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Sonntag, 7. Januar 2018

Unvergesslich!







Unvergesslich!, Heike Abidi und Anja Koeseling (Hrsg.)
(Eden Books, 2017)

 28 wahre und wildromantische Geschichten von der ersten Liebe...

 Nun genaugenommen sind es 28 zum Teil wahre Geschichten und nicht alle handeln von der ersten Liebe. Tatsächlich bin ich versucht zu sagen das der Begriff Liebe hier weit gefasst wurde, und von der ersten Schwärmerei bis zur großen Liebe reicht.
Dann aber wieder, wer bin ich schon, anderen Vorschreiben zu wollen was Liebe ist, verwahre ich mich doch selbst streng hiergegen.

 Also, noch mal von vorne.
Unvergesslich! ist Teil einer Anthologien Reihe der Autorinnen Heike Abidi und Anja Koeseling welche teils wahre Kurzgeschichten zu unterschiedlichen Themen (Urlaub, Arbeit, Feiertage) versammeln, Herausgegeben im Eden Books Verlag welcher Teil der Edel Germany GmbH ist. In 28 meist humorvoll erzählten Geschichten präsentiert sich hier das Thema Liebe in all seinen unterschiedlichen Facetten.

 Wie es mit Kurzgeschichten Sammlungen so ist, kann einem nicht immer alles gleich gut gefallen (die Anzahl derer welche für mich diese Hürde nehmen konnten lässt sich bei mir an einer Hand abzählen und wurden vermutlich alle von Martin H. Greenberg herausgegeben). Es ist sicherlich keine einfache Aufgabe, Geschichten auszuwählen welche ausreichend variieren um sich nicht zu einem Einheitsbrei zu vermengen, aber zugleich stilistisch nicht zu sehr ausschweifen so das ein durchgängiges Lesevergnügen gewahrt bleibt. Auch wenn es einzelne Geschichten gab welche meinen Geschmack nicht trafen (dafür aber den meiner Mitleserinnen, und vice versa gefielen auch nicht jeder die Geschichten die ich in der Sammlung besonders mochte), möchte ich gleich einmal festhalten, dass die beiden Herausgeberinnen ihre Arbeit meines Erachtens nach sehr gut gemacht haben. Der Band hält mühelos was man sich von einer solchen Sammlung versprechen darf.
 Die sich Gesamtthematisch mit der Liebe befassenden Geschichten sind noch einmal in unterschiedlichen Unterthemen zusammengefasst, welchen jeweils eine kurze, sympathische Einleitung vorangeht.
So liest man sich beginnend mit Geschichten über Jugendliebe und –verliebtheit, über Liebesausnahmezustände und Liebeswirren, bis hin zur Herbstliebe die sich als nicht minder süß und aufregend erweist.
 Geschichten die den Blick Nostalgisch zurück wenden, sich des Hier und Jetzt erfreuen oder Hoffnungsfroh vorausblicken lassen.

 Wie erwähnt, stilistisch ist natürlich nicht alles aus einem Guss.
 Es gibt Geschichten die eleganter und unterhaltender daher kommen als andere (Akram El-Bahay sticht zusammen mit Olaf Köhler hier meiner Meinung nach als Erzähler besonders hervor) und eben auch solche die ich nur angelesen und dann rasch überblättert habe (wobei sich letztere in kleinem Maß bewegen, und wie gesagt, auch diese fanden ihre Liebhaber unter der Leserschaft). Interessanterweise sind den Geschichten keine Autorennamen vorangestellt, was für mich zum Beispiel bei den Geschichten Schockverliebt und Junggesellenabschied für eine gewisse Überraschung sorgte, da diese beiden inhaltlich doch sehr unterschiedlichen Geschichten tatsächlich aus der Feder der selben Autorin stammen.
 Im Abschluss gibt es zwar zu jedem Autor ein Kurzprofil, doch nicht alle verraten wer was geschrieben hat.

 Zudem rundet ein sogenannter Neurointuitiver Psychotest das Leseerlebnis ab.
 Nachdem ich nun Seitenweise in Erinnerung schwelgte und mich ganz dem Gefühl der Liebe hingab, illustrierte Ihre Wahrheit über die Liebe mittels einer kleinen Sammlung an Zitaten, welche dann noch einmal in einen Kontext gestellt werden, unterschiedliche Ideen über die Liebe und drängte ganz unaufdringlich dazu sich noch einmal ganz persönliche Gedanken zum Thema zu machen.

 Für mich eine sehr gelungene, unterhaltsame, meist positive, oft hoffnungslos romantische Lektüre.

 Als Leseempfehlungen hervorheben wollte ich (in Reihenfolge ihres Auftritts), die folgend Geschichten:

Auf Immer und Ewig
– Die erste Geschichte der Sammlung und gleich ein wunderbar Blick auf das Jungsein. Das diese Geschichte im Nahen Osten angesiedelt ist verleiht ihr einen zusätzlichen Reiz.

Der erste Kuss
– Die Nöte eines Vaters der sich mit der ersten Liebe der eigenen Tochter konfrontiert sieht und zu gar hinterlistigen Mitteln greift um das junge Paar auseinanderzubringen.

Kreuze an: ja, nein, vielleicht
– Vom Kreuz mit den Emotionen, wenn sich alle um einen herum verändern und man die Welt nicht mehr versteht.

The First Cut is the Deepest
– Wer liebt, der macht sich verwundbar und zur ersten Liebe gehört leider allzu oft auch ein gebrochenes Herz.

Happy Valentine’s Gay
– Meine ganz persönliche Lieblingsgeschichte aus der Sammlung.
 Es roch nach Schnee, als ich aus dem Auto stieg und mir den Schal so fest um den Hals zog, dass er sich fast wie der Strick eines Galgens anfühlte.
 Happy Valentine's Day! Happy? Da war ich mir so gar nicht sicher. Genau wie vor zwanzig Jahren war am Himmel keine einzige Schneeflocke auszumachen. Die feigen Biester hielten sich wieder versteckt. Dabei hätte ich himmlische Unterstützung dringend brauchen können - hier am Brunnen auf dem Marktplatz - an dem Ort, an dem wir uns früher immer getroffen hatten. Abend für Abend...
Wenn sie nur eine Geschichte daraus lesen wollen, lassen sie es diese sein. Der Autor verbindet Witz und Tragik, Heiterkeit und Sentimentalität in einer wunderbaren Erzählung über Liebe und Freundschaft.
Die perfekte Feelgood-Story.


Mein üblicher Dank an:
Lovelybooks für die Leserunde,
Heike Abidi und die respektiven Autoren für die Begleitung der Leserunde,
den Eden Books Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Kommentare:

  1. Hallo Gerd,
    für 2018 sollst du mein Vorbild sein. Du hast den Vorsatz, den ich gefasst habe gleich löblich umgesetzt und deinen ersten Kurzgeschichtenband gelesen. :o) Und dazu noch zu einem so interessanten Thema! Von Akram El-Bahay habe ich schon so viel Gutes gehört. Meine Bloggerkollegin Leni lobt seine Bücher auch in den höchsten Tönen. Dass er sich an diesem Kurzgeschichtenband beteiligt hat, finde ich interessant. Ich hatte gedacht, dass er sich in erster Linie im Genre Fantasy beheimatet fühlt. Happy Valentine’s Gay hört sich vom Titel, aber auch von dem kleinen Textausschnitt her schon sehr interessant an.
    Eine sehr schöne Rezension :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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