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Samstag, 6. April 2019

tucking fypos


 Dieser peinliche Moment in Retreat 4 - Alamo, von Craig DiLouie, wo sich Übersetzer nicht im klaren darüber war welches Maß ein Yard (91,44cm) hat und uns etwas von 1,74 Meter Riesen erzählen will:
"Ihre Größe war beeindruckend. Um sich für den Dienst in der Old Guard zu qualifizieren, musste ein Soldat mindestens 1,90 Yards groß sein. Gewaltige Männer."
Kapitel 23, S.107, Luzifer Verlag

Freitag, 2. Juni 2017

Klare Sache das... (II)


 Das kommt ihm jetzt vieleicht persönlich vor, ist es aber nicht, ich arbeite mich nur gerade durch meine Romane aus dem Luzifer Verlag, und dabei stoße ich eben auf solcherlei Stilblüten.
Auch hier gilt: Übersetzung Andreas Schiffmann (aus Mort(e), von Robert Repino).
 "Stattdessen griff sein Herr mit erhobener Klinge an.
  Sebastian hielt den Atem an und fuhr am Lauf entlang, bis sein Finger den Abzug erreichte. Er feuerte. Der Schuss riss ein glänzendes Loch in seine Brust und stieß ihn unter sprühend rotem Nebel zu Boden. Das Messer wirbelte durch die Luft, bevor es klappernd auf der Küchentheke landete. Daniel bewegte seinen Mund im vergeblichen Versuch, zu sprechen."

 Also wie jetzt?
Sebastian drückt ab, bläst sich ein Loch in den Körper und Daniel stirbt daran... auch wenn der Absatz so aufgebaut ist, was der Übersetzer wirklich schreiben wollte, ist das Sebastian auf Daniel schießt und dieser mit einem Loch in der Brust zu Boden geht.
Genau so steht es im original Text:
 "He fired. The blast opened a glistening hole in the man's chest, dropping him to the floor beneath a spray of red mist."

 Dies ist zudem leider kein Einzelfall im Buch, in zumindest einem weiteren Absatz unterläuft dem Übersetzer noch so ein Schnitzer. Das verwundert, denn wenn man Repino's Werk im Original betrachtet, muss man feststellen dass der Autor sich kurzer Sätze in simpler Sprache bedient - Mort(e) war sein Debutroman - welche kaum Übersetzungshürden schaffen dürften.

Dienstag, 16. Mai 2017

Klare Sache das...


 Beim stöbern im Netz stößt man in englischsprachigen Fori ganz gerne auf die Aussage „Ich mag die Deutsche Sprache weil sie klar und geordnet ist.“ Aber dann begegnen mir in schöner Regemäßigkeit Sätze die mir dazu ein „Ach, wirklich?“ abringen.
Wie dieser, aus Jeremy Bates’ Suicide Forest (Luzifer Verlag, übersetzt von Andreas Schiffmann):
 Ich warf Mel, die neben mir auf ihrer Unterlippe kaute und den Kopf nach vorne geneigt hatte, um zu sehen, wohin sie trat, einen intensiven Blick zu.
Wie, kaut er mit auf ihrer Unterlippe und sie daneben, oder was?

Dienstag, 20. Oktober 2015

Die vergessene Welt / The Lost World








Die vergessene Welt, Arthur Conan Doyle
(Heyne,1981)


Kurzinhalt:
 Um die Liebe seiner angebeteten Lady Gladys zu gewinnen, lässt sich der junge Journalist Ned Malone auf das Wagnis eines Interviews mit dem für seinen Jähzorn gegen die Presse berüchtigten Professor Challenger ein, dessen gewagte Behauptung einer die Evolutionswissenschaft revolutionierenden jahrhundert Entdeckung in aller Munde ist. Den Streitbaren Professor als Scharlatan zu entlarven wäre wohl der Gesundheit wenig zuträglich, sollte aber doch genügen den von der Lady ersehnten Heldenmut zu beweisen.
Tatsächlich findet sich Malone nach einem stürmisch verlaufenden Gespräch mit einer Einladung zu einer Rede des Professors wieder - und schon wenig darauf, in Gefolge des Abenteurer Lord John Roxton und Professor Challengers Widersacher Professor Summerlee, auf dem Weg nach Südamerika um des Professors kühne Behauptung zu belegen.
 Zunächst im Zweifeln an der abenteuerlichen Geschichte eines von Urzeittieren bevölkerten Hochplateau, einer vergessenen Welt, finden sich die Reisenden bald von einer Rückkehr abgeschnitten im Kampf gegen Affenmenschen und Riesenechsen wieder.


 The Lost World bildet neben den Sherlock Holmes Romanen und Geschichten Arthur Conan Doyles bekanntestes Werk. Schon früh Verfilmt (erstmals 1922), zog das Buch mehrere Leinwandadaptionen und eine lose darauf basierende Fernsehserie nach sich. Dieser Popularität zum Trotz würde ich nicht so weit gehen wollen Die vergessene Welt zu Doyles besten Arbeiten zählen zu wollen. Der Zahn der Zeit hat hier schwer an dem Werk genagt, und der moderne Leser ist, nicht zuletzt im Zuge des Erfolgs eines Jurassic Park (Michael Crichton, 1990) anspruchvolleres, fundierter geschriebenes gewohnt.
 Auch Doyles Kolonial Europäischer Blick auf indigene Völker, wenn auch weit nicht so ausprägt wie zum Beispiel im Werk eines Edgar Rice Burroughs, ruft heutzutage doch eher befremden hervor beim Leser.

