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Samstag, 4. Januar 2014

Dark Life / Inhuman









Dark Life, Kat Falls
(Scholastic, 2010)

Kurzinhalt:
 Der Meeresspiegel ist gestiegen, ganze Städte sind versunken. Nach der Großen Flut, die weite Teile Amerikas überschwemmt hat, sind einige Menschen auf den Meeresgrund gezogen. Hier lebt Ty, der erste Junge, der dort geboren wurde - und er hat eine Dunkle Gabe, mit der er in den Tiefen des Ozeans überleben kann. Er wünscht sich nichts sehnlicher als ein eigenes Stück Land im Meer. Doch sein Traum ist in Gefahr: Eine Gang entflohener Sträflinge plündert die Versorgungsschiffe und die lebensnotwendigste Fracht wird knapp: Sauerstoff. Auf einem seiner Unterwasserausflüge begegnet er dem Mädchen Gemma, die, um einer Einweisung in ein Staatliches Waisenheim zu entgehen, sich von der Oberfläche in die Tiefe wagt, auf der Suche nach ihrem verschwunden Bruder.


Ich mochte Dark Life.
 Obwohl es ein Jugendbuch für sehr junge Leser ist, und sowohl Sprachlich wie im bezug auf den Plot eher Einfach gehalten. Und obwohl die Umwelt Bewusstseins Botschaft doch sehr aufdringlich daher kommt. Und obwohl ich mir mehr Detail für die Welt die Kat da erschaffen hat gewünscht hätte, sowohl die Unterwasserwelt wie die Oberfläche, und obgleich ich nicht umhin kam zu bemerken das der Showdown erhebliche Logik-Lücken aufwies.
 Denn der wirklich wichtige Teil ist das Dark Life einen positiv an klassische Unterseeabenteuer wie 20.000 Meilen unter dem Meer 1 erinnert.
 Darin liegt Kat's stärke als Schreiberin, eine schnelle, mitreißende Abenteuergeschichte zu erzählen die getragen wird von zwei überaus sympathischen jungen Helden. Es ist diese Qualität die einen gerne über Storyfehler hinwegblicken, und die Mechanik ihrer Unterwasserwelt nicht weiter hinterfragen lässt, und es einen auch nicht weiter stören lässt das wir nur so geringe Einblicke in das Leben auf der Oberfläche erhalten (welches mich sehr and den Harry Harrison Klassiker New York 1999 2 erinnerte - verfilmt als ...jahr 2022... die überleben wollen 3).
 Es macht einfach Spaß sich mit unseren jungen Helden ins Abenteuer zu Stürzen, auf der Suche nach Gemmas verschwundenem Bruder, immer darauf bedacht nicht der Seablite Gang und ihrem furchteinflößenden Anführer dem Piraten Shade in die Hände zu fallen.
Dark Life ist ein gutes Buch für ein wenig Zerstreuung, angefüllt mit Charakteren mit denen man gerne seine Zeit verbringt, vor allem die burschikose Gemma ist einfach zum Verlieben.











 Rip Tide, Kat Falls
(Scholastic, 2011)

Kurzinhalt:
 Haie, Kraken, Killerwale - im Ozean lauern tödliche Gefahren. Ty weiß das, denn er lebt schon lange auf dem Meeresgrund. Was er nicht weiß: Kein Raubfisch ist so gefährlich wie die Machtgier der Menschen. Bis er durch Zufall auf eine zerstörte Unterwassersiedlung stößt. Und Hunderte toter Farmer. Das schwimmende Grab in der Tiefe führt Ty und seine Freundin Gemma auf die Spur eines unglaublichen Verbrechens.


 Rip Tide ist eine Fortsetzung in bester Hollywood-Tradition, die uns mehr gibt von allem, dabei sich aber nach weniger anfühlt; und obwohl auch Rip Tide es ohne weiteres auf meine Empfehlungsliste schafft, konnte es mich nicht ganz so überzeugen wie Dark Life.

