Diese Website verwendet Cookies, um Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen werden an Google weitergegeben.
Durch die Nutzung der Website erklären Sie sich mit Googles Weltherrschaftsbestrebungen einverstanden.
Posts mit dem Label Humor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Humor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 2. Januar 2021

Book of the year tweet

Das soll jetzt nicht gemein sein, ich bin nur einfach zu Amüsieren fürchte ich.

Und es ist von der Person auch sicherlich ehrlich gemeint:

 



Mittwoch, 15. November 2017

Z Burbia








Z Burbia, Jake Bible
(Luzifer Verlag, 2015)


Kurzbeschreibung:
 Willkommen in Whispering Pines, einer geschlossenen Vorortgemeinde von Asheville, gelegen in den malerischen Blue Ridge Mountains. Hier ist der Ortsname Programm. Lärm gilt es um jeden Preis zu vermeiden, denn Lärm lockt die Z an.
 Nach der Zombie Apokalypse erweist sich die Lage Whispering Pines als Himmelsgeschenk, der Ort lies sich mit den Blue Ridge Mountains im Rücken leicht zu einer Festung ausbauen, welche sich gegen umherstreunende Zombies gleichermaßen effektiv Verteidigen lässt wie gegen umherstreunende Überlebende. Das nahegelegene Asheville bietet dazu genügen Ressourcen für Plünderungstouren und es lebt sich damit so Sorgenfrei wie es die draußen tobende Zombiehorde, ein drinnen tobender verrückter Geistlicher und eine diktatorisch veranlagte Hauseigentümerverwaltung eben zulassen.
 Das heißt bis Jace Stanford zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern von der HOA Vorsitzenden und Gemeinschaftsleiterin Brenda Kelly auf eine spezielle Mission ausgesandt wird, da die Stromversorgungskalkulation des Ortes fehlerhaft sei. Ein Vorwand, wie sich bald erweist, und ehe er es sich versieht ist Jace auf der Flucht, vor Zombies, verrückten Bikern, Kannibalen und einem ex-Banker ... mit der Ruhe in Whispering Pines ist es damit vorbei.



 Ich und der Luzifer Verlag, dass ist ja immer so eine hit or miss Angelegenheit. Oft tue ich mir schwer mit den Büchern aus ihrem Programm auch nur über das erste Kapitel hinauszukommen. Im größeren Teil bewegt man sich da doch in einem Genre Bereich der mir nichts (nichts mehr) gibt.
 Außer eben wenn es dann passt, denn dann passt es so richtig.

 Z Burbia von Jake Bible gehört zu den Geschichten bei denen es passt.
 Der Autor selbst schreibt in seinem Vorwort zum Roman das er sich hier von George A. Romeros Zombies und den damit eingehenden sozialkritischen Komponenten hat inspirieren lassen. Romeros Zombies, das ist neben Fulcis Zombies, etwas mit dem ich groß geworden bin. Aber Bibles Zombieapokalypse zeigt sich weit mehr inspiriert von Robert Kirkmans The Walking Dead oder der Legion von unabhängig produzierten Zombiefilmen bei denen fast immer die Action im Vordergrund steht. Bis hin zu einem sich in blutig überzogene Satire steigernden Finale das so ganz von Peter Jacksons Braindead inspiriert sein könnte.
 So gesehen ist Z Burbia eine art Rundgang durch die jüngere Geschichte des Zombiegenres.

 Z Burbia ist natürlich, genregemäß Blutig und Brutal, zartbesaiteten weniger nahezulegen wenn man Probleme mit dem Tod von Kindern hat. Jake Bible rutscht zwar nie in den Splatterroman ab, hat also den sogenannten Gorehounds wenig zu bieten, aber er versteht es das Kopfkino anzufeuern.

 Die Kurzbio des Autors erwähnt unter anderem auch dass er als Autor von Drehbüchern für unabhängige Produktionen fungiert. Die dürfte sich auch im Schreibstil von Z Burbia niedergeschlagen haben. Die Beschreibungen sind kurz gehalten, das Setting oft nur knapp umrissen, ein Keller, ein Verfallenes Haus, eine ausgestorben wirkende Stadt, eine Eingezäunte Farm – es gibt wenig Details, was den Roman stellenweise sehr Dialoglastig macht, die First Person Present Tense Narration tut da ihr übriges dazu. Doch dieser Stil passt zur Geschichte, Bible treibt nach ein paar eingehende Erklärungen zur Situation unserer Charaktere und zur Zombie Apokalypse die Action rasch voran, die Szenerie wechselt schnell, Z Burbia ist im Herzen schnell geschnittenes Action Kino, und wer das mag, der wird auch diese Geschichte mögen.

 Die sozialkritische Komponente ergeht sich Anfänglich zuvorderst im Satirisch bissigen Blick auf das Leben in Amerikanischen Vorstadtkommunen, und Kulminiert in einer, gerade im Zeitalter von Trumps Amerika ungemein passenden Rede Big Daddys, an den sich die Helden zur Rettung von Whispering Pines wenden:
 »Du siehst, Kumpel, eine Farm kann nicht immer exklusiv sein«, sagt Big Daddy. »Sie muss einladend sein. Einladend für die Sonne, den Regen, den Wind, den Tag, die Nacht. Sie muss für die richtige Art von Insekten einladend sein. Sie muss für die Menschen einladend sein, die hier arbeiten. Anderenfalls schrumpft sie und stirbt. Eine Farm ist ein lebendiges, atmendes Wesen. Sie kann nicht immer perfekt sein; es mag Raubtiere, Knollenfäule und Krankheiten geben. Dafür gibt es aber immer eine Lösung. Eine Einladende.«
 Obwohl bereits in 2013 verfasst, liest sich Z Burbia heute wie ein laufender Kommentar zu allem was gerade so schief läuft in der Amerikanischen Politik, denn anders als Trump nimmt sich Bible die Lehre aus Amerikas Geschichte zu Herzen; Isolationismus ist keine Lösung.


