Standpunkte zugelassen, man liebt oder hasst es. Persönlich würde ich mich keinem von beiden verschreiben wollen. Das Buch hat mir Spass gemacht zu Lesen und die Charaktere sind mir mit der Zeit ans Herz gewachsen - aber das Buch hat eben auch seine Längen und die Autorin verliert sich nicht selten in unötigen Details.

 Bereits in den dem Buch vorangestellten Zitaten wird gerne und oft der Vergleich gezogen zu twilight – Zitat: „this is twilight for grown ups – a wonderful read!Katie Fforde. Diesen Vergleich kann man teilen, zumindest aber sehen woher er kommt, muss man aber nicht, denn genauso gut könnte man sagen A Discovery of Witches sei ein Literarisches Underworld oder ein Paranormales Romeo und Julia.
Keiner dieser Vergleiche ist unbedingt falsch, aber sie treffen eben auch nicht völlig zu.

 Wie auch immer, der Punkt an dem ich den meisten GoodReads Kritiken zustimmen muss, ist der dass das Buch ein besseres Editorial hätte erfahren können. Autorin Deborah Harkness (ein fast schon zu perfekter Name für die Autorin einer Hexengeschichte) nimmt sich sehr viel Zeit damit ihre Geschichte zu Erzählen. Nach dem ersten Kapitel, unserer ersten Begegnung mit Ashmole 782, passiert nämlich erstmal lange Zeit gar nichts. Nahezu einhundert Seiten braucht es bevor die Geschichte wieder etwas Fahrt aufnimmt, und auch danach bleibt das Tempo gemach, erst um Seite Dreihundert herum kommen ein wenig Action und Spannung auf.
Bis dahin konzentriert sich Deborah ganz und gar auf die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew, Fans der Paranormal Romance, zumindest jene für die es gerne Emotional sein darf ohne „Steamy“ zu werden, werden an dem Buch ihre Freude haben.
Auch wer sich mit einem durchaus komplexen Weltenbau, welcher sich Zeit nimmt die einzelnen übernatürlichen Rassen zu beleuchten, anfreunden kann, für den Lohnt es sich dran zu bleiben.
Wer auf schnelle Action oder heiße Liebesszenen hofft, der wird enttäuscht.


Achtung, der folgende Teil enthält kleinere Spoiler:

 Noch ein Wort der Warnung, A Discovery of Witches ist keine in sich abgeschlossene Episode. Der Roman endet mit einem ordentlichen Kliffhänger auf dem Höhepunkt der Geschichte.
 Persönlicher Wermutstropfen war für mich dass wir bis zum Ende des Buches nie mehr als eine Andeutung darüber erhalten was Ashmole 782 sein könnte, und das die Jagd nach dessen Geheimnis weit in den Hintergrund rückt. Gefallen hat mir wie Deborah Ashmole 782 zum Dreh- und Angelpunkt der Psychologie der einzelnen Rassen macht, welche jede für sich eine andere Vorstellung davon hat was in dem Buch verborgen ist.
 Wie gesagt die Liebesgeschichte steht im Mittelpunkt – diese ist allerdings romantisch genug erzählt um mich darüber hinwegzutrösten das Ashmole 782, zumindest in diesem Band, im Grunde nur ein McGuffin ist.