 Zwei Gründe kommen mir Spontan in den Sinn warum ich mir mit Kats Welt diesmal schwerer tat:
 Zum Einen ist da die Tatsache das Ty und Gemma hier wieder ganz am Anfang ihrer Beziehung stehen, nachdem Dark Life soviel Zeit darauf verwand diese aufzubauen, und dies einer meiner bevorzugen Punkte war, hätte ich mir hier mehr gewünscht. Hinzukommt, das Gemma ungefähr bis zur Hälfte des Buches weniger von ihrem ursprünglichen Charakter zeigt, weniger der über die Maßen selbstbewusst und draufgängerisch agierende Teenager ist, was sie für mich etwas weniger Liebenswert macht; ein Fakt der umso mehr heraussticht angesichts dessen das Ty sich kein Stück verändert und noch immer derselbe blauäugige Unterwasserfarmerjunge ist.
 Zum anderen kommt dazu das Rip Tide, nun da wir einen besseren Blick auf das Leben an der Oberfläche bekommen, düsterer ist als sein Vorgänger, weniger Verspielt, es geht nicht mehr um eine Kolonie von Die Jetsons-artigen 4 Unterwassersiedlern, oder eine Piratengang die kaum je furchteinflößender wird denn der typische Scooby-Doo 5 Bösewicht. In Rip Tide kämpfen die Oberflächenbewohner gegen sich auftürmende Widerstände um ihr Überleben, in einer Welt die zunehmend ihre Menschlichkeit verliert.

 Doch auch Rip Tide glänzt wieder mit Kats kinematischem Erzählstil, welcher, nach meinem bescheidenen Empfinden, sich am besten zeigt in den ungemein charismatischen Szenen an Bord der "Spectre", des Unterseeboots der Seablite-Gang, wo sich dann auch eine meiner Lieblingsszenen aus dem Buch entspinnt:

 Once Shade disappeared down the passageway, I paused by Gemma's berth, figuring his edict didn't apply to me. She was on her knees yet had plenty of headroom as she slid the curtain closed. Spotting me, she beckoned me up - but I knew better than to push my lack with Shade, so I shook my head.  "Isn't it perfect?" she whispered, leaning toward me with her hair spilling around her face.
 I couldn't help but smile. While roomy for a berth, it was half the size of the Surface Deck storage closet. Maybe built-in drawers and cubbies appealed to her, who knew? At least Shade had been right about Pretty. His compartment was spotless.
  "Perfect," I agreed, and backed away from her. "Good night."
  She waved good-bye and slid the curtain shut.
 As I headed down the passage, I saw that Pretty had been watching us, which turned up the voltage on my shine. Especially since he was looking at me with a slightly puzzled expression.
  "What?" I demanded.
  "Nothing." He slammed his locker shut. "I just can't tell if you're indifferent or stupid."
  He headed off, leaving me to light the passageway with my overheated face.

 Kat gestattet, entgegen meiner eingangs erwähnten Kritik, ihrem jungen Heldenpaar ein paar wundervolle Hollywoodmomente, welche die Beiden, nach meinem Empfinden, in den Rang eines Cary Grant und einer Carole Lombard erheben. Und wenn Gemma und Ty dann am Ende von Rip Tide ihren zweiten ersten Kuss teilen, liefert uns Kat dazu durch Eel den Kommentar der das verzückte romantische Aufseufzen sogleich drauf in ein lautes Auflachen verwandelt.

 Zu sagen das Rip Tide ein schlechteres Buch wäre als Dark Life, würde im Unrecht tun, im Gegenteil, es fühlt sich komplexer, durchdachter und ganz allgemein erwachsener an als sein Vorgänger. Und ich bin mir sicher das viele Leser gerade schätzen werden dass Kat das romantische Element hier zurückgefahren hat um damit mehr Raum zu schaffen für Abenteuer, und um den Mitgliedern der Seablite Gang mehr Charakter zu verleihen, welche mir erscheinen wie Peter Pans verlorene Jungs und die Piraten in einem.
Gerade Pretty erhält hierdurch Gelegenheit zu zeigen das er mehr ist als nur ein hübsches Gesicht.