 An der Rolle des Erzählers für das Buch kann man zweifeln, er wird als Problemlöser bezeichnet, trägt aber im Grunde nie etwas zur Lösung bei, meist spielt er eher die Jungrau in Nöten, muss regelmäßig von Freunden und Verbündeten aus brenzligen Situationen gerettet werden. Mir machte ihn das durchaus sympathisch. Nicht die Tatsache das er keine wirklich Funktion in der Geschichte erfüllt, anders als eben als Erzähler zu fungieren, sondern das er Menschlich reagiert. Er zeigt Panik, verfällt in Schockstarre oder nässt sich ein wenn eine Horde Zombies über ihn herfällt, steht nahe daran unter dem Druck der ständigen Bedrohung zusammenzubrechen. Letzteres nutzt der Autor um dem Buch Humor zu verleihen wenn unser Held wann immer es Brenzlig wird in Gedanken abdriftet, den Kontakt mit der Wirklichkeit verlieren droht.
 Die wahren Helden im Buch, das sind immer die anderen, er selbst bleibt bis zum Schluss zumeist Spielball des Geschicks. Die Helden das sind selbstbewusste, erfahrene Männer und Frauen, hier scheidet sich Bible glücklicherweise von der klassischen Genrekonvention, und setzt auf eine ausgewogener, gleichberechtigte Rollenverteilung.
Die Apokalypse bietet keinen Platz für dümmlich restriktive Geschlechterrollen.

 Der heimlicher Star und Leserliebling ist natürlich, wie man im Luzifer Verlag treffend erkannt hat, Elsbeth, das Kannibalenmädchen. Eine an Summer Glaus Rolle aus Firefly erinnernde Figur, wie River ist sie eine eiskalte, soziopathisch veranlagte Mordmaschine und zugleich ein emotionales Kind. Zugegeben, eine Identifikationsfigur wie aus dem Baukasten, aber eine die man einfach ins Herz schließen muss.
 An dieser Stelle mein obligatorisches Lob an den Luzifer Verlag, auch wenn die übersetzten Werke nicht immer meinen persönlichen Geschmack treffen, man schafft es dort immer wieder mit Covers aufzuwarten welche die Originale bei weitem übertreffen.

 Zur Übersetzung, diese erfolgte hier durch Katrin Fahnert, welche sich sehr gut schlägt, nur in zwei Passagen scheint es mir das sie hier irrtümlich „No“ mit „Nein“ übersetzt hat, wenn es hätte „Kein“ heißen müssen:
Weil Bob und seine Familie fehlen, frage ich mich, ob es endlich jemand geschafft hat.
 »Nein, Bob«, sage ich und zucke mit den Achseln, »das ist seltsam.«
 Ohne den Originaltext vorliegen zu haben ist dies natürlich reine Vermutung, aber ein „No Bob / Kein Bob“ hätte an dieser Stelle mehr Sinn ergeben als eben ein „No, Bob / Nein, Bob“.
Dies wiederholt sich an späterer Stelle wenn, gefühlt die Phrase „No shit / Kein Scheiß“ mit „Nein, Scheiße“ übersetzt wurde:
»Gut«, nickt sie, »dann hat sie ihr Gehirn nicht dadurch geschädigt, dass sie Menschenfleisch gegessen hat. Sie ist wirklich zu jung. Aber heutzutage kann man nie wissen.«    
»Nein, Scheiße«, lache ich, und dann möchte ich weinen, weil sich dadurch meine Gesichtshaut spannt.


 Z Burbia ist ein in sich abgeschlossener Reihenauftakt, in den Staaten hat die Serie es soweit auf sieben Bände Gebracht.

Freitag, 30. September 2016

Neuzugänge

Zum Monatsende stelle ich noch schnell ein wenig Neuzugang vor:

 Angespornt durch eine GoodReads Leserin die mich darauf hinwies das dies als echter Bogie Fan Plichtlektüre ist, zog dieser Tage Lauren Bacalls Autobiographie ein.
Das Buch selbst, welches ich gebraucht von Medimops erstanden habe, konnte beim reinlesen gleich überzeugen. Der Gebrauchtanbieter, bei dem dies meine erste Bestellung war, hingegen nicht, fast einen Monat liess man sich Zeit mit der Auslieferung.
 Da ich aber unbedingt die attraktivere Coronet Ausgabe wollte, gab es eben gerade keine rechte Alternative.








By Myself, Lauren Bacall
(Coronet Books, 1979)


 Obwohl ich persönlich Lauren Bacalls Schreibstil mag, er ist humorvoll, flüssig, mitreissend, meiner Meinung nach, muss man hier wirklich empfehlen in das Buch reinzulesen, denn der Stil wird nicht jedermans Geschmack sein.
Bacall schreibt flott, humorvoll aber neigt ein wenig zu den berüchtigten Run-on Sentences.
 Es ist eben eine Lebenserinnerung wiedergegeben wie in einem langen persönlichen Gespräch.
 "But what were you to do if your head was filled with dreams of beauty, glamour, romance, accomplishment, and if you were stuck with being tall, ungainly (I didn't know I was 'colt-like' until a critic said I was), with big feet, flat chested -- too young to have finished high school at fifteen, too inexperienced, shy, frightened to know what to do with a boy when I did have a date? If my dream would only come true, then I would know how to behave, then things would fall into place -- wouldn't they?"