 Dennoch kann Doyles Abenteuergeschichte auch heute noch Unterhalten. Vor allem junge Leser wird die Erzählung nach wie vor in ihren Bann ziehen können, als älterer Leser jedoch fiel mir bei der Wiederbegegnung mit Doyles Geschichte auf wie spät erst wir zur titelgebenden Vergessenen Welt vorstoßen, und wie wenig Zeit der Autor dieser Widmet, sie macht tatsächlich nur etwa ein knappes drittel des Romans aus. Nicht zu reden von den haarstrübend hanebüchenen "Urweltechesen". Unverkennbar ist jedoch Doyles hier auch schon mal in das Satirische übergreifender Humor, und seine unnachahmlich ironische Art sich selbst als Autor gegenüber.
Wenn Doyle seinen Professor Summerlee feststellen lässt-
"It is all part and parcel of the same system of quackery and nonsense, for which I regret to say that the writer is notorious."
lag es sicherlich in der Absicht des Autors, dass der Leser diese Worte auch auf ihn und seine Geschichten bezieht, nimmt sich Doyle doch auch in seinen Geschichten über den weltersten beratenden Detektiv ganz gerne mal selbst auf das Korn, wenn Holmes Watsons schriftstellerische Freiheiten und die Sensationalismen deren sich dieser bedient, bespöttelt.

 Jurassic Park Autor Michael Crichton übrigens leistete seinen Teil am Tribut gegenüber Doyle im gleichsam benannten Sequel zum eigenen Bestseller: The Lost World (1995).
Darin nimmt er nicht nur gleichermaßen Doyles wie eigene wissenschaftlicher Fehler unter die Lupe, die Tatsache das sich unmöglich eine stabile Fauna auf solch engem Raum hätte entwickeln können (Doyle) oder der Rückgriff auf eine längst als überholt angesehen These im Bezug auf T-Rex (Crichton), sondern lässt auch die eine oder andere Szene aus dem Vorbild charmant wiederauferstehen.

 Eine Klassikerempfehlung mit Vorbehalten. Die vergessene Welt ist eben nicht so gut gealtert wie des Meisters Detektivgeschichten.
Wer es abenteuerlich moderner mag der greift lieber zum Crichton Bestseller, und wer es wissenschaftlich fundierter möchte, der wird sich mit Robert T. Bakkers Raptor Red (1995) wohler fühlen.



 Ein Vergleichender Textauszug aus der deutschen Ausgabe (Heyne, Übersetzung Elisabeth Simon) zeigt unglücklicherweise erhebliche Abweichungen und Freiheiten zum Original Text:
 "Etwas anderes zu unternehmen, wäre und ist Energieverschwendung", brummelte Professor Summerlee hinter seiner Pfeife hervor. "Sie scheinen zu vergessen, daß wir mit einem ganz bestimmten und genau definierten Auftrag hierhergekommen sind. Das Zoologisch Institut der Universität London hat uns in diese unwirtliche Gegend geschickt, damit wir die Glaubwürdigkeit von Professor Challengers Behauptungen überprüfen. Dies ist geschehen und wir sind in der Lage, unsere Aussagen zu machen, die - wie ich zugeben muß - zu Gunsten meines Kollegen ausfällt. Unsere Aufgabe ist erfüllt. Was die weiteren Einzelheiten anbelangt, die hier..."
 "Aber", versuchte sich Lord John einzuschalten, jedoch erfolglos.
 "Unterbrechen Sie mich bitte nicht" schnitt ihm Professor Summerlee grimmig das Wort ab. "Was also die weiteren Einzelheiten ..."

 "It is a waste of energy to do anything else," growled Summerlee from behind his pipe. "Let me remind you that we came here upon a perfectly definite mission, entrusted to us at the meeting of the Zoological Institute in London. That mission was to test the truth of Professor Challenger's statements. Those statements, as I am bound to admit, we are now in a position to endorse. Our ostensible work is therefore done. As to the detail which remains to be worked out upon this plateau, it is so enormous that only a large expedition, with a very special equipment, could hope to cope with it.
..."
 Nicht nur wird hier aus Professor Summerlees Anmerkung: "Let me remind you" (Lassen Sie mich Sie daran erinnern) eine vollkommen andere Redewendung gemacht ("Sie scheinen zu vergessen,") der folgende, von mir nur im Auszug wiedergegebene Monolog des Professors wird in der deutschen Übersetzung an gleich zwei Stellen versucht durch Lord Roxton zu unterbrechen. Eine Gegebenheit die sich im Originaltext nicht  finden lässt.

 Wie sich an anderer Stelle schon aufzeigen lies war (ist?) ein solcher Umgang mit dem originalen Material, man kann hier kaum noch von Übersetzung sprechen, eher schon von freier Textuminterpretation, leider nichts ungewöhnliches im Hause Heyne.


 Eine letzte Anmerkung zur frei erhältlichen eBook Ausgabe, vermutlich zu den eBook Ausgaben generell da diese sich wohl alle auf dieselbe Gutenberg.org Textversion stützen werden:
 Leider sind darin die Textbegleitenden Zeichnungen nicht wiedergegeben, das macht der Geschichte zwar keinen Abbruch dämpft aber das Lesevergnügen.

Samstag, 7. März 2015

tucking fypos

Es ist ja löblich wenn sich Autoren bemühen etwas Spachvielfalt in ihre Geschichten einzubringen, wenn man allerdings wie der Autor von They met at Shiloh (Self-Published, 2010; s.51), Phillip Bryant, keine Ahnung von der Sprache hat sollte man es lieber sein lassen ehe Absätze wie dieser zustande kommen:

Huebner paused lifting his weapon to his shoulder and gawked at the body.  
  “Schieß, Huebner! Zünd Ihr Gewehr an! Fire, Huebner! Fire your weapon!” Gustavson shouted at Huebner angrily while he ripped open a cartridge.  
  “Ja, ja, ich zünd mein Gewehr an.”

Samstag, 3. Januar 2015

tucking fypos

 Keinen Druckfehler zum Start ins neue Jahr, sondern eine Übersetzungsstilblüte.
Ein peinlicher Schnitzer, den man sich da erlaubt hat bei Ann Brashares' Wer weiß, was morgen mit uns ist (cbj, 2014; s.217).
Da wird in einer Unterhaltung der Hauptcharaktere, der Zeitreisenden Prenna und ihrem in der Gegenwart geborenen Freund aus dem Begriff illegal alien, also dem illegalen Einwanderer... aber lesen sie selbst:

"Waren das hier immer noch die USA?"
"Ja, ich bin keine illegale Außerirdische, nicht in dieser Hinsicht jedenfalls"

Freitag, 12. Dezember 2014

Das Weihnachtslied








Das Weihnachtslied, Charles Dickens
(insel verlag, 1978)



Kurzinhalt:
 Am Vorweihnachtsabend erhält der hartherzige, geizige Griesgram Ebenezar Scrooge besuch von seinem ehemaligen Geschäftsteilhaber. Überraschend deshalb, da dieser, wie der Erzähler nachdrücklich betont, ohne jeden Zweifel tot ist.
 "Es ist ganz sicher das Marley tot war. Dies muß allen ganz klar sein, da sonst nichts Wunderbares an der Geschichte ist, die ich Erzählen will."
 Der Geist des toten Geschäftspartners warnt Scrooge sodann, das drei Geister ihn in den folgenden Nächten aufsuchen werden. Nach und nach um die jeweilig genannte Stunde trifft Scrooge den auf den Geist der Vergangen Weihnacht, Geist der Gegenwärtigen Weihnacht und den Geist der Zukünftigen Weihnacht. In diesen Nächten wird im sein Leben offenbart wie es war, wie es ist und wie es im Ende sein könnte, sollte er sich nicht besseren besinnen. 


Ich denke die Geschichte ist jedem hinlänglich bekannt durch wenigstens eine der unzähligen Adaptionen.

Deshalb nur ein kurzes Wort oder zwei zur Übersetzung durch Leo Feld.
Diese fällt zwar zumeist  recht Akkurat aus:

 Marley war tot; damit wollen wir anfangen. Darüber herrscht nicht der geringste Zweifel. Sein Totenschein war unterzeichnet von dem Geistlichen, dem Notar, dem Leichenbesorger und dem Hauptleidtragenden. Scrooge unterzeichnete ihn. Und Scrooges Name stempelte jedes Unternehmen, an dem er beteiligt war, an der Böse zu einer sicheren Sache.
Der alte Marley war so tot wie ein Türnagel.
Merkt wohl auf! Ich will nicht behaupten, daß ich aus eigner Erfahrung weiß, was an einem Türnagel so außergewöhnlich tot ist. Ich für meine Person wäre vielleicht versucht gewesen, einen Sargnagel als das toteste Stück Eisen im Handel zu betrachten. Allein in diesem Gleichnis liegt die Weisheit unserer Urväter, und meine profanen Hände sollen nicht daran rütteln, sonst ist es um das Land geschehen. Man wird es mir daher erlauben, nochmals nachdrücklichst zu wiederholen, daß Marley so tot war wie ein Türnagel.

 Marley was dead: to begin with. There is no doubt whatever about that. The register of his burial was signed by the clergyman, the clerk, the undertaker, and the chief mourner. Scrooge signed it: and Scrooge's name was good upon 'Change, for anything he chose to put his hand to. Old Marley was as dead as a door-nail.
Mind! I don't mean to say that I know, of my own knowledge, what there is particularly dead about a door-nail. I might have been inclined, myself, to regard a coffin-nail as the deadest piece of ironmongery in the trade. But the wisdom of our ancestors is in the simile; and my unhallowed hands shall not disturb it, or the Country's done for. You will therefore permit me to repeat, emphatically, that Marley was as dead as a door-nail.
Man merkt schon, der Übersetzer nimmt es nicht so genau bei der Übersetzung. Zum Beispiel die Phrase
  Scrooge signed it: and Scrooge's name was good upon 'Change, for anything he chose to put his hand to.
Scheint doch eher geeignet sich in etwa wie folgend übersetzen zu lassen:
  "sein Name war bares Geld wert, in allem das er zur Hand nahm."


Die Angewohnheit das Übersetzers manches eher frei zu übersetzen fällt zu einem späteren Zeitpunkt mehr noch und unangenehmer ins Auge:

 Dies war für ihn ein großer Trost, weil "drei Tage nach Sicht zahlen Sie diesen Primawechsel an Herrn Ebenezar Scrooge oder dessen Ordre usw." für ihn nur etwa eine Bürgschaft gleich der in den Vereinigten Staaten üblichen geworden wäre, hätte er die Zwischentage nicht zählen können.

 This was a great relief, because "three days after sight of this First of Exchange pay to Mr. Ebenezer Scrooge or his order," and so forth, would have become a mere United States' security if there were no days to count by.
Hier ist die Übersetzung doch sehr ungelenk, und unnötig verwirrend ausgefallen. Ich habe den Satz dreimal gelesen und versucht mir einen Reim darauf zu machen, ehe ich das Original nachschlug um herauszufinden was der Autor denn tatsächlich zu sagen meinte. Es erschließt sich mir beim Lesen noch immer nicht so recht wie der Übersetzer auf dieses verfallen konnte:
  für ihn nur etwa eine Bürgschaft gleich der in den Vereinigten Staaten üblichen geworden wäre.
Ein für ihn taucht im Originaltext überhaupt nicht auf, und die Bürgschaft gleich der in den Vereinigten Staaten üblichen ist eine missverständliche Übersetzung von Dickens Seitenhieb auf wertlose Staatsanleihen welche die US Regierung ausgab. Auch spricht das Original nicht von Tagen die man nicht mehr Zählen konnte, sondern vom fehlen der Tage die man hätte Zählen können, die Übersetzung hätte also lauten sollen
"Dies war für ihn eine großer Erleichterung, weil "drei Tage nach Sicht zahlen Sie diesen Primawechsel an Herrn Ebenezar Scrooge oder dessen Ordre usw." für ihn nur noch eine US Bürgschaft geworden wäre, hätte es keine Zwischentage zum zählen geben."


Es gibt noch ein paar andere Dinge an denen ich mich ein bisschen rieb beim Lesen.
Warum aus Ebenezer ein Ebenezar wurde leuchtet mir nicht recht ein, aber da der Name selbst eine Übersetzung aus dem Hebräischen ist, muss da wohl eine Schreibweise als so richtig wie die andere gelten, denn das eine geht so schwer über die Zunge wie das andere, was mich aber grund heraus geärgert hat war dass in dieser Übersetzung aus Tiny Tim ein  kleiner Gottlieb wurde - ein so gar nicht in eine britische Weihnachtsgeschichte passender Name.

Sonntag, 16. Februar 2014

The Day of the Triffids









The Day of the Triffids, John Wyndham
(Penguin Books, 1973)


 Es begann mit den Triffids.
 Eine zunächst namenslose neue Pflanzenspezies, von der es heißt man habe sie tief in den Dschungeln des Amazonas entdeckt, revolutioniert den Ölmarkt. Triffid Öl erweist sich als hochgradig potenter denn herkömmliches Sonnenblumen Öl, und die Pflanzen werden durch ihre einfache Reproduzierbarkeit zur perfekten, jedoch nicht völlig ungefährlichen Alternative. Bei den Triffids handelt es sich um fleischfressende Pflanzen, welche fähig sind sich selbst fortzubewegen und bewehrt mit einem Giftstachel, den sie treffsicher auf eine Distanz von etwa drei Meter ausschleudern können, auf Jagd zu gehen.

 William Masen kennt die Triffids besser als viele andere, als Kind von einem Triffid angegriffen, war er fortan sein Leben lang von ihnen Fasziniert und arbeit nun auf einer Triffid-Farm. Bis ihn ein Arbeitsunfall der ihn beinahe das Augenlicht kostet ins Krankenhaus bringt.
Ironie des Schicksals, am Tag bevor ihm sein Augenverband entfernt werden soll geht ein Kometenschauer über der Erde nieder in dessen Gefolge es zu einem nie gesehenen, weltweiten Naturspektakel kommt das den ganzen Himmel grün aufleuchten lässt.
Am folgenden Tag ist die Welt erblindet, nur wenige die das Naturschauspiel nicht verfolgten entgingen diesem Schicksal und schnell bilden sich unterschiedliche Fronten aus.
William Masens erster Gedanke angesichts des Chaos eines blinden London, ist die Stadt zu Verlassen und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Es steht für ihn außer Frage das die Millionen von Blinden nicht lange Überleben werden und es von den ersten Toten bis zur Ausbreitung von Seuchen nur ein kurzer Zeitraum sein wird.
Doch eine weitere Gefahr wird zunächst unterschätzt, die Triffids welche den Menschen bisher kaum gefährlich werden konnten, solange man nur eine gewisse Vorsicht walten ließ, wachsen gegen eine blinde Menschheit zur tödlichen Bedrohung.
Der Tag nach dem Kometenschauer, wird zum Tag der Triffids.



 Dank einer großzügigen GoodReads Tauschpartnerin, sind im letzten Monat mehrere Werke des Britischen Autors John Wyndham im Original bei mir eingezogen, darunter unter anderem The day of the Triffids, welchen ich vor Jahren in der deutschen Übersetzung gelesen habe.

 Das erste das dem geneigten Leser der neu zu Wyndham stößt, an The day of the Triffids auffallen mag, ist sicherlich wie sehr die Eingangssequenz an die Eröffnung des Horrorfilms "28 days later" erinnert. Der Held des Romans, William Masen, erwacht in einem verlassen erscheinenden Hospital, noch ahnungslos dessen was der Welt widerfuhr, und findet sich nach verlassen desselben erst einmal in einem wie ausgestorben daliegenden London wieder.
Dies alles nimmt der Autor gekonnt im Einprägsamen Anfangssatz vorweg:

 When a day that you happen to know is Wednesday starts off by sounding like Sunday, there is something seriously wrong somewhere.*

Weitere Szenen des Romans, wie z.B. die Belagerung unserer Helden, welche sich hinter einem elektrischen Schutzzaun verschantzen, durch die Triffids, erinnern uns heutzutage an ganz ähnliche Bilder aus der Welle der Zombie-Filme, welcher ja auch "28 Days" entsprang.
 Das zweite dass der moderne Leser bemerken mag ist welch strikten Rollenbildern die Charaktere folgen, dies macht sich einem besonders gegen Ende hin bewusst wenn es heißt:

 I thought of Coker and his talk of the leader, the teacher, the doctor - and of all the work that would be needed to support us on our few acres.
...
Of Susan who should have the chance of a husband and babies.

 Zu Wyndhams Ehrenrettung muss an dieser Stelle erwähnt werden dass der Autor um die Jahrhundertwende, genauer 1903, das Licht der Welt erblickte, und von daher natürlich von einem ganz anderen Frauenbild geprägt wurde.

 Wyndham gehört mit zu den bekanntesten und wohl einflussreichsten Autoren der Britischen SF, und sein The Day of the Triffids brachte es dadurch auf bisher drei Verfilmungen unterschiedlicher Qualität.
(Und auch ein hoch amüsantes Enactment: Day of the LEGO Triffids! - leider ist vom originalen Posting nur noch diese Bild übrig, als Trost hier noch eine neuere Lego Version: Day of the Triffids)
Ist das Grundgerüst seiner Romane zwar meist geprägt von immer noch aktuellen Ängsten, Day of the Triffids zeigt sich mit Themen wie Genmanipulation an Pflanzen und der Furcht vor einem satellitengestützten globalen Kriegsakt,  gar überraschend vorrausblickend** einerseits, muten sie auf Grund fehlender wissenschaftlicher Kenntnisse, oder eventuell einfach tieferer Interessen seitens des Autors, nicht extra zu erwähnen die oben genannte gesellschaftliche Prägung, auch oft hoffnungslos überholt an.

 Wer jedoch bereit ist sich darauf einzulassen, den erwartet mit The Day of the Triffids ein noch immer gut unterhaltendes, eben nicht so ganz wissenschaftliches Stück Post-Apokalyptischer Science Fiction.


 Leider musste ich beim herauskramen meiner vor Jahren gelesenen Heyne Übersetzung des Buches feststellen das diese zwar mit einem weit ansehnlicheren cover daherkommt, aber stark gekürzt wurde gegenüber dem Original Text***, ca. 80 Seiten weniger, und, wie um Verletzung noch Beleidigung hinzuzufügen, sehr Schlampig übersetzt dazu:

 Das St.-Merryns-Spital lag an einer Haupstraße, nahe einer verkehrsreichen Kreuzung; weshalb man es da hingebaut hatte und die Nerven der Patienten einer dauernden Belastung aussetzte, habe ich nie ergründen können. Den weniger empfindlichen Kranken mochte der ununterbrochene Verkehrslärm das Gefühl geben, dass sie auch in ihren Betten dem Leben nahe blieben.

( Why the founders of St Merryn's Hospital chose to erect their institution at a main road crossing upon a valuable office-site and thus expose their patients' nerves to constant laceration, is a foible that I never properly understood. But for those fortunate enough to be suffering from complaints unaffected by the wear and tear of continuous traffic, it did have the advantage that one could lie abed and still not be out of touch, so to speak, with the flow of life.)


Die aktuelle BBC Verfilmung (2009) greift Wyndhams Vorlage sehr frei auf, versucht das ganze etwas zu modernisieren. Aus dem Kometenschauer der Vorlage wird eine Sonnen-Protuperanz deren unerwarteter Nebeneffekt das Erblinden aller Beobachter ist. Die Herkunft der Triffids liegt hier nicht mehr jenseits des Eisernen Vorhangs, sondern im, im Buch nur als Vorwand angegebenen, Amazonasgebiet. William Masen der im Buch als eine Art Triffid-Gärtner arbeitete wird in der Verfilmung zum Wissenschaftler, der getrieben durch den Tod seiner Mutter, die Triffids selbst erforscht.
Trotz dieser und anderer Änderungen in der Grundkonstellation folgt die Geschichte nach wie vor in großen Zügen der Romanvorlage so das diese durchaus noch erkennbar bleibt, und bietet, mit einigen Effekten angereichert, zumindest kurzweilige Unterhaltung.



*   Frei übersetzt: "Wenn ein Tag von dem du weißt das es Mittwoch ist, damit beginnt dass er wie Sonntag klingt, dann ist irgendwo etwas ernsthaft nicht in Ordnung."
**  Erstveröffentlicht in 1951, dreißig Jahre vor Reagans "Star Wars" Projekt (SDI - Strategic Defense Initative).
*** Die aktuell erhältliche Neuübersetzung, scheint jedoch den ungekürzten Text wiederzugeben, stützt sich allerdings augenscheinlich dabei auf die erwähnte Übersetzung.

Montag, 2. Dezember 2013

Verloren in Übersetzung

Hinblicks auf den Anhalter und dessen deutsche Fassung, dachte ich mir ich stelle einfach mal Spaßeshalber ein paar weitere Übersetzungsbeispiele vor:
The Man who cried "Wolf!", Robert Bloch

 The moon had just come up. It was shining across the lake, and when Violet came in it cast a silver web over her hair.
 But it wasn't moonlight that shone in sullen pallor from her face. It was fear.
 "What's biting you?" I asked.
 "A werewolf," said Violet.

Der Werwolf, Robert Bloch (Walter Brumm Übersetzung)

 Der Mond war noch nicht lange aufgegangen. Er schien über den See, und als Violet herein kam, warf er ein silbernes Netz über ihr Haar.
 Aber die Blässe in ihrem Gesicht kam nicht vom Mondlicht. Sie hatte Angst.
"Was ist los?" fragte ich.
"Ein Werwolf", sagte Violet.

Eine Frau wie Lisa, Robert Bloch (Evelyn Linke Übersetzung)

 Der Mond war gerade aufgegangen. Sein Licht viel auf den See, und als Violet hereinkam, wob es ein silbernes Netz um ihr Haar.
 Aber es war nicht das Mondlicht, das ihr Gesicht so bleich erscheinen ließ. Es war die Angst.
 "Was hast du?" fragte ich.
 "Ein Werwolf", sagte Violet.

 Obwohl die Walter Brumm Übersetzung in diesem einen Punkt Werktreuer ist, gebe ich hier der von Evelyn Linke geschaffenen Version, vom Mondlicht welches sich wie ein Spinnennetz um Violet webt, als Leser den Vorzug. Ihre Wortwahl verleiht der Geschichte mehr Lyrik, nach meinem Empfinden.
Anmerkenswert scheint hier noch wie beide Übersetzer sich dem naheliegenden widersetzen und darauf verzichten auf Blochs simples Wortspiel einzugehen (What's biting you ; Was beist dich / -hat dich gebissen), auch was grob Übersetzt "Es war nicht Mondlicht das blass von ihrem Gesicht schien..." heist, wird von beiden tulich vermieden.




Blue Moon, Lori Handeland

 My lips twitched. Zelda Hupmen was seventy-five if she was a day. A hard-drinking, chain-smocking throwback to the good times when such a lifestyle was commonplace and the fact it would kill you still a mystery.
 Obviously Zelda had yet to hear the scientific findings, since she was going to outlive everyone by smoking unfiltered Camels and drinking Jim Beam for breakfast.
 "Maybe the crazies just gearing up for the blue moon we've got coming."
 "What in living hell is a blue moon?"

Wolfskuss, Lori Handeland (Patricia Woytinek Übersetzung)

 Meine Mundwinkel zuckten. Zelda Hupmen war ein fünfundsiebzigjähriges, heftig trinkendes, kettenrauchendes Überbleibsel der guten alten Zeiten, wo ein solcher Lebenswandel gang und gäbe und der Umstand, dass er einen töten konnte, noch ein Mysterium war.
 Offensichtlich hatte Zelda von diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch immer nichts gehört, denn es schien, als wollte sie jeden überleben, in dem sie filterlose Zigaretten rauchte und zum Frühstück Whiskey trank.
 "Vielleicht machen sich die Spinner auch nur für den Blauen Mond bereit, auf den wir zusteuern."
 "Was zum Teufel ist ein blauer Mond?"
 Ich kann nur vermuten das aus Werberechtlichengründen die filterlosen Camels zu Zigaretten wurden und aus Jim Beam Whiskey wurde - wobei man letzteren dann zumindest noch mit Bourbon hätte übersetzen können. Ich hätte auch eher erwartet das man ein  "What in living hell..." mit einem "Was zur Hölle..." Übersetzt.




The Raven, Edgar Allan Poe

Once upon a midnight dreary, while I pondered, weak and weary,
Over many a quaint and curious volume of forgotten lore--
While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping,
As of some one gently rapping, rapping at my chamber door.
''Tis some visitor,' I muttered, 'tapping at my chamber door--
Only this and nothing more.'

Der Rabe, Edgar Allan Poe (Michael Görden Übersetzung)

Einst bis in die tiefste Nacht, müd' und traurig ich bedacht,
was ich fände noch an Macht, in der alten Bücher Lehr -
tief den Schlaf schon in den Knochen, hörte plötzlich ich ein Pochen,
wie nicht mehr seit langen Wochen, Wochen die mir menschenleer,
"Ein selt'ner Gast wohl", sagt ich mir, "spät noch fand den Weg hierher,
    sein Klopfen war's, nichts weiter mehr."
 

Der Rabe, Edgar Allan Poe (Hedda Moeller-Bruck Übersetzung)

Eines Nachts, aus gelben Blättern mit verblichnen Runenlettern
Tote Mären suchend, sammelnd von des Zeitenmeers Gestaden,
Müde in die Zeilen blickend und zuletzt im Schlafe nickend,
Hört' ich plötzlich leise klopfen, leise, doch vernehmlich klopfen
Und fuhr auf, erschrockend stammelnd: "Einer von den Kameraden",
    "Einer von den Kameraden".
 Wenn man eine Königsdisziplin der Übersetzung benennen sollte müsste das wohl die, zugleich auch Kardinalfrevel darstellende, Gedichtübersetzung sein. Hierbei bemüht sich Hedda Moeller-Brock zumindest noch um den Erhalt einer gewissen Atmosphäre, wenn sie sich auch sonst wenig um den tatsächlichen Inhalt zu scheren scheint..
Gördens Übersetzung gibt sich da etwas mehr mühe, aber auch er verliert zum Ende hin zunehmend und opfert letztlich den Inhalt dem Reim. Man merkt hier auch wieder sofort wie beide die Wiederholung am Ende, die ein Kernelement in Poes Gedicht darstellt, scheuen, Görden gar einen eigenen zusätzliche Reim in die zweite Zeile fügt der sich im Original nicht findet.




The Fall of the House of Usher, Edgar Allan Poe

At the request of Usher, I personally aided him in the arrangements for the temporary entombment. The body having been encoffined, we two alone bore it to its rest. The vault in which we placed it (and which had been so long unopened that our torches, half smothered in its oppressive atmosphere, gave us little opportunity for investigation) was small, damp, and entirely without means of admission for light; lying, at great depth, immediately beneath that portion of the building in which was my own sleeping apartment.

Der Untergang des Hauses Usher, Edgar Allan Poe (Hertha Lorenz Übersetzung)

 Auf die Bitte Ushers half ich ihm den selbst bei den Vorkehrungen für das vorläufige Begräbnis. Nach dem wir den Leichnam in den Sarg gelegt hatten, trugen wir zwei ihn ganz allein in die Ruhestätte. Das Gewölbe, in welches wir ihn stellten, und das schon so lange nicht mehr geöffnet worden war, dass unsere Fackeln in seiner drückenden Atmosphäre nahezu erstickten gab uns nur wenig Gelegenheit zu einer genaueren Untersuchung. Es war klein, dumpf und gestattete dem Licht keinerlei Zutritt; es lag sehr tief unterhalb der Erdoberfläche, unmittelbar unter jenem Teil des Gebäudes, in welchem sich mein Schlafzimmer befand.

Der Untergang des Hauses Usher, Edgar Allan Poe (Hedda Moeller-Bruck Übersetzung)

 Auf Ushers Bitte war ich ihm bei der vorläufigen Bestattung behilflich. Nachdem wir den Körper in den Sarg gelegt, brachten wir ihn allein an seine Ruhestätte. Das Gewölbe, in dem wir ihn niedersetzten, war eng, feucht und so lange nicht mehr geöffnet worden, dass unsere Fackeln in der dicken Atmosphäre fast verloschen und nur geringe Möglichkeiten boten, eine weitere Untersuchung vorzunehmen. Dieses Gewölbe lag in ziemlicher Tiefe unmittelbar unter dem Teile des Gebäudes, der auch mein Schlafzimmer enthielt.
 Bei den mir vorliegenden Übersetzungen von Poes Storykorpus zeigt sich hingegen nur wenig Varianz von Übersetzer zu Übersetzer, aber hier scheint mir Hedda Moeller-Bruck sich mehr um Originaltreue zu bemühen, und wieder stoßen wir, bei Lorenz, auf eigene, überflüssige Texteingabe (sehr tief unterhalb der Erdoberfläche).

Witziger Zufall, onfiction.ca, hat gerade dieser Tage einen Artikel zum Thema Übersetzungen/Übersetzer, und bei denen scheint der Konsens zu Lauten das ein Übersetzer eben auch Interpret ist - was Sicher ein Stück weit stimmt, denn wann immer ein Sprachbild sich nicht Übersetzen lässt muss natürlich ein passender, sinnerhaltender Ersatz gefunden werden. Sprich: Nicht alle eigen Einbringung ist zwangsläufig schlecht, manchmal ist sie sogar notwendig.

Anmerkung:
Der Titel dieser Post "Verloren in Übersetzung" ist natürlich eine direkte, grammatisch inakkurate Übersetzung von "Lost in translation".

Donnerstag, 28. November 2013

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy









The Hitchhiker's Guide to the Galaxy, Douglas Adams
(Reclam, 2013)


Dank Lovelybooks.de und dem Reclam Verlag hatte ich dieser Tage das Vergnügen den Anhalter im Originaltext zu Lesen.

 Zu Douglas Adams zum Kultbuch avancierten Roman braucht man glaube ich nicht wirklich viele Worte verlieren, die Geschichte um Arthur Dent, dessen Freund Ford Prefect und der Crew der Heart of Gold dürfte den meisten zumindest Anekdotenhaft bekannt sein, hat doch der Anhalter schon lange seinen Weg in die gängige Pop-Kultur gefunden, drum nur soviel:

 Durch ein kosmischen Zufall fällt der Tag an dem Arthur Dents Haus einer Umgehungstrasse weichen soll, auf den selben Tag an dem die Erde einer Hyperraumumgehung weichen soll. Nur dank der Hilfe seines Freundes Ford Prefect, der sich als Außerirdischer von der Beteigeuze zu erkennen gibt, gelingt es Arthur als einzigem Erdling die Erde kurz vor ihrer Vernichtung zu verlassen, in dem sie sich als Anhalter von einem Raumschiff mitnehmen lassen. Nach einer unerfreulichen Begegnung mit dem Anführer der vogonischen Abreißflotte treffen die beiden auf die Crew der Herz aus Gold, dem gesuchten Präsidenten der Galaxis Zaphod Beeblebrox, dessen Begleiterin Trillian, und dem ewig depressiven Roboter Marvin.
Zusammen brechen sie auf zu einer Reise durch die Galaxis an deren Ende die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums, und Allem steht ... nur, wie genau lautet verdammt noch mal die Frage?


 Wem die Erzählweise als lose aufgereihte, nur durch einen dünnen Handlungsfaden verbundene Sammlung an Sketchen erscheint, oder wer sich beim lesen an das Werk der Monty Pythons erinnert fühlt (Vroomfondels Ausruf: "What we demand is a total absence of solid facts. I demand that I my or may not be Vroomfondel!" erinnert sicherlich nicht von ungefähr an ähnlich sinnvolle Forderungen die in Monty Pythons "The Life of Brian" verlautbart werden), der mag dies zum einen der Abkunft dieses Romans von einer Radioshow zuschreiben und zum anderen der Tatsache das Adams und die Pythons durchaus schon zusammen gearbeitet haben.

 Zu der Originaltextfassung, wie sie uns der Reclamverlag vorlegt gilt es zu sagen das diese natürlich der zu selten adäquaten deutschen Übersetzung überlegen ist, aber auch durch die Anreicherung vom Verlag mit Vokabelhilfen für fortgeschrittene Englischeinsteiger sowie informativen Randnotizen zu Adams' Wortschöpfungen und Namensgebungen zusätzlich noch gewinnt.
Das ganze wird unterstützt durch eine hilfreichen Anhang der einzelne Aspekte des Romans herausgreift und noch einmal näher beleuchtet, sowie ein Nachwort das mögliche Zusammenhänge bezüglich Entstehung und Hintergrund des Anhalters aufzuzeigen sucht.

And all dared to brave unknown terrors, to do mighty deeds, to boldly split infinitives that no man had split before - and thus was the Empire forged.
(S.174-175)
...
Fußnote (S.175, unten)
1 f. to split infinitives: to und Grundform des Verbs im Satz trennen, z.B.: to boldly split infinitives statt to split infinitives boldly. (Split infinitives waren lange als schlechter Stil verpönt.)
...
Anmerkungen (s.297)
175,1f ... to boldly split infinitives ...: Anspielung auf die Worte im Vorspann der US-TV-Serie Star Trek (ausgestrahlt 1966-69): "Space - the final frontier. These are the Voyages of the star ship Enterprise, ist continuing mission to explore strange new worlds, to seek out new life and new civilizations, to boldly go where no man has gone before."*

(Anmerkung gekürzt wiedergegeben gegen Originaleintrag)
Natürlich bleibt es bei einer solchen Textmenge nicht aus dass man die eine oder andere Vokabel mehr im Anhang wünscht, oder aber für unnötig erklärt hält, doch im großen und ganzen denke ich hält das Buch da eine ausgewogene Mischung parat die es zu einer klaren Empfehlung für den Unterricht macht, aber auch für den interessierten Leser der vielleicht noch nicht so vertraut ist mit Adams' Werk.



 Zur deutschen Übersetzung muss ich leider Feststellen das diese über weite Teile enttäuscht wenn man sie dem Original gegenüber stellt, weil manchmal Inakkurat, manchmal zu aufdringlich.

 Zwar bemüht sich der Übersetzer zumeist dicht dran zubleiben, aber der Text weist eben doch immer wieder eigene, mal mehr mal weniger aufdringliche Einbringungen auf, so wird das obige Beispiel in der Übersetzung zu einem komplett eigenen Witz verarbeitet:
Und alle wagten es noch, unbekannten Schrecken trotzig die Stirn zu bieten, große Taten zu vollbringen und Subjekt und Objekt durch lange und komplizierte Satzkonstruktionen soweit voneinander zu trennen, wie das noch niemand zuvor getan hatte - und so wuchs das Imperium zu seiner Größe heran.

Far out in the uncharted backwaters of the unfashionable end of the Western Spiral arm of the Galaxy lies a small unregarded yellow sun. / Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne.

Slartibartfast's study was a total mess, like the results of an explosion in a public library. The old man frowned as they stepped in. / In Slartibartfaß' Atelier sah es aus wie Kraut und Rüben, so als wäre eine öffentliche Bibliothek in die Luft geflogen. Der alte Mann warf einen finsteren Blick auf das Tohuwabohu, als sie in das Zimmer traten.

Richtig schlimm wird es aber wenn zum z.B. die Vogonen statt im Öffentlichen Dienst zu stehen zum Geheimdienst verordert werden, was der Sache völlig den Witz raubt**:
Within a few short Vog years every last Vogon had migrated to the Megabrantis cluster, the political hub of the Galaxy and now formed the immensely powerful backbone of the Galactic Civil Service. / Innerhalb weniger kurzer Vogjahre war auch der letzte Vogone zum Sternhaufen Megabrantis ausgewandert, dem politischen Zentrum der Galaxis, wo sie nun das ungeheuer einflußreiche Rückgrat des Geheimdienstes der Galaxis bildeten.

* Lassen sie mich dies noch um die persönliche Anmerkung ergänzen, dass es mir scheint als haben sich die Trek Autoren später hierfür revanchiert in dem sie das Motto der Vogonen Wache welche unsere Helden aus einer Luftschleuse befördern soll, "Resistance is useless!"  (Kapitel 7, s.118), entlehnt haben für die Rasse der Borg: "Resistance is futile." (Widerstand ist zwecklos.)

** Der Witz an den bösartigen Vogonen ist hier gerade das sie einfach nur eine galaktische Abreißtruppe darstellen die für eine Bürokratie arbeiten die sich, ganz aus dem Leben gegriffen, um nichts außer ihren Verordnungen schert.