 Abschließend kann ich nur sagen das ich für meinen Teil sehr gerne noch mehr lesen würde von Ty und Gemma, und den Piraten der Seablite Gang. 

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Inhuman, Kat Falls
(Scholastic, 2013)

Kurzinhalt:
 America wurde ruiniert durch eine sich ausbreitende Virusinfektion die eine großteil der Menschen im Ostteil des Landes dahingerafft hat. Die überlebenden in der Verbotenen Zone zeigen tierische Züge unterschiedlichster Ausprägung. Die Fauna des Landes ist gefährlich Mutiert.

 Um den Rest des Landes zu Schützen, verschanzten sich die Menschen im Westen hinter einer Gewaltigen Mauer, errichtet von der Titan Korporation, welche sich vor nahezu zwanzig Jahren selbst für den Virusausbruch verantwortlich zeigte. Von West nach Ost zu queren ist verboten, doch manchmal notwendig. Einige betreten die Zone um humanitäre Dienste zu leisten. Der Vater der sechzehnjährigen Lane betritt sie um verlorene Gegenstände zurückzubringen - er ist ein Fetch. Es ist ein gefährliches Leben, aber lukrativ - bis er entdeckt wird.

 Um das Leben ihres Vaters zu retten, willigt Lane ein ihn zu Suchen und ihm einen letzten Aufträg zu übermitteln. Es bleiben jedoch nur wenig Tage um ihren Vater zu erreichen, und das gesuchte Objekt zu Bergen, sollte die Bergung nicht gelingen oder nicht in der gesetzten Zeitspanne erfolgen, würde er bei einer Rückkehr hinter die Mauer vor ein Erschießungskommando gestellt und Lane als seine Gehilfin bestraft. Als es Lane nicht gelingt ihren Vater ausfindig zu machen, beschließt sie selbst den Auftrag zu übernehmen, doch der führt direkt ins Herz der Verseuchung, nach Chicago, einer Stadt die sich nun in der hand eines selbst gekrönten, grausamen Monarchen befindet.
 Ihre einzigen Helfer in dieser Situation sind der junge Soldat Everson, der auf Hofft auf diesem wege dringend benötigte DNA-Proben aus der Zone zu bekommen, und der wenig Vertrauenswürdige Rafe, welcher aufgewachsen ist in der Verbotenen Zone und in seinem Hass auf die Mensch-Tier Mutanten selbst kaum Menschlicher wirkt als diese.

 I reached the fog bank at the far end and glanced back to see several guards clutching the chain link. "You'll die over there!" one called.
 I really hoped not. I turned and stepped into the fog. All that waited for me in the west was loneliness and the possibility of seeing my father executed. Given that, I'd rather take my chances in the Feral Zone.

 Wo beginne ich am besten mit meinen Eindrücken von Inhuman, ich schätze es macht am meisten Sinn wenn ich erst einmal das Negative aus dem Weg räume, so bekommt man einen Eindruck davon wo ich her komme und es gibt mir Gelegenheit mit positiverem zu Schließen.

 Zuerst und zuforderst, bei dem was mich an dem Buch störte, steht die "Romanze", ein akuter Fall von Lust schon eher, welche sich bereits in Kats Einführung des zweiten Love-Interests im Roman zusammenfasst:

 As my eyes adjusted, the first thing that struck me was his lack of a shirt. Since line guards did not waltz around showing off an acre of sun-kissed skin, he clearly didn't belong here any more than I did. I raised my gaze and lost my breath.
 Hopefully he'd put my open-mouthed silence down to having startled me. Then again, with that face, he had to be used to gawkers. Sculpted lips, aquamarine eyes - an artist could put a sword in his hand and paint him as the archangel Michael. Fierce and beautiful.