Die nächsten beiden Neuzugänge sind ebenfalls gebraucht erstanden.
Die Thursday Next Reihe ist schon weit über ein Jahr ein Bestandteil meiner want-to-read Liste und über einen gelegenheitstausch via Tauschticket konnte ich nun gleich Band zwei und drei erstehen (und es dauerte keine Woche bis ich die Bücher in Händen hielt).





Lost in a Good Book
The Well of Lost Books, Jasper Fforde
(Penguin; 2003, 2004)


Von der Covergestaltung her gibt es attraktivere Ausgaben (hier handelt es sich bei beiden um die US-Ausgaben), aber inhaltlich lässt sich die Reihe  witzig geschrieben an. Die Bücher dürften mit ihrem skurrilen, zur Übertreibung neigenden Humor vermutlich eher die Douglas Adams Leser unter den Bücherfans ansprechen.


Und last but not least.
Durch die aktuell laufende "15-Jahre Carlsen Taschenbuch" blogtour, bin ich auf Die Penderwicks gestoßen, von dessen Coverillustration ich sofort eingenommen war. Auch die Leseprobe fand ich überzeugend, weshalb ich die günstige Sonderausgabe spontan in meiner lokalen Buchhandlung geordert habe.








Die Penderwicks, Jeanne Birdsall
(Carlsen, 2016)


Die Blogtour startete übrigens hier und geht bis zum 6.10.
Mitmachen lohnt sich da es neben Die Penderwicks noch weitere Lesenswerte Kinder- und Jugendbücher aus dem Jubiläumsprogramm zu gewinnen gibt.

Die (leider etwas klein geratene) Leseprobe für das Buch findet sich hier.
  Am Anfang dieser Geschichte ist Batty erst vier Jahre alt. Rosalind ist zwölf, Skye ist elf und Jane zehn. Sie sitzen mit Mr Penderwick und Hound im Auto. Sie sind auf dem Weg zu Arundel, und unglücklicherweise haben sie sich verfahren.

 "Batty ist schuld", sagte Skye.
 "Gar nicht wahr", sagte Batty.
 "O doch", sagte Skye. "Wenn Hound die Karte nicht gefressen hätte, hätten wir uns nicht verfahren, und Hound hätte die Karte nicht gefressen, wenn du dein Brot nicht darin versteckt hättest."

Sonntag, 9. März 2014

Consider her ways and others









Consider her ways and others, John Wyndham
(Penguin, 1975)

Auf 190 Seiten präsentiert sich John Wyndham hier in sechs thematisch zumeist ähnlichen Kurzgeschichten als talentierter, sowohl sozialkritischer als auch satirischer, SF-Schreiber.
Dabei variieren die Erzählungen in ihrer Länge zwischen knapp 70 Seiten (Consider her ways) bis zu nur zehn Seiten (Odd).

Consider her ways (Sieh dir ihre Wege an)
 Sie erwacht in einem Körper der ihr fremd ist.
Ohne Erinnerung daran was Geschehen ist, weiß sie nur eines mit Sicherheit zu sagen: Diese Welt kann nicht die Ihre sein, denn sie erinnert sich das es einst Männer gab.


 Dies ist die längste, in vielerlei Hinsicht interessanteste, aber leider auch am Stärksten durch den damaligen Zeitgeist geprägte, Geschichte. Hier gilt, wie auch schon für The day of the Triffids, das Wyndhams Erzählungen oft schlechter altern als die manch anderer Zeitgenossen.
Aber die für seine Zeit ungewöhnlich wertungsfrei anmutende Beschäftigung mit feministischen Ideen, als männlicher, britischer Autor, das macht sie zu etwas besonderem.
Bereits in 1956 legte Wyndham hier eine sozialkritische, in einer dystopischen Welt spielende Geschichte vor, die in ihren Grundzügen die selben Probleme aufgreift die in 2002 noch immer verbreitet genug waren um als Grundlage für die Graphic Novel Y-The last man, von Brian K. Vaughan und Pia Guerra, zu fungieren.
Consider her ways wurde für The Alfred Hitchcock Hour adaptiert.


Odd (Ungewöhlich)
 Ein junger Mann wird zu einer Testamentseröffnung gerufen. Ein erfolgreicher Unternehmer, dem er nur einmal flüchtig begenete, hinterlies ihm sein gesamtes Vermögen. Erst die Unterhaltung mit dem Notar bringt Licht ins dunkel dieser ungewöhnlich anmutenden Entscheidung des Toten.

 Frei von sozialkritischem Kontext, und praktisch nur auf einem Perspektivwechsel beruhend, folgt diese Geschichte der gleichen Idee wie die vorgehende.
Auf nur zehn Seiten eine amüsante Fingerübung des Autors ohne rechte tiefe.


Oh, where, now, is Peggy MacRafferty? (Oh, wo, nun, ist Peggy Mac Rafferty?)
 Die etwas simpel wirkende, junge Peggy MacRafferty wird ausgelost an einem Fernseh-Quiz teilzunehmen. Mit unabsehbaren folgen für sie.

 Dies ist die erste von zwei satirischen Geschichten der Sammlung. Gekonnt nimmt der Autor mit viel Witz die Filmindustrie auf das Korn, und beweist das er durchaus Zeitloses zu schreiben vermochte.


Stitch in time (Zeitmasche)
 Thelma Dolderson, hat ihre jugend Jahre lange hinter sich. Jetzt kann sie sich den Luxus erlauben auf der Terasse ihres Hauses zu sitzen und einfach den Rest ihres Lebens zu genießen. Dabei lässt sie ihre Gedanken zurückschweifen zu dem was war, und was hätte sein können, als ein plötzlich ein Gast aus ihrer Vergangenheit auftaucht.

 Eine Bittersüße Geschichte darüber wie der Zufall über unser Leben herrscht, und es in gänzlich unerwartete Bahnen lenken kann. Wohl bedient sich Wyndham eines klassischen Science Fiction Vehikels, doch dient es nur der Illustration der Botschaft.


Random Quest (Zufällige Suche)
 Dr. Harshom erwartet an diesem Abend einen besonderen Gast in seinem Haus. Ein Gast der gezielt alle in England lebende Harshoms aufsucht, auf der Suche nach einer Person von der ihm Dr. Harshom versichern kann das es sie nie gegeben hat. Und doch, die Geschichte die sein Gast ihm zu berichten weiß, lässt den Doktor daran zweifeln das er es, wie vermutet, nur mit einem durch einen Unfall verwirrten jungen Mann zu tun hat.

 Auch Random Quest gehört zu den Geschichten Wyndhams die, hier von der BBC, für den Film adaptiert wurden.


A long spoon (Ein langer löffel)
 Beim herum Spielen mit Tonbandaufnahmen beschwört Stephen Tremon versehentlich einen ungewollten Besucher. Dieser erklärt Stephen das er unmöglich wieder gehen kann ohne einen Pakt mit ihm ausgehandelt zu haben oder von Stephen wieder zurück geschickt worden zu sein. Das Problem ist, Stephen ist an einem Handel nicht interessiert, weiß jedoch nicht so genau wie es zu der Beschwörung kam, weniger noch wie sie sich umkehren lässt.

 Der zweite satirische Eintrag fällt wieder aus dem Rahmen, zwar gibt es diesmal ein übernatürliches Element in der Geschichte, doch lässt sie sich kaum der SF zuordnen, bietet jedoch dem Autor einmal mehr Gelegenheit, seine humorvolle Seite zu zeigen.


 Consider her ways and others wird üblicherweise als schwächerer Eintrag in Wyndhams Werk beurteilt, die Kurzgeschichtensammlung Seeds of Time wird von den Fans klar favorisiert, bietet aber durchaus gute Unterhaltung.
Im Wechsel Nachdenklich oder einfach nur Humorvoll.

Montag, 27. Januar 2014

Ernas kleines Weihnachtswunder, und andere Geschichten









Ernas kleines Weihnachtswunder, Kirsten Rick
(dotbooks,2013)

 Denn nach Weihnachten ist vor Weihnachten.

Auf knapp 70 Seiten versammelt das eBook vier Kurzgeschichten der Autorin die erst einmal nur das Setting, nämlich die festlichen Tage, teilen. Dabei fällt durchgehend der Humor sowie das Talent der Autorin mit Worten umzugehen auf.

Inhaltlich würde ich sagen ist die Titelgebende, ernstere erste Geschichte der Favorit:

Ernas kleines Weihnachtswunder
Zu den Weihnachtstagen findet sich Erna, deren Mann eines Tages in der Südsee verschwunden ist und deren Erwachsenen Sohn es in den Fußstapfen des Vaters folgend ebenfalls zur Schiffsfahrt zog, allein in der Hansestadt Hamburg. Auch die Nachbarn und Bekannten von einst sind inzwischen entweder Verstorben oder Weggezogen. Und so sind eben nur noch sie und ihre Dackeldame Maria übrig. Maria, die von einem unbekanntem Galan Schwanger ist. Und dann bricht auch noch überraschend eine Hauswand weg, und plötzlich finden sich Erna und die hochschwangere Maria ohne Unterkunft, an Weihnachten, mitten in St. Pauli.
"Du musst lernen, loszulassen", hat Hans junior ihr vor ein paar Jahren nahegelegt. Aber loslassen, das ist nicht Ernas Sache. Wenn man etwas loslässt, dann fällt es doch auf den Boden und geht kaputt. Das möchte sie nicht. 
Zugegeben, Hans-Heinrich ist keine Porzellantasse. Der würde nicht sofort in tausend Stücke zerspringen, nur weil die Schwerkraft sich seiner bemächtigen würde. Aber mit der Erinnerung an ihn mag das anders sein. Und Erna ist kein Mensch, der gerne viel riskiert.


die zweite ist  zwar amüsant Sympatisch, aber es verwundert einen das Rick, die selbst so gekonnt mit Worten umzugehen vermag, ihre Charaktere sich so plump geben lässt, beim Flirten:

Eingewickelt
Sie hat's nicht leicht, die Erzählerin, welche in den Semesterferien in einem Parfumladen aushilft. Ausgerechnet zur Weihnachtszeit. Dabei hasst sie doch die Festtage, und hat zudem noch eine Geschenk Phobie. Und dann ist auch noch ihr "Lieblingskunde" der ein Parfum für seine Angebetete sucht, möglichst eines das sie nicht gleich wieder ablehnt...
Seine Freundin. Die ist mir inzwischen so sympathisch wie eine Kreuzung aus Margot Honecker und Schneewittchens Stiefmutter. Sie scheint sich den ganzen Tag lang mit ihrer Mutter und ihren Freundinnen ausschließlich über Parfums zu unterhalten. Wahrscheinlich, während sie sich die Nägel manikürt. Oder warum sollte mein Kunde sonst von der Idee besessen sein, ihr einen Duft zu Weihnachten zu schenken. Ach, was heißt einen Duft? Genau den richtigen will er. Den, der ihre Liebe besiegelt, der zeigt, wie sehr er sie schätzt und wie gut er ihren Geschmack kennt. Letztere Bedingung scheint allerdings unerfüllbar.



Nummer drei im Reigen will sich nicht so reicht einfügen in die Sammlung.
Witzig ist sie schon, aber eben doch auch aus dem Rahmen fallend:

Der Schneemann im Cocktailglas
Eine Vorlesegeschichte für kleine und große Kinder

Die kleine Marie verbringt wie jedes Jahr Weihnachten mit ihren Großeltern. Und wie jedes Jahr gibt Opa seine ganz persönliche, traurige Weihnachtsgeschichte zum besten. Marie hätte gerne selbst eine Geschichte, die sie jedes Jahr zum besten geben kann...
"Heiligabend duftete es sehr gut aus dem Backofen. Aber als meine Mutter - deine Uroma - das Essen servierte, bekam ich einen Schock: Es gab Gänsebraten, und das konnte nur meine geliebte Fritzenbold sein." Spätestens jetzt greifen Opa und ich zu den Taschentüchern, weil uns beiden schon die Tränen über die Wangen laufen.


Arnolds große Liebe
Die vierte Geschichte in diesem Weihnachtsreigen widmet sich wieder der Romatik.
Es geht um den sympathischen Loser Arnold, einen Kleintierverkäufer, und seiner unerreichbar scheinenden Liebe.
Ausgerechnet einen Tag vor Heiligabend setzt im sein Chef ein Ultimatum, entweder er bring seine Abteilung auf Vordermann, und verkauft endlich was, oder er kann gehen. Seinen Job zu verlieren kann sich Arnold nicht leisten, das würde das Ende seiner Liebesbeziehung bedeuten. Nur, der geforderte Umsatzzuwachs könnte das genauso...
Christina dagegen erinnert ihn an Britney Spears. Von der hat er ein Poster zu Hause. Ihre Musik interessiert ihn nicht, er könnte kein einziges Stück von ihr benennen oder gar mitsingen. Aber auf dem Bild hat sich Britney eine Schlange um die Schulter gelegt, auch einen Albino-Tigerpython. Das sieht einfach scharf aus, findet Arnold. Und seitdem vermutet er, dass Frauen, die so aussehen wie Britney, Schlangen mögen.
Christina sieht nicht nur aus wie der amerikanische Superstar, selbst die Form des Bauchnabels ist täuschend ähnlich, sowie die Tatsache, dass man diesen zu allen Jahreszeiten öffentlich bewundern kann. Wenn Christina ein Weihnachtsgeschenk wäre, müsste man sie erst noch verpacken.
Perfekte leichte Unterhaltung um sich in die rechte Stimmung zu bringen, für die Weihnachstage.
Auf weiteren zwanzig Seiten gibt es zudem noch Leseproben aus dem dotbooks Programm.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Ernas kleines Weihnachtswunder: und andere Geschichten kostenlos (eBook)

Als Weihnachtspräsent bieten bol.de/buch.de heute den bei dot.books erschienen Band Ernas kleines Weihnachtswunder: und andere Geschichten von Kirsten Rick als kostenlosen eBook download an:



Inhalt:

"Frohe Weihnachten", verabschiedet er sich. Da geht er hin, der schöne Mann mit dem von mir kunstvoll eingepackten Geschenk für seine perfekte Freundin. Ich hasse Weihnachten. Und dazu läuft schon wieder "Jingle Bells".

Eine Wohnung mit Panoramablick zu haben ist toll – wenn dafür allerdings die Außenwand des Hauses wegbricht, wirft dies einige Probleme auf. Insbesondere dann, wenn der Heiligabend vor der Tür steht und die Temperaturen auf das Niveau eines Tiefkühlfachs gefallen sind. Für Erna und ihre hochschwangere Dackel-Dame Maria heißt es nun, schnellstens eine neue Bleibe zu finden. Aber das ist gar nicht so einfach vor dem Fest der Liebe ...

Erna und Maria, außerdem eine Parfümerie-Fachverkäuferin im Vorweihnachtsstress und ein Mann, der am Heiligabend seine große Liebe zu verlieren droht: Liebevolle, etwas verrückte und immer wieder wunderbare Geschichten über die schönste Zeit des Jahres!

Freitag, 6. Dezember 2013

tucking fypos



 Im Buch The Hichhiker's Guide to the Galaxy von Douglas Adams (Kapitel 12, s.155) hat sich in der Reclam Ausgabe (Reclam, 2013) in den Erläuterungen entweder ein Fehler eingeschlichen oder ist mit dem Übersetzer Team der Humor durch gegangen, heißt es da doch für folgenden Satz:
"... and to everyone else out there, the secret is to bang the rocks together, guys."
...
1 to bang the rockets together: die (Feuer-)Steine aneinander schlagen (und damit eine Entwicklung in Gang setzen).
Nicht dass Rockets, also Raketen, aneinanderschlagen keine Entwicklung auslösen würde, nur ist die im Roman an dieser Stelle nicht gemeint.

Donnerstag, 28. November 2013

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy









The Hitchhiker's Guide to the Galaxy, Douglas Adams
(Reclam, 2013)


Dank Lovelybooks.de und dem Reclam Verlag hatte ich dieser Tage das Vergnügen den Anhalter im Originaltext zu Lesen.

 Zu Douglas Adams zum Kultbuch avancierten Roman braucht man glaube ich nicht wirklich viele Worte verlieren, die Geschichte um Arthur Dent, dessen Freund Ford Prefect und der Crew der Heart of Gold dürfte den meisten zumindest Anekdotenhaft bekannt sein, hat doch der Anhalter schon lange seinen Weg in die gängige Pop-Kultur gefunden, drum nur soviel:

 Durch ein kosmischen Zufall fällt der Tag an dem Arthur Dents Haus einer Umgehungstrasse weichen soll, auf den selben Tag an dem die Erde einer Hyperraumumgehung weichen soll. Nur dank der Hilfe seines Freundes Ford Prefect, der sich als Außerirdischer von der Beteigeuze zu erkennen gibt, gelingt es Arthur als einzigem Erdling die Erde kurz vor ihrer Vernichtung zu verlassen, in dem sie sich als Anhalter von einem Raumschiff mitnehmen lassen. Nach einer unerfreulichen Begegnung mit dem Anführer der vogonischen Abreißflotte treffen die beiden auf die Crew der Herz aus Gold, dem gesuchten Präsidenten der Galaxis Zaphod Beeblebrox, dessen Begleiterin Trillian, und dem ewig depressiven Roboter Marvin.
Zusammen brechen sie auf zu einer Reise durch die Galaxis an deren Ende die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums, und Allem steht ... nur, wie genau lautet verdammt noch mal die Frage?


 Wem die Erzählweise als lose aufgereihte, nur durch einen dünnen Handlungsfaden verbundene Sammlung an Sketchen erscheint, oder wer sich beim lesen an das Werk der Monty Pythons erinnert fühlt (Vroomfondels Ausruf: "What we demand is a total absence of solid facts. I demand that I my or may not be Vroomfondel!" erinnert sicherlich nicht von ungefähr an ähnlich sinnvolle Forderungen die in Monty Pythons "The Life of Brian" verlautbart werden), der mag dies zum einen der Abkunft dieses Romans von einer Radioshow zuschreiben und zum anderen der Tatsache das Adams und die Pythons durchaus schon zusammen gearbeitet haben.

 Zu der Originaltextfassung, wie sie uns der Reclamverlag vorlegt gilt es zu sagen das diese natürlich der zu selten adäquaten deutschen Übersetzung überlegen ist, aber auch durch die Anreicherung vom Verlag mit Vokabelhilfen für fortgeschrittene Englischeinsteiger sowie informativen Randnotizen zu Adams' Wortschöpfungen und Namensgebungen zusätzlich noch gewinnt.
Das ganze wird unterstützt durch eine hilfreichen Anhang der einzelne Aspekte des Romans herausgreift und noch einmal näher beleuchtet, sowie ein Nachwort das mögliche Zusammenhänge bezüglich Entstehung und Hintergrund des Anhalters aufzuzeigen sucht.

And all dared to brave unknown terrors, to do mighty deeds, to boldly split infinitives that no man had split before - and thus was the Empire forged.
(S.174-175)
...
Fußnote (S.175, unten)
1 f. to split infinitives: to und Grundform des Verbs im Satz trennen, z.B.: to boldly split infinitives statt to split infinitives boldly. (Split infinitives waren lange als schlechter Stil verpönt.)
...
Anmerkungen (s.297)
175,1f ... to boldly split infinitives ...: Anspielung auf die Worte im Vorspann der US-TV-Serie Star Trek (ausgestrahlt 1966-69): "Space - the final frontier. These are the Voyages of the star ship Enterprise, ist continuing mission to explore strange new worlds, to seek out new life and new civilizations, to boldly go where no man has gone before."*

(Anmerkung gekürzt wiedergegeben gegen Originaleintrag)
Natürlich bleibt es bei einer solchen Textmenge nicht aus dass man die eine oder andere Vokabel mehr im Anhang wünscht, oder aber für unnötig erklärt hält, doch im großen und ganzen denke ich hält das Buch da eine ausgewogene Mischung parat die es zu einer klaren Empfehlung für den Unterricht macht, aber auch für den interessierten Leser der vielleicht noch nicht so vertraut ist mit Adams' Werk.



 Zur deutschen Übersetzung muss ich leider Feststellen das diese über weite Teile enttäuscht wenn man sie dem Original gegenüber stellt, weil manchmal Inakkurat, manchmal zu aufdringlich.

 Zwar bemüht sich der Übersetzer zumeist dicht dran zubleiben, aber der Text weist eben doch immer wieder eigene, mal mehr mal weniger aufdringliche Einbringungen auf, so wird das obige Beispiel in der Übersetzung zu einem komplett eigenen Witz verarbeitet:
Und alle wagten es noch, unbekannten Schrecken trotzig die Stirn zu bieten, große Taten zu vollbringen und Subjekt und Objekt durch lange und komplizierte Satzkonstruktionen soweit voneinander zu trennen, wie das noch niemand zuvor getan hatte - und so wuchs das Imperium zu seiner Größe heran.

Far out in the uncharted backwaters of the unfashionable end of the Western Spiral arm of the Galaxy lies a small unregarded yellow sun. / Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne.

Slartibartfast's study was a total mess, like the results of an explosion in a public library. The old man frowned as they stepped in. / In Slartibartfaß' Atelier sah es aus wie Kraut und Rüben, so als wäre eine öffentliche Bibliothek in die Luft geflogen. Der alte Mann warf einen finsteren Blick auf das Tohuwabohu, als sie in das Zimmer traten.

Richtig schlimm wird es aber wenn zum z.B. die Vogonen statt im Öffentlichen Dienst zu stehen zum Geheimdienst verordert werden, was der Sache völlig den Witz raubt**:
Within a few short Vog years every last Vogon had migrated to the Megabrantis cluster, the political hub of the Galaxy and now formed the immensely powerful backbone of the Galactic Civil Service. / Innerhalb weniger kurzer Vogjahre war auch der letzte Vogone zum Sternhaufen Megabrantis ausgewandert, dem politischen Zentrum der Galaxis, wo sie nun das ungeheuer einflußreiche Rückgrat des Geheimdienstes der Galaxis bildeten.

* Lassen sie mich dies noch um die persönliche Anmerkung ergänzen, dass es mir scheint als haben sich die Trek Autoren später hierfür revanchiert in dem sie das Motto der Vogonen Wache welche unsere Helden aus einer Luftschleuse befördern soll, "Resistance is useless!"  (Kapitel 7, s.118), entlehnt haben für die Rasse der Borg: "Resistance is futile." (Widerstand ist zwecklos.)

** Der Witz an den bösartigen Vogonen ist hier gerade das sie einfach nur eine galaktische Abreißtruppe darstellen die für eine Bürokratie arbeiten die sich, ganz aus dem Leben gegriffen, um nichts außer ihren Verordnungen schert.

Sonntag, 27. Januar 2013

Winnetou unter Werwölfen









Winnetou unter Werwölfen, Peter Thannisch
(Piper, 2010)

Thannisch's Karl May Parodie lässt keinen Kalauer ungeschont und reitet seine Scherze zu Tode.

Kurzinhalt:
 Der Erzähler, Mayer Karl, mit A Y, folgt in St. Louis einer Anstellung als Hauslehrer für eine deutschen Familie. Über den Mönch und Waffenschmied Heinrich kommt er als Surveyor zu Mr. Bancrott, dessen angeschlagenes Unternehmen auf den Erfolgreichen Bau einer Eisenbahnlinie durch Indianergebiet angewiesen ist. Da des Mayer Karls Surveyor Kollegen Tickman, Trickman and Trackman sich jedoch als ebenso faul und trunksüchtig wie ihr Chef erweisen, muss er alles alleine machen. Zur Seite stehen ihm nur die Westmänner Sam Howlin, genannt Howlin' Sam, Dick Stick und der Büffel-Bill, die als Führer der Surveyors angeheuert worden sind. Dabei nimmt Sam Howlin den Mayer Karl unter seine Fittiche um aus der Lusche einen echten Westman zu machen.
 Als die zum Schutz der Arbeiter angeheuerten Glorreichen 13, eine Vampirbande, sich an einer Indianergrabstätte vergreifen schlägt Mayer Karl deren Anführer Ratanescu, auch Ratten-Jim genannt, bewusstlos und bekomt dafür den Westman Namen Old Silverhand verpasst. Nur kurz darauf kommt es zur Begegnung mit dem Häuptling der Apachen-Werwölfe, Schuschuschuna, und dessen Sohn Winnetou, sowie dem unter den Indianern lebenden weißen Pessimisten Klage-Peter. Diese weisen darauf hin, dass die Bahnleute sich in Indianergebiet befinden und die Vermessung abgebrochen werden soll. Als Schuschuschuna ein Handelsangebot Bancrotts ablehnt, greift Ratten-Jim zum Revolver um den Häuptling zu Töten, erweist sich dabei jedoch als solch jämmerlicher Schütze das er anstelle dessen den Klage-Peter erschießt. Daraufhin Reitet Winnetou mit seinem Vater fort, um seine Krieger zu holen und droht die Bleichgesichter auszulöschen sollten sie bei seiner Rückkehr noch immer im Indianergebiet verweilen. Der Mayer Karl beschließt zusammen mit Sam Howlin, der mit den ebenfalls in diesem Gebiet lebenden Kiowa-Werwölfen befreundet ist, dem edlen Häuptlingssohn Winnetou eine Falle zu stellen um ihn dann wieder aus der Hand der Kiowa-Werwölfe zu befreien. Der Plan gelingt zwar, aber Winnetou ahnt nicht wer ihn befreit hat wodurch sich der Mayer Karl und der Rest der Bahnleute nun von beiden Seiten angefeindet sieht...

 Es bedarf eigentlich kaum der Erwähnung, aber der Vollständigkeit halber: Winnetou unter Werwölfen schließt sich dem Trend an, Klassiker welche sich im Public Domain befinden durch allerlei übernatürliches Getier zu modernisieren und für ein jüngeres Publikum wieder attraktiv zu machen. Seinen Anfang genommen hat das ganze mit der Zombiefizierung des Jane Austen Klassikers Stolz & Vorurteil durch Seth Grahame-Smith. Laut Karl May Wiki rekapituliert Winnetou unter Werwölfen dabei die Handlung von Winnetou I, nur eben mit Werwölfen und Vampiren.

 Bei Thannisch wird dabei gekalauert was das Zeug hält: 
 "Sam Howlin etwa wird Howlin' Sam genannt, weil er so schön den Mond anheulen kann", erklärte der Büffel-Bill. "Und mich nennt man den Büffel-Bill ..."
 "... weil ihr ein Meister in der Büffeljagd seid", vermutete ich. 
 "Mitnichten, Sir", widersprach er. "So nannte man mich, weil mein holdes, untreues Eheweib wie ein Büffel aussah." 
 Sam Kicherte. "Ja, ich erinnere mich an sie. Bill hat ihr einst heimlich, während sie schlief, den Damenbart rasiert. Hat aber nichts genutzt, sah anschließend aus wie ein rasierter Büffel, wenn ich mich nicht irre." 
 "So seid ihr verheiratet?", wunderte ich mich. 
 "Die Ehe scheiterte", gestand Büffel-Bill mit trauriger Miene, "denn eines Tages, als ich etwas früher als gewöhnlich vom Spurenlesen heimkehrte, erwischte ich sie mit dem Kerl vom Ponyexpress im Bett. Der kam einmal im Jahr vorbei und brachte uns die Post." Er machte ein zerknirschtes Gesicht. "Möchte nicht wissen, wie lange das zwischen den Beiden schon lief." 

 Dazwischen versucht er sich auch immer mal wieder an Visual Comedy:
Ihre schmalen Schultern gingen über in einen biegsamen Rücken, der knappe Lendenschurz, den sie noch trug, bedeckte nur das Allernötigste ihrer wundervoll runden Kehrseite. Büffel-Bill zerrte sich das Halstuch von der Kehle, während sein Adamsapfel hektisch auf- und niederhüpfte, und wischte sich den Schweiß von der Stirn, verzweifelt darum bemüht, in eine andere Richtung zu blicken, und Dick Stick, der noch immer am Feuer saß, legte sich schleunigst den Präriehut in den Schoß , damit niemand sah, dass sein Namensgeber seine Leggins zu sprengen drohte. 

 Leider hat Thannisch dabei die Angewohnheit so ziemlich einen jeden seiner Scherze entweder so lange auszureizen bis man bald schon genervt ist davon, oder aber die quasi Erklärung warum das jetzt gerade witzig war, oder sein sollte, wenig subtil hinterher zuschieben.

 Schriftstellerisch bewegt sich Thannisch dabei auf einem eher niederen, dem Kinder und Jugendbuch zuzurechnenden Stil, wird dabei aber oft recht anzüglich und/oder sprachlich derb so das er wohl doch ein erwachseneres Publikum ins Auge gefasst hatte beim Verfassen. Inhaltlich orientiert sich das ganze bei, und bedient sich an, Bully Herbiger's "Der Schuh des Manitou" sowie "Ist ja irre - der dreiste Cowboy" (Carry On Cowboy), wobei er beim Ersteren sich der Anzüglichkeiten bedient und dem Letzteren zum Beispiel den vertrottelten Indianerhäuptling entlehnt.
 Der geneigte Fan ist dabei in beiden Fällen mit der jeweiligen Film-Vorlage besser bedient.

 Thannisch's Roman hat seine amüsanten Momente, aber über die Länge konnte er mich nur selten überzeugen.
Schade drum, Karl May mit Werwölfen, das hätte wirklich was werden können - wer einen gelungener mit Werwölfen aktualisierten Klassiker lesen möchte, der greife lieber zu Werther, der Werwolf (Wolf G. Heimrath, Goldmann 2011) oder, ohne Werwölfe aber dafür wirklich witzig, zu Sissi, Scheusalsjahre einer Kaiserin (Claudia Kern, Panini 2011)

Samstag, 12. Januar 2013

Ein Überblick

Gerade ist es in meinem Leben etwas hektisch, mit Arbeit und Familie und allem, so das ich nicht so die Zeit/Konzentration zum Schreiben finde, deshalb nur ein genereller Überblick was ich so Lese und was zu Lesen ansteht:





 Aktuell lese ich Kurd Laßwitz Auf zwei Planeten.
Darauf bin ich eher etwas zufällig gestoßen als ich ein paar Klassiker für meinen eBook Reader heruntergeladen habe (Mary Shelley's Frankenstein, Arthur Conan Doyle u.s.w.)





Dann bin ich im Netz auf Winnetou unter Werwölfen, von Peter Thannisch, gestoßen.
Zu meiner Schande muss ich gestehen das meine Versuche Karl May zu lesen nie weit geführt haben, ich liebe die Filme aber mit den Romanen kann ich nur wenig anfangen.
Jedoch: Wild West Romantik und Werwölfe das hört sich nach einem Gewinner an.



Und noch ein Deutscher Autor:
Dank Santurini steht Der weiße neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens, von Axel Hacke, auf meiner Wunschliste. Ein wie ich finde passendes Pendant zum letzjährigen Musik die uns bewegt.






Außerdem steht SM Reine's The Descent Series (Books 1-3), bei mir in den Startlöchern. Nach dem mich ihre Seasons of the moon Romane bereits begeistern konnten, wird diese wohl auf Auf zwei Planeten folgen. Und da die Descent Reihe von Dämonen und Engeln handelt, passt das auch gleich zur diesjährigen Read it in English Challenge. Yeah!






Ende Januar ist es dann endlich soweit das Patricia Brigg's Fair Game als US-Paperback erscheint. Die Alpha & Omega Romane sind für mich die Highlights im geplagten Paranormal Romance Genre. Unbedingt empfehlenswert.
(Technisch gesehen sind sie Urban Fantasy, aber der Romance näher als die Mercy Thompson Serie und Romantischer als so manche PRs die mir so unterkommen)




Auf März schließlich ist Inhuman von Kat Falls angekündigt.
Ich bin ein absoluter Fan ihrer Dark Life Romane und fand das Gemma und Ty ein absolutes Traumpaar sind. Man also darf gespannt sein was die Autorin uns im YA-Genre (Dark Life war MG) bietet.