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Freitag, 2. Juni 2017

Klare Sache das... (II)


 Das kommt ihm jetzt vieleicht persönlich vor, ist es aber nicht, ich arbeite mich nur gerade durch meine Romane aus dem Luzifer Verlag, und dabei stoße ich eben auf solcherlei Stilblüten.
Auch hier gilt: Übersetzung Andreas Schiffmann (aus Mort(e), von Robert Repino).
 "Stattdessen griff sein Herr mit erhobener Klinge an.
  Sebastian hielt den Atem an und fuhr am Lauf entlang, bis sein Finger den Abzug erreichte. Er feuerte. Der Schuss riss ein glänzendes Loch in seine Brust und stieß ihn unter sprühend rotem Nebel zu Boden. Das Messer wirbelte durch die Luft, bevor es klappernd auf der Küchentheke landete. Daniel bewegte seinen Mund im vergeblichen Versuch, zu sprechen."

 Also wie jetzt?
Sebastian drückt ab, bläst sich ein Loch in den Körper und Daniel stirbt daran... auch wenn der Absatz so aufgebaut ist, was der Übersetzer wirklich schreiben wollte, ist das Sebastian auf Daniel schießt und dieser mit einem Loch in der Brust zu Boden geht.
Genau so steht es im original Text:
 "He fired. The blast opened a glistening hole in the man's chest, dropping him to the floor beneath a spray of red mist."

 Dies ist zudem leider kein Einzelfall im Buch, in zumindest einem weiteren Absatz unterläuft dem Übersetzer noch so ein Schnitzer. Das verwundert, denn wenn man Repino's Werk im Original betrachtet, muss man feststellen dass der Autor sich kurzer Sätze in simpler Sprache bedient - Mort(e) war sein Debutroman - welche kaum Übersetzungshürden schaffen dürften.

Kommentare:

  1. Huhu Gerd,
    ich war gerade so durch den bildhaften Text gefangen genommen, dass ich glatt den Logikfehler überlesen habe ;o))) Beim erneuten Lesen hätte man vielleicht rein interpretieren können, dass Sebastian sich selbst erschießt...
    Da hat der Übersetzer scheinbar ein wenig geträumt ;o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Ja, hat er.
      Aber, wenn man über diese Übersetzungsschwächen hinwegsieht, muss ich zugestehen das der Luzifer Verlag mit Mort(e) einen richtig guten Griff getan hat. Die Geschichte ist ein wenig Gesellschaftskritik, ein wenig Appell für mehr humanität im Umgang mit unseren mit Erdenbewohnern, und rund herum gelungene Unterhaltung.

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