 Das geht so weiter für den größten Teil der Geschichte, was mich zu meinem zweiten Punkt des Ärgers bringt:
Hauptcharaktere Delayne "Lane" Park, Kinder welche nach dem Ausbruch der Seuche geboren wurden sind aus Sentimentalen Gründen nach Orten benannt, wirkt die meiste Zeit über Verzweifelt.
 Was verständlich wäre, denn immerhin befindet sie sich in einem Rennen gegen die Zeit um zu verhindern das Ihr Vater bei seiner Rückkehr vor einem Erschießungskommando landet, wäre es nicht die falsche Sorte von Verzweifelt. So bekommen wir anstelle des erhofften Doomsday 6 triff Die Insel des Dr Moreau 7, erst einmal Desperate Housewife in the avocado jungle of death 8+9.

 Das Rafe sich die meiste Zeit wie ein unangenehmer, geifernder Schleimbollen verhält, konnte mich auch nicht Gewinnen.
 Obwohl, hier muss man sagen das er zu Ende hin tatsächlich ein paar ehrlich witzige Momente bekommt, Szenen in denen er Beweist das er beginnt den ersten Love-Interest, Everson, wenn schon nicht zu mögen so zumindest doch zu respektieren - er hat sogar eine an Heath Ledger in Zehn Dinge die ich an dir Hasse 10 gemahnende Szenen mit Lane, welche unglücklicherweise aber nie zu einer Julia Stiles auflebt. Oder einer Gemma aus Dark Life.

 Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt. Ich verehre, ja ich bin sogar positiv verliebt in Gemma. Ein tapferes, engagiertes junges Mädchen, welches es so ganz nebenbei noch versteht mit einem Jungen zu Flirten. Die Dynamik zwischen Ty und Gemma ist alles was die Dynamik zwischen den drei Inhuman Charakteren nicht ist.
 Lane, im Gegensatz zu Gemma, vergisst sogar hin und wieder das sie eigentlich unterwegs ist um ihren Vermissten Vater zu schützen, weil sie sich nach einem Kerl verzehrt - zumindest jedoch ist sie oftmals mehr damit beschäftigt sich Gedanken darüber zu machen ob sich ihre Begleiter wohl zu ihr hingezogen fühlen, denn mit der Aufgabe vor ihr.
 Sie bleibt damit einfach das ganze Buch über immer ein wenig nervig.

 Letzlich, aber das stand zu erwarten weshalb ich es dem Buch nicht wirklich ankreiden kann, wie schon in Dark Life ist die Umwelt Bewusstseins Botschaft, oder in Inhumans Fall eben die PETA Botschaft, sehr dick aufgetragen.

Nun, was hat mit gefallen?

 Wie gesagt, Rafe und Everson, haben ein paar gute, typische Männerbindungsmomente die Lane involvieren, in denen der sexuelle Unterton leicht genug ist um harmlos spielerische Unterhaltung zu sein. Im gegensatz zu Rafes sonstiger aggressiv beleidigender Art. Etwa ein drittel im Buch, kurz nach beginn des zweiten Akts, bekommen wir endlich die erhofften Insel des Dr. Moreau Szenen auf die ich gewartet habe, und damit fängt die Geschichte an beinahe zu funktionieren, für mich.

 Der letzte Akt, auch wenn nun nicht gerade übermäßig Logisch, liefert uns einen rasant geschriebenen Höhepunkt, angefüllt mit genügend Drama, Action und Heroismus, das er nahezu geeignet ist die ersten beide Akte auszugleichen. Zudem wirft Kat hier noch eine Variation des Schöne und Biest Themas mit in den Ring.

 Wie Dark Life und Rip Tide schon zeigten ist Kats Schreibstil sehr Filmorientiert, was dafür sorgt das sich das ganze entgegen aller Schwächen sehr flüssig liest, nur das Inhuman billiger wirkt so das sich mir hier das Gefühl aufdrängte eher ein TV-Serien Script vor mir zu haben denn Kino Filmmaterial.

 Wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, oder einen die "Romanze" nicht übermäßig stört, liefert Inhuman kurzweiliges Abenteuervergnügen, welches allerdings, für mich, nicht den selben Charme hat, und sich an eine geringfügig ältere Leserschaft richtet als dies Dark Life noch tat